Energie

Windkraft und Solarenergie: Neue Anlage soll bei Osterlügum entstehen

Veröffentlicht Geändert
Stromleitungen müssten ebenfalls neu gebaut werden.

Entlang der Autobahn soll es acht Windkraftanlagen und ein Solarpark geben. Überschüssiger Strom könnte in Fernwärme umgewandelt werden. Bevor es jedoch ans Bauen geht, sind die Anwohnerinnen und Anwohner gefragt.

Ein neuer Energiepark soll bei Osterlügum (Østerløgum) entstehen. Der Park gehört zu einer Reihe solcher Anlagen, die in der Kommune Apenrade geplant sind. Diese Anlage ist nahe Osterlügum (Østerløgum) und nahe der Autobahn E45 vorgesehen. Auf einer Fläche von 100 Hektar soll es acht Windkrafträder sowie einen Solarpark mit einer Größe von 50 Hektar geben.

Energielieferanten der Zukunft

Die Anlage gehört zu den Energieprojekten auf der Wunschliste der Kommune. Sie sollen den Energiebedarf der Zukunft nachhaltig und klimaschonend decken.

Ziel ist es, eine „Energie-Kommune“ zu werden. Mit der neuen Energieeinrichtung käme man dem Ziel ein Stück näher. Das geht aus dem Protokoll der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Planung, Technik und ländliche Räume hervor.

Fernwärme durch Überschussstrom

Südöstlich von Osterlügum soll die Energieanlage entstehen.
Die grau-schraffierten Flächen sind geplante Solarfelder, die acht orangefarbenen Punkte die Windkraftanlagen.

Überschüssiger Strom soll außerdem an das Fernwärmewerk in Apenrade geliefert werden, das nur wenige Kilometer entfernt liegt. Dort wird ein neuer Kessel gebaut.

Osterlügum kann zudem mit Fernwärme versorgt werden. An den westlichen Windkraftanlagen soll dafür ebenfalls ein Warmwasserspeicher platziert werden.

Sieben Anrainergebäude betroffen

Die Energieanlage wird hauptsächlich auf Böden errichtet, die bislang landwirtschaftlich genutzt sind. Es werden jedoch zum Teil unter Schutz stehende Flächen betroffen sein. Staatliche Stellen entscheiden, ob und wie erheblich die Eingriffe in die Natur, bzw. in die geologischen Gegebenheiten sind und ob diese genehmigt werden.

Direkt vom Bau der Windkraftanlagen betroffen sind zwei Wohnhäuser. Sie werden nicht weiter genutzt. Darüber hinaus werden fünf Anrainer aufgrund der Abstandskriterien eine Entschädigung.

Bürgerbefragung und Hörung

So viel Strom könnte die Energieanlage bei Osterlügum erzeugen

Damit die Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit haben, sich über das Projekt zu informieren und formelle Vorschläge oder Kritikpunkte zu machen, wird es ein Bürgertreffen sowie eine Hörungsphase geben.

Voraussichtlich wird die achtwöchige Hörung im Februar und März dieses Jahres stattfinden.

Grünes Ziel vor Augen

Sollten alle geplanten Vorhaben realisiert werden, würde die Kommune Apenrade das anvisierte Ziel erreichen, im Jahr 2030 2,4 Millionen MWh über Solar und Windkraft zu produzieren. Laut Berechnung der Kommune wären 2.400 Hektar für Energiemaßnahmen genutzt. Einschließlich Grünstreifen und Naturprojekten wären es 3.000 Hektar, was 3 Prozent der Kommunalfläche entspricht.

Die Projekte auf der Karte:

A: Solaranlage bei Perbüll (Vorplanung eingeleitet): 190 ha; 202.000 MWh im Jahr
B: Solaranlage bei Röllum (Planverfahren eingeleitet): 62 ha; 62.000 MWh im Jahr
C: Solaranlage beim Potterhusvej (Vorplanung eingeleitet): 18 ha; 19.100 MWh im Jahr
D: Solaranlage südlich der Renzer Plantage (Vorplanung eingeleitet): 110 ha; 84.000 MWh im Jahr
E: Solaranlage Apenrade West (Vorplanung eingeleitet: 137 ha; 87.000 MWh im Jahr
F: Solaranlage südlich von Schmedagger (Vorplanung eingeleitet): 150 ha; 107.000 MWh im Jahr
G: Solaranlage bei Gaaskjer (Dialog mit Anrainern): 164 ha; 180.000 MWh im Jahr
H: Solar und Windkraft an der Autobahn bei Osterlügum (Vorplanung): 8 Windräder (100.000 MWh); 99 ha; 50.800 MWh im Jahr
I: Solaranlage bei Bredewatt (Planverfahren eingeleitet): 72 ha; 57.000 MWh im Jahr
J: Solaranlage bei Frestrup (Planverfahren eingeleitet): 173 ha; 136.000 MWh im Jahr
K: Windrad bei Holebüll (Bürgerverein arbeitet mit der Umsetzung und Finanzierung)
RI: Solaranlage bei der Eggebeker Plantage (Planung noch nicht festgelegt) : 409 ha; 400.000 MWh im Jahr
RII: Windkraft und Solaranlage am Bølåvej (Planverfahren noch nicht festgelegt): 8 Windräder (96.000 MWh im Jahr); 443 ha; 400.000 MWh im Jahr.

Stand: September 2023