Nordschleswig

SP macht Druck: Energie-Zusammenarbeit neu denken

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Die PtX-Anlage in Kassö bei Apenrade

Energiewende in Nordschleswig: Haben wir genug Tempo? Die Schleswigsche Partei sieht versäumte Chancen und fordert konkrete Projekte statt leerer Pläne. Die Lösung sieht sie im Blick nach Deutschland – und in einer grenzüberschreitenden Zusammenarbeit mit klaren Zuständigkeiten und gemeinsamer Strategie.

Die Schleswigsche Partei hat die politische Arbeit in vier nordschleswigschen Kommunen koordiniert und die Bürgermeister aufgefordert, die strategische Energiezusammenarbeit in Nordschleswig wieder aufzunehmen. Das teilt der Wahlkampfleiter der SP, Stephan Kleinschmidt, mit. Die Initiative der Partei hat jedoch auch zum Ziel, gleichzeitig die Zusammenarbeit nach Süden auszuweiten.

Der „Neustart der gemeinsamen Energieplanung“ müsse „über die Grenze“ hinaus gedacht werden, heißt es. Ein Treffen des Nordschleswigschen Koordinationsausschusses (Det Sønderjyske Koordinationsudvalg) könnte im September den Grundstein legen.

Erste Initiative war damals gescheitert

Bereits vor Jahren hätten Sonderburg (Sønderborg), Apenrade (Aabenraa), Hadersleben (Haderslev) und Tondern (Tønder) mit einem gemeinsamen Energieplan einen weitsichtigen Schritt getan. Das Ziel war eine koordinierte, grüne Umstellung mit besserer Planung, stärkeren Investitionen und größerer Wirkung. Die Initiative scheiterte. „Das muss nun korrigiert werden“, fordert die Partei in einer Pressemitteilung.

Dazu Carsten Leth Schmidt, Spitzenkandidat in der Gemeinde Hadersleben und Vorsitzender des Technik- und Klimaausschusses: „Die Zeiten haben sich geändert, und die Ambitionen sind gewachsen. Mit neuen Technologien und grünen Projekten – von Wind und Sonne bis hin zu Power-to-X und Fernwärme – wird Druck gemacht. Genau deshalb ist es an der Zeit, die Zusammenarbeit wieder aufzunehmen und zu verbessern – in einer stärkeren Version, die auch sicherstellt, dass wir das Beste aus der kommenden Wasserstoffpipeline durch die Region herausholen.“

SP will über die Grenze denken

„Grenzenlose Energie – gemeinsame Vorteile“ heißt sodann die Forderung, die Zusammenarbeit auch auf deutsche Partner wie Flensburg, Nordfriesland und den Kreis Schleswig-Flensburg auszuweiten. „Eine gemeinsame Energiekarte – mit einem Überblick über Potenziale, Kapazitäten und Infrastruktur – könnte beispielsweise den Weg für intelligentere Entscheidungen und eine schnellere grüne Entwicklung ebnen“, heißt es.

Dabei gehe es nicht um lange Berichte, sondern um eine Plattform für konkretes Handeln. Ziel seien etwa koordinierte Investitionen, lokale Verankerung und gemeinsame Innovation, sowohl in der Produktion als auch der Speicherung und Verteilung von Energie, sagt Erwin Andresen, Fraktionsvorsitzender und Spitzenkandidat der Schleswigschen Partei in der Kommune Apenrade. Andresen weist darauf hin, dass Flensburgs Ziel der CO₂-Neutralität bis 2035 eine gute Gelegenheit sei, über Grenzen hinweg zu denken: „Es macht Sinn, sich gegenseitig zu unterstützen und eine grüne Grenzregion zu schaffen, die sowohl Investitionen anzieht als auch lokale Arbeitsplätze schafft.“

Nordschleswig bringe laut SP alle Voraussetzungen mit, um eine Vorreiterrolle bei der grünen Umstellung einzunehmen. „Wir haben starke Kommunen, kompetente Unternehmen und viel lokalen Handlungswillen. Aber wenn wir wirklich etwas bewegen wollen, müssen wir es gemeinsam tun – über Kommunegrenzen und Landesgrenzen hinweg“, schließt Carsten Leth Schmidt.