Energiewende

Sonne statt Bürokratie: Hadersleben hat die Nase vorn

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Reflexion, Dachneigung und vieles mehr müssen Privathaushalte berücksichtigen, die in Solarenergie investieren. Die Kommune Hadersleben hält die bürokratischen Hürden in dieser Hinsicht relativ niedrig.

Die private Energiewende gewinnt an Fahrt – und Hadersleben zeigt sich als Vorreiter in Nordschleswig. Zahlen der Energiebehörde belegen, wie die Kommune im Vergleich zu anderen Kommunen in Nordschleswig abschneidet – und warum ländliche Gebiete die Nase vorn haben.

Hadersleben gehört zu den Kommunen, die in der Energiewende verstärkt auf private Solaranlagen setzen. Laut aktueller Daten der dänischen Energiebehörde gibt es landesweit rund 148.000 private Solaranlagen, deren Leistungen überwiegend unter 15 Kilowatt liegen.

Enorme kommunale Unterschiede

Die Unterschiede zwischen den Kommunen könnten kaum größer sein: Während Rebild Kommune mit den meisten Anlagen pro 10.000 Einwohner an der Spitze steht, liegt Frederiksberg Kommune am Ende der Liste. Hadersleben positioniert sich landesweit auf Platz 13 – und damit deutlich vor den übrigen drei Kommunen in Nordschleswig: Tondern (Tønder) belegt Rang 32, Apenrade (Aabenraa) Platz 38 und Sonderburg (Sønderborg) Rang 46.

Warum Jütland vorn liegt

David Sätterman, Geschäftsführer des Hamburger Cleantech-Startups „1KOMMA5°“ in Dänemark, erklärt die Unterschiede mit den teils komplexen und uneinheitlichen Regelungen in den Kommunen.

„In Frederiksberg beispielsweise sind die Anforderungen an Genehmigungen besonders hoch.“ Es sei daher wenig überraschend, dass die Top-10-Liste der Kommunen mit den meisten privaten Solaranlagen pro 10.000 Einwohner überwiegend aus Kommunen in Jütland besteht. Allerød und Fanø sind die einzigen nicht-jütländischen Kommunen in den Top 10.

Auch ästhetische Vorgaben wie nicht-reflektierende Oberflächen oder Einschränkungen bei der Dachnutzung erschweren den Ausbau in einigen Kommunen.

Hadersleben setzt auf weniger Bürokratie

Im Gegensatz dazu profitieren Haushalte in ländlichen Kommunen wie Hadersleben von weniger strikten Auflagen. Westlich des Großen Belts sind die Bedingungen generell günstiger für Privathaushalte, die in Solarenergie investieren.

„Ein großer Vorteil sind die vielen Dachflächen im ländlichen Raum“, betont Carsten Leth Schmidt (Schleswigsche Partei), Vorsitzender des Klimaausschusses von Hadersleben. „Hinzu kommt, dass unsere Bauleitpläne für Wohngebiete wenig reguliert sind – das vereinfacht die Umsetzung von Solarprojekten.“

Carsten Leth Schmidt, Vorsitzender des kommunalen Ausschusses für Technik & Klima, kann den Trend bei Solaranlagen auf privaten Dächern bestätigen.

Private Solarenergie in Zahlen

In Dänemark gibt es aktuell 147.076 aktive private Solaranlagen, die überwiegend weniger als 15 kW Leistung erbringen. Besonders Haushalte in ländlichen Kommunen wie Hadersleben profitieren von weniger strengen kommunalen Regelungen.
Das Cleantech-Startup „1KOMMA5°“, gegründet 2021 in Hamburg, hat sich auf CO₂-neutrale Energielösungen spezialisiert und bietet weltweit Technologien an. Mit rund 80 Standorten, darunter auch in Dänemark, verfolgt es das Ziel, bis 2030 über 1,5 Millionen Gebäude klimaneutral umzurüsten.