Klimaneutrales Sonderburg

Probebohrungen – damit die Windräder stehen bleiben

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Die mobile Bohrplattform ist vor die Küsten von Alsen transportiert worden.

Die Offshoreanlage „Lillebælt Syd“ ist entscheidend, damit die Kommune Sonderburg klimaneutral werden kann. Die Vorbereitungen für den geplanten Baustart laufen nach Plan.

Vor der Ostküste von Alsen (Als) ist eine Bohrplattform aufgetaucht. Sie soll dort allerdings nicht nach Erdöl suchen.

Um Energie geht es dennoch, nämlich um Windenergie. Die Gesellschaft TotalEnergies unternimmt hier Probebohrungen für die Errichtung des Offshoreparks „Lillebælt Syd“.

„Für Lillebælt Syd treten wir nun in eine wichtige Phase ein, mit weiteren Messungen des Meeresbodens, die für die Platzierung, Planung und den Bau der Windräder und der Kabelverlegung an Land unerlässlich sind“, sagt Zhanar Dreisig, Assent Manager bei TotalEnergies Danmark in einer Pressemitteilung.

Mit der Bohrplattform wird das Energieunternehmen in den kommenden Monaten geotechnische Untersuchungen durchführen. Die Ergebnisse werden die bereits vorhandenen 3D-Messungen mit Sonar ergänzen.

Windpark entscheidend für Klimaneutralität

Damit laufen die Vorbereitungen jetzt nach Plan, und die elf Windräder werden voraussichtlich ab 2029 klimafreundlichen Strom produzieren. Im Mai erhielt der Windpark nach langem Vorlauf seine endgültige Baugenehmigung.

Die Vorsitzende des Sonderburger Energieversorgers Sonfor, Ellen Thrane Nørby, hat gejubelt, als sie diese Nachricht erhielt. „Der Windpark ist ganz entscheidend dafür, dass wir unser Ziel erreichen, dass die Kommune bis 2029 klimaneutral werden kann“, sagte sie dem „Nordschleswiger“.

Projekt gefährdet

Und genau dieser entscheidende Baustein drohte im Februar 2023 wegzubrechen. Energieminister Lars Aagaard (Moderate) hatte die Genehmigungsverfahren von Offshore-Projekten nach der sogenannten Open-Door-Regelung gestoppt. „Lillebælt Syd“ stand damals direkt vor der Zulassung.

Nach Protesten der Sonderburger Politikerinnen und Politiker erteilte die Energiebehörde dann im Herbst 2024 die Genehmigung der Energiebehörde. Doch es wurden Beschwerden eingelegt. Mit der Entscheidung vom Mai hat „Energiklagenævnet“ die Beschwerden abgewiesen und somit die letzten Hindernisse aus dem Weg geräumt.

Der Plan von einer klimaneutralen Kommune wurde 2007 unter dem Namen „Project Zero“ ins Leben gerufen. Er gilt als weltweit vorbildlich, da er eine ganze Reihe von Initiativen enthält, die miteinander verknüpft werden. Wind- und Solarenergie, Produktion von Biobrennstoffen und Bioplastik sowie die Erzeugung von Fernwärme sollen miteinander vernetzt werden. Ohne den Windpark würde ein Loch in diesem Netz entstehen.