Energiewende

Nordschleswig im Sonnencheck: Apenrade glänzt, Hadersleben bleibt im Schatten

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Bevor man sein Haus mit Solardachziegeln oder -platten deckt, sollte man im geltenden Bebauungsplan nachschauen, ob das überhaupt gestattet ist (Symbolfoto).

Ein neues Ranking zeigt große Unterschiede zwischen den nordschleswigschen Kommunen.

Im Mai 2024 hat die dänische Regierung ein ambitioniertes Ziel formuliert: Die Kapazität der Solarenergie soll bis 2030 auf das Zehnfache steigen – von etwa 2 auf 20 Gigawatt. Ein Jahr später zeigt ein neues Ranking, wie weit die Kommunen im Land bei der Umsetzung sind. Besonders erfreulich für Nordschleswig: Die Kommune Apenrade führt – wenig überraschend – das landesweite Ranking an. Schon im vergangenen Jahr führte Apenrade die Liste der Kommunen an, wenn es darum geht, mit Solaranlagen produzierten Strom ins Netz einzuspeisen.

Apenrade übertrifft das Ziel – Hadersleben weit abgeschlagen

Laut Berechnungen des Unternehmens 1KOMMA5° Danmark verfügt Apenrade bereits über eine installierte Solarkapazität von 317.193 Kilowatt – das entspricht 162,6Prozent des angestrebten kommunalen Anteils am nationalen Ziel.

Doch nicht alle nordschleswigschen Kommunen schneiden so gut ab:

  • Sonderburg (Sønderborg) belegt Platz 12 mit einer Kapazität von 145.855 kW.
  • Tondern (Tønder) kommt nur auf Platz 54 mit 12.283 kW.
  • Hadersleben (Haderslev) ist nordschleswigsches Schlusslicht auf Platz 57 mit 17.214 kW.

Große regionale Unterschiede

Woran liegen die Unterschiede? Laut 1KOMMA5° hemmen in vielen Kommunen lokale Bauvorschriften, unflexible Flächennutzungspläne oder fehlende Anreize den Ausbau. Das Beispiel Apenrade hingegen zeigt, wie es besser geht – durch engagierte Kommunalpolitik, lokale Förderprojekte und wohlwollende Genehmigungspraxis.

Allerdings kann es auch den geografischen Voraussetzungen liegen. Tondern hat zum Beispiel im Hinblick auf Windenergie die Nase ganz weit vorn. Im flachen, küstennahen Nordschleswig, wo konstante, starke Winde wehen, sind die Bedingungen für Windkraftanlagen ideal. In dem landesweiten Ranking lag Tondern 2024 deshalb auch in der Top10, weit über dem Landesdurchschnitt und weit über den Werten der drei anderen Nachbarkommunen.

Warum das wichtig ist

„Solarenergie ist derzeit die günstigste Form der Energiegewinnung“, betont 1KOMMA5°-Geschäftsführer David Sätterman. Ohne weitere politische Anreize werde das 20-Gigawatt-Ziel bis 2030 jedoch kaum erreichbar sein. Vorbildlich agiere z.B. Schweden, wo deutlich höhere Zuschüsse für private Solarinvestitionen zur Verfügung stehen.

„In Dänemark fehlt es an politischen Impulsen. Der Handwerkerfreibetrag bringt nur rund 2.200 Kronen Steuerersparnis – das reicht nicht“, so Sätterman.

Was bedeutet das für Nordschleswig?

Die Zahlen belegen, dass der Weg zur Energiewende in Dänemark stark von der jeweiligen Kommune abhängt. Während Apenrade als positives Beispiel vorangeht und Sonderburg gut mitzieht, zeigen die Ergebnisse von Tondern und Hadersleben, dass dort womöglich Potenzial noch ungenutzt bleibt – und wie wichtig lokale Rahmenbedingungen für den grünen Umbau sind.

Wer oder was ist 1KOMMA5°?

1KOMMA5° (ausgeschrieben:eins-komma-fünf-Grad) ist ein europäisches Cleantech-Unternehmen mit Hauptsitz in Hamburg. Der Name bezieht sich auf das Ziel des Pariser Klimaabkommens, die globale Erwärmung auf maximal 1,5 Grad Celsius zu begrenzen.

Das Unternehmen wurde 2021 gegründet, ist Europas führendes Solarunternehmen und betreibt heute rund 80 Standorte weltweit. 1KOMMA5° ist ein neuer Name in Dänemark. Er wurde 2023 eingeführt. Allerdings belieferte unter dem früheren Namen Viasol dänische Haushalte bereits seit 2011 mit Solaranlagen.

1KOMMA5° bietet integrierte Lösungen für die Elektrifizierung von Privathaushalten, darunter:

In Dänemark hat das Unternehmen laut eigenen Angaben bereits über 7.000 Haushalten beim Umstieg auf Solarenergie geholfen.