Energie

Frohe Botschaft für Haderslebener Fernwärmekunden

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Der Warmwasserspeicher von Haderslev Fjernvarme am Langkær, als im vergangenen Jahr noch gebaut wurde.

Heizen wird wieder etwas entspannter: Haderslev Fjernvarme senkt zum Jahreswechsel den Preis – für Tausende Haushalte in Hadersleben bedeutet das ein bisschen mehr Luft im Budget.

Haderslev Fjernvarme verkündet gute Neuigkeiten für ihre rund 10.000 Fernwärmekundinnen und -kunden. Ihnen steht eine Preissenkung ins Haus. Wie das Unternehmen mitteilt, fällt der sogenannte variable Wärmepreis von 715,75 Kronen pro MWh auf 665,75 Kronen pro MWh.

Haderslev Fjernvarme errechnet für ein Standardhaus nach neuer Definition eine Ersparnis von 670 Kronen pro Jahr und für eine Standardwohnung eine Ersparnis von 312 Kronen pro Jahr.

Fernwärme aus mehreren Quellen

Die Gebühren für Instandhaltung, Verwaltung und Verbrauchsmessung bleiben dem Versorger nach 2026 unverändert. Haderslev Fjernvarme sorgt für warme Stuben, indem das Wasser durch Wärmepumpen, Elektrokessel oder durch das Verbrennen von Hackschnitzeln erzeugt wird. Gasmotoren produzieren Strom und Wärme. Als Reserve und zur Abdeckung von Spitzenlasten wird Wasser mit Gas erhitzt. 

Die geschickte Kombination der Produktionsarten zusammen mit der besseren Speichermöglichkeit von erhitztem Wasser habe nun, so das Unternehmen, zu den niedrigeren Preisen geführt. In Langkær hatte der Versorger vor einem Jahr neben einer Wärmepumpenanlage einen Warmwasserspeicher eingeweiht. 

Energiepreise beeinflussen Wärmepreis

Mit dem Überfall Russlands auf die Ukraine Ende Februar 2022 stiegen die Energiepreise in Europa massiv an – dies beeinflusste auch die Fernwärmepreise.

Die dänische Aufsichtsbehörde Forsyningstilsynet gibt einen Durchschnitt (gewichtetes arithmetisches Mittel) des Preises für Fernwärme von 13.041 Kronen im Januar 2022 an für ein Standardhaus alter Definition. Im Januar 2025 lagen die Ausgaben für Fernwärmekunden dann bei 16.816 Kronen, was einem Anstieg von knapp 28,9 Prozent entspricht. 

Fernwärmepreis landesweit sehr unterschiedlich

Laut Aufsichtsbehörde sind die Preise landesweit aber sehr unterschiedlich. Wie aus dem Bericht für das Jahr 2024 hervorgeht, gab es landauf, landab je nach Versorger Preissteigerungen, aber auch Preissenkungen. Was den durchschnittlichen Preis für Fernwärme angeht, liegt Nordschleswig im Mittelfeld. 

Wie Morten Hartmann, Direktor von Haderslev Fjernvarme, erläutert, hat das Unternehmen am 1. Juni 2023 den Preis senken können, mehr wurde dann wieder am 1. Januar 2024 fällig und auch ab dem 1. Januar 2025 kam es zu einer Verteuerung. Nun gibt es zum Jahreswechsel wieder eine Senkung. 

Laut Behörde hat sich der sogenannte Verbraucherpreis für Kunden von Haderslev Fjernvarme im Januar 2025 im Vergleich zum Januar des Vorjahres um 20,3 Prozent erhöht – im Vergleich zu Januar 2022 sind es 54,3 Prozent. 

Gründe der Preissteigerung

Inflation, hohe Zinsen und hohe Energiepreise haben nach Unternehmensangabe zum Anheben des Preises geführt, worüber man sich geärgert habe.  Haderslev Fjernvarme macht darauf aufmerksam, dass der Versorger laut Gesetz verpflichtet sei, als Non-Profit-Organisation weder Gewinn noch Verlust zu machen. 

Laut dem Portal Bolius ist Fernwärme, Stand Oktober dieses Jahres, im Vergleich zu anderen Wärmelieferanten weiterhin eine der günstigeren Varianten, das Heim zu heizen. 

Direktor blickt in die Zukunft

Haderslev Fjernvarme hat die Wärmeerzeugung auf mehrere Beine gestellt. „In der Vergangenheit haben wir 98 Prozent der Wärme durch das Verbrennen von Hackschnitzeln erzeugt, nun sollen künftig 40 bis 50 Prozent Wärme durch Verwendung von elektrischem Strom produziert werden", so der Direktor. 

Wie sich der Strommarkt allerdings entwickeln werde, sei unsicher, so Hartmann, sodass man nicht abschätzen könne, in welche Richtung sich der Wärmepreis bewege. Sollte der Strommarkt stabil bleiben, könne eine Preisanhebung ausbleiben, mit ein bisschen Glück könne auch eine Senkung des Preises wieder drin sein, schließt Hartmann.