Deutsche Minderheit

Weihnachtsmarkt der Ludwig-Andresen-Schule: Buntes Treiben, volle Gänge – und doch zu kurz

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Zur Begrüßung der Gäste gab es ein Ständchen von den Mädchen und Jungen des ersten und zweiten Schuljahres.

Die deutsche Schule in Tondern verwandelte sich beim Weihnachtsmarkt in ein lebendiges Adventsdorf: Mit Bastelständen, Foto-Box, Lucia-Mädchen, Musik und Aktionen von Vereinen bot sich ein vielfältiges Programm für Kinder, Eltern und Großeltern.

„Och? Ist schon Schluss? Ich wollte doch eigentlich noch …“ – Sätze wie diese hörte Bonni Rathje-Ottenberg am Mittwochabend gleich mehrfach. Die Schulleiterin der Ludwig-Andresen-Schule (LAS) in Tondern nimmt es mit Humor. „Im vergangenen Jahr hieß es, der Weihnachtsmarkt sei zu lang. Also haben wir ihn diesmal um eine halbe Stunde verkürzt. Und nun sind die Familien traurig, dass sie nicht alles schaffen konnten“, sagt sie lachend.

Egal, wie man es macht: Der Weihnachtsmarkt der deutschen Schule ist und bleibt ein Publikumsmagnet – und in diesem Jahr besonders bunt, abwechslungsreich und gut besucht.

Vielfältige Stationen und beliebte Filmbox

Die Foto-Box war generationsübergreifend beliebt.

Zwischen Basteltischen, Geschicklichkeitsspielen und Waffelduft drängten sich Groß und Klein durch die Gänge. Von Tischtennis-Challenges bis zum Basteln von Weihnachtsdeko war für jede Altersgruppe etwas dabei. Besonders umlagert: die Foto-Box.

Mit Hütchen, Brillen und anderen Requisiten posierten Kinder – mal mit, mal ohne Eltern oder Großeltern – vor der Kamera. Ständig fanden sich neue Konstellationen zusammen, und das vergnügte Lachen schallte weithin hörbar aus der Turnhalle über das Schulgelände. Viele nahmen die spontanen Schnappschüsse gleich als kleines Andenken mit nach Hause.

Die Ballkanone spuckte einen Tischtennisball nach dem anderen aus – die Reaktionsfähigkeit der Teilnehmenden stand auf dem Prüfstand.

Kulinarische Fressmeile unter freiem Himmel

Nein, das ist kein Flohmarkt! Das sind die vergessenen Sachen eines Jahres. Einige Eltern fanden da längst vermisste Kleidungsstücke ihrer Sprösslinge wieder. Der Rest landet übrigens in der Kleiderspende.

Draußen auf dem Schulhof wartete eine lange kulinarische Meile, die kaum Zeit zum Verschnaufen ließ. Dort duftete es nach Grillwürsten und frisch gebackenen Waffeln, daneben wurde Tomaten-Linsen-Kokosmilch-Suppe angeboten – besonders an diesem kühlen voradventlichen Abend ein Renner. Auch Pförtchen gingen im Minutentakt über die Theke.

Heißer Kaffee, kalte Getränke und Apfelpunsch – natürlich alkoholfrei – sorgten dafür, dass niemand frieren musste. Die Oberstufenschülerinnen und -schüler hatten hier das Zepter in der Hand: Sie bruzzelten, schöpften, verkauften und schafften es trotz des Andrangs, die langen Schlangen zügig abzuarbeiten.

Ob süß oder deftig – an den Ständen gab es ein reichhaltiges Angebot.

Sportliche Einsätze: Ruderverein Hoyer und Laserschießen

Wer beim Ergometerrudern die Bestzeiten der anderen schlagen wollte, musste sich mächtig ins Zeug legen. Der Ruderverein Hoyer hatte das Gerät mitgebracht.

Erstmals war auch der Ruderverein Hoyer vertreten – und sorgte für Wettkampfstimmung. Auf dem mitgebrachten Ruderergometer lieferten sich Kinder und Jugendliche heiße Rennen über 100 oder 200 Meter. Wer macht die beste Zeit? Immer wieder bildeten sich Trauben von Anfeuernden rund um das Sportgerät.

Auch im Keller wurde es spannend: Das Schützencorps Tondern stellte ein Lasergewehr zur Verfügung und testete die Zielgenauigkeit der Teilnehmenden – ohne Rückstoß, ohne Knall, aber mit umso mehr Konzentration. Ein leises „Klick“ genügte, um Treffer oder Fehlschuss sichtbar zu machen.

Nach kurzer Einweisung durch Peter Knudsen konnte die eigene Zielgenauigkeit getestet werden.

Feuerwehr-Besuch – diesmal in friedlicher Mission

Die Mitglieder der Jugendfeuerwehr beantworteten bereitwillig und kompetent Fragen der interessierten Weihnachtsmarktgäste.

Zu den Überraschungsgästen gehörte die Jugendfeuerwehr Tondern. Mit einem Löschfahrzeug angerückt, nutzten die jungen Feuerwehrleute den Weihnachtsmarkt, um sich vorzustellen, Fragen zu beantworten und das Fahrzeug zu präsentieren. Viele Kinder nutzten die Gelegenheit, einmal ganz in Ruhe hinter die Fahrzeugtüren zu schauen.

Musik und Sketche in der Aula

Unmengen von Tannengrün wurden in kreative Adventsdekorationen verwandelt.

Auch das musikalische Angebot konnte sich sehen lassen. Bereits auf dem Schulhof wurden Gäste mit Weihnachtsliedern begrüßt: Der kleine Chor des ersten und zweiten Schuljahres hatte sich auf dem großen Klettergerüst positioniert und sorgte gleich zum Auftakt für festliche Stimmung.

Ein Höhepunkt folgte in der Aula: Die 3. Klasse präsentierte fünf kleine deutsch-dänische Sketche, die aus einem monatelangen Identitätsprojekt entstanden waren. Hier wurden die Fragen „Was ist typisch deutsch? Was ist typisch dänisch?" erörtert.

Aus bunten Strohhalmen wurden wunderschöne Weihnachtssterne und am Nebentisch verwandelten sich leere Brottüten in luftig-leichte, elegante Sterne. Das Angebot hatte sich der Tonderner Kindergarten ausgedacht.

Die Schülerinnen und Schüler hatten Unterschiede von Nikolaus, Christkind, Weihnachtsmann und „Nisser“ über Weihnachtsbraten und Kartoffelsalat mit Würstchen bis hin zu Tanz oder Stille am Weihnachtsbaum in diesen szenischen Sketchen verarbeitet – und dabei die typischen deutsch-dänischen Begriff-Missverständnisse („hyggelig/hügelig“, „æbleskiver/Apfelscheiben“) gleich mit eingearbeitet.

Weihnachtliche Traditionen gibt es viele. Auch wenn vieles ähnlich ist, so gibt es Unterschiede. Das dritte Schuljahr hatte im Rahmen eines Schulprojekts fünf kleine Szenen erarbeitet.

Zwischen den Szenen spielte Frida Terp aus der 9. Klasse am Klavier und überbrückte die Umbaupausen. Das Publikum dankte mit stehenden Ovationen – nicht nur den Kindern, sondern auch den Lehrkräften Angela Kittel und Frauke Andresen Steiner, die das Projekt begleitet hatten.

Neuntklässlerin Frida Terp überbrückte Pausen mit Klavierspiel und begleitete die Sängerinnen und Sänger auch beim abschließenden Gemeinschaftslied.

Lucia-Mädchen führen zum Abschluss

Die Lucia-Mädchen kurz vor ihrem Einzug in die Schulaula.

Zum Abschluss zog ein Zug von Lucia-Mädchen singend durch das Schulgebäude und führte Kinder und Eltern in die Aula. Dort stimmten alle gemeinsam ein letztes Lied an – ein feierlicher Ausklang für einen Nachmittag, der für viele Gäste – wie eingangs erwähnt – viel zu schnell vorüberging.