Deutsche Minderheit

Weihnachtsfeier mit viel Musik und Geschichten in Hoyer

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Marlies Zimmer (im Hintergrund) las Theodor Storms Gedichtklassiker über Knecht Ruprecht vor.

Mit deutscher, dänischer und friesischer Weihnachtstradition feierten Mitglieder der deutschen Minderheit und Zugezogene gemeinsam den Advent. Der Sozialdienst und die Kirchengemeinde schufen einen Abend voller Begegnungen, Geschichten und gemeinsamer Lieder – mit Blick auf ein lebendiges Miteinander in Hoyer.

Der Sozialdienst Hoyer und die Kirchengemeinde hatten zum Beisammensein ins „Højer Hus“ eingeladen. Gut 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erlebten am Montag dort eine stimmungsvolle Weihnachtsfeier mit gemeinsamem Gesang sowie der Lesung von Gedichten und Geschichten.

Regine Wheale sorgte während des festlichen Abends – ergänzt durch ein leckeres Büfett der Versammlungshauswirtin Laila Gubi – für die musikalische Begleitung am Keyboard. Die Vorsitzende des Sozialdienstes in Hoyer, Marlies Zimmer, die zusammen mit einem Vorbereitungsteam die Feier gestaltet hatte, versetzte die Teilnehmerschaft mit Gedichten wie Theodor Storms „Draußen vom Walde komme ich her …“ in eine weihnachtliche Atmosphäre.

Der friesische „Jülbom“

Auf Föhr ersetzte in der Weihnachtszeit früher ein „Jülbom“ den Tannenbaum in den Wohnstuben. Georg Steigleder präsentierte ein Exemplar.

Sehr gut kam auch die Lesung kurzer Geschichten über Solidarität, Habgier und Optimismus an – Themen, die gerade in der aktuell angespannten Lage in Europa viele berührten.

Der gebürtige Föhrer Georg Steigleder stellte zudem den friesischen „Weihnachtsbaum“, den „Jülbom“, vor, der auf den benachbarten Inseln mangels passender Nadelbäume verbreitet war. „Ausgestattet mit vier Kerzen, hölzernen Figuren als Symbolen für Seefahrt und Landwirtschaft sowie Äpfeln und Rosinen für die Kinder als Geschenke, wurde mit dem Jülbom gefeiert“, so Steigleder über den bescheidenen Festschmuck des 19. Jahrhunderts.

Zugaben gefordert

Regine Wheale am Keyboard

Jørn Philipsen dankte dem Vorbereitungsteam für die schöne Feier. Er warb zugleich für ein Engagement im Vorstand des Sozialdienstes, damit die Tradition gemeinsamer Veranstaltungen weiterleben kann.

Das gemeinsame Singen traditioneller Weihnachtslieder – darunter auch dänische Stücke – kam so gut an, dass Regine Wheale noch mehrere Zugaben spielte. Während der Feier wurden an kleinen Ständen kunsthandwerklicher Schmuck, Honig und weitere mögliche Geschenke angeboten.