Deutsche Minderheit

Umfrage: Wie sieht das Knivsbergfest der Zukunft aus?

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Knivsbergfest
Das Familienfest der deutschen Minderheit ist für viele Menschen in Nordschleswig ein fester Programmpunkt im Jahr. Es soll weiter verbessert werden.

Mithilfe einer Umfrage sollen noch mehr Ideen, Anregungen oder Kritik gesammelt werden, um zu evaluieren: Kann das Knivsbergfest so bleiben, wie es ist, oder braucht es Veränderungen? Friederike „Lulu“ Kuhrt, Teamkoordinatorin der Bildungsstätte Knivsberg, sagt klar: Wir wollen uns weiterentwickeln.

Nach dem Knivsbergfest ist vor dem Knivsbergfest: Das größte Fest der deutschen Minderheit wird Ende August auf den Prüfstand gestellt, wenn der Knivsbergfest-Ausschuss zusammenkommt, um das jährliche Highlight zu evaluieren.

Das Gremium, das aus Mitgliedern aller Verbände der deutschen Minderheit besteht, soll sich die Frage stellen, wie sich das Fest entwickelt und wie es besser werden kann.

Dazu haben die Organisatorinnen und Organisatoren vom Deutschen Jugendverband für Nordschleswig eine Umfrage auf die Webseite des Knivsbergfestes gestellt – denn alle sind gefragt. Sie ist unter knivsbergfest.dk/umfrage/ zu finden.

Friederike „Lulu“ Kuhrt, die sich bei der Bildungsstätte Knivsberg um Projekte kümmert, fasst es gegenüber dem „Nordschleswiger“ zusammen: „Wir wollen überlegen, in welcher Form das Knivsbergfest stattfinden soll, warum wir die aktuelle Form haben und ob diese Form auch die richtige ist.“ Man wolle natürlich nicht alles ändern, „aber wir wollen uns weiterentwickeln“, sagt sie.

Wie sieht das Knivsbergfest der Zukunft aus?

Die Frage sei: Wo wollen wir mit dem Knivsbergfest in den kommenden Jahren hin? Dafür ist auch der Input von Verbänden, Besucherinnen und Besuchern wichtig. „Wir möchten gerne allen die Möglichkeit geben, sich zu äußern“, sagt Kuhrt. „Es ist ein Fragebogen mit sieben Fragen, mit teilweise vorgegebenen, aber auch freien Antwortmöglichkeiten.“

Dazu gehören Fragen wie:

  • Für wen feiern wir das Knivsbergfest?
  • Was ist für dich das Knivsbergfest?
  • Was darf auf dem Knivsbergfest nicht fehlen?

Zudem gibt es die Möglichkeit, in einem Kommentarfeld noch ausführlicheres Feedback zu geben.

Der Termin direkt nach dem Knivsbergfest 2025 bedeute aber nicht, dass es nur um das vergangene Fest gehe. „Es ist nicht nur Evaluation dieses Jahres, sondern vom großen Ganzen.“

So soll sich auch mit den Verbänden zusammengesetzt und geschaut werden: Ist die Verbandsallee noch das, was wir uns alle wünschen?

Besseres Angebot für Jugendliche

Friederike Schmidt, Friederike Kuhrt
Friederike „Lulu“ Kuhrt ist an der Organisation des Knivsberfestes maßgeblich beteiligt.

Wie sieht es mit der Aufgabenverteilung aus? Hier sieht Friederike Kuhrt auch mit Blick auf die Mitgliederzahlen und das Ehrenamt Optimierungsbedarf: „Für den Jugendverband als Organisator ist das nicht ideal, dass wir viel Arbeit haben, uns aber selbst gar nicht vorstellen können. Dafür gibt es keine Kapazitäten.“

Auch bestimmte Programmbereiche müsse man kritisch hinterfragen. „Das sind zum Beispiel die Jugendlichen. Wir treffen da nicht so richtig den Nerv mit dem Angebot“, sagt die Projektkonsulentin.

So würden die 0. bis 5. Klassen natürlich Fußball spielen oder im Bastelzelt sein, aber für die Jugendlichen gebe es nicht so viel Unterhaltung. Für die Älteren fehle ein Gesamtkonzept.

Man müsse sich auch die Frage stellen, ob das Fest nicht stärker dazu beitragen kann, die Arbeit der Ehrenamtlichen zu würdigen und ihnen selbst ein besonderes Fest zu bieten.

Kein „Das haben wir schon immer so gemacht“

Auch die Grundfesten des Festivals sollen evaluiert werden. „Ist das Muldenprogramm zu lang, muss Punkt A weg und dafür Punkt B hin oder kann alles so bleiben?“, fragt Kuhrt. Viele Programmpunkte seien für manche Gruppen „enorm wichtig“ – etwa die Gedenkfeier.

„Wir sind komplett ergebnisoffen, aber wir wollen auch nicht einrosten. Wir wollen dieses ‚Das haben wir schon immer so gemacht‘ aushebeln“, so Kuhrt. „Wir haben beispielsweise das DGN-Zelt erst seit zwei Jahren. Warum haben wir das vorher noch nicht gemacht?“

Vom Programm bis zu den Ressourcen gibt es somit einiges zu bedenken und zu prüfen. Wer helfen möchte, einen externen Blick auf die Dinge zu geben, kann die Umfrage ab jetzt ausfüllen.