Kommunalwahl 2025

Traumergebnis in Tondern: Die SP bleibt auf dem Teppich

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Laut Prognose würde es für die vierköpfige SP-Fraktion im Stadtrat in Tondern allerhand Verstärkung geben. Leif Hansen, Louise Thomsen Terp, Randi Damstedt und Bürgermeister Jørgen Popp Petersen (v. l.) kandidieren alle wieder und bilden das Spitzenteam der Liste S in Tondern.

Laut einer aktuellen Umfrage würde die Schleswigsche Partei am 18. November mit sensationellen 26,6 Prozent die größte Fraktion mit neun Sitzen im Tonderner Stadtrat werden. Der amtierende Bürgermeister Jørgen Popp Petersen, Fraktionschefin Louise Thomsen Terp und der Parteichef Christian Andresen staunen nicht schlecht.

Wenn Epinion das Ergebnis vorhersagen könnte, würde die Schleswigsche Partei (SP) in Tondern bei der Kommunalwahl am 18. November einen wahren Höhenflug erleben. Die SP käme demnach auf 26,6 Prozent der abgegebenen Stimmen, was neun Mandaten entspräche – mehr als eine Verdopplung im Vergleich zu den derzeitigen vier Sitzen.

Die Zahlen beruhen aber „nur“ auf einer Umfrage, die Epinon für „Dit valg. Vores Danmark“ durchgeführt hat. Die Initiative wird vom Constructive Institute und mehreren Stiftungen mitgetragen. Die Befragung fand im Zeitraum vom 4. September bis zum 13. Oktober statt.

Bewahrheitet sich das Ergebnis der Umfrage auch nur teilweise, würde sich die Schweinezuchtkrise von Bürgermeister Jørgen Popp Petersen nicht negativ auf das Abschneiden der Schleswigschen Partei auswirken. Sie kam einen Tag nach dem Umfragestart an die Öffentlichkeit.

Zumindest nicht nach Auffassung von 498 der befragten 1.115 Wählerinnen und Wähler, die in der Kommune Tondern an der Wahlumfrage teilnahmen. Die 498 Personen (41 Prozent) hatten sich entschieden, wo sie ihr Kreuz setzen. 44 Prozent wiederum sind sich noch im Zweifel. Sechs Prozent gaben an, gar nicht zur Wahl gehen zu wollen.

 

Das Resultat verblüffte Vertreterinnen und Vertreter der Schleswigschen Partei in der Kommune Tondern gleichermaßen. „Der Nordschleswiger“ befragte dazu zwei der vier Spitzenkandidierenden und den Kommunalvorsitzenden der Schleswigschen Partei in der Kommune Tondern, Christian Andresen. 

Alle drei staunten nicht schlecht, erinnerten aber daran, dass es sich nur um eine Umfrage handelt.

„Das gibt es nicht“, entfuhr es dem SP-Parteichef Christian Andresen bei Bekanntwerden des Ergebnisses der Umfrage. „Das ist aber Wunschdenken. Ich halte an meinen sechs Mandaten fest und lasse mich nur von der Realität überzeugen.“

„Das Ergebnis der Umfrage könnte auch die Zufriedenheit der Wählerinnen und Wähler mit der geleisteten Arbeit der Schleswigschen Partei mit mir als Bürgermeister zum Ausdruck bringen“, meinte wiederum Jørgen Popp Petersen.

Mehr Stimmen gewinnen

„Es ist natürlich nur eine Umfrage, aber ich freue mich sehr über das Ergebnis. Man scheint zufrieden zu sein. Wenn wir das gleiche Ergebnis wie bei der letzten Wahl vor vier Jahren erzielen, ist es enttäuschend. Es müssen mehr Stimmen gewonnen werden“, zeigt sich Popp Petersen kämpferisch.

Mit Freude, gepaart mit Nüchternheit, kommentiert die Fraktionschefin der SP, Louise Thomsen Terp, das Ergebnis: „Das hört sich spannend, wirklich wild und krass an. Es würde eine ganz andere Zusammensetzung des Stadtrats geben, wenn das Ergebnis so ausfallen sollte.“ 

Sie verhalte sich in Bezug auf Wahlumfragen eher zurückhaltend. Wahlumfragen seien schwer zu durchschauen. Bis zur Wahl könne sich noch so vieles ändern. „Schön ist aber die gezeigte Unterstützung“, freut sich die Fraktionschefin.

Weitere prognostizierte Gewinne

Auf der Gewinnerstraße würde sich auch die Dänische Volkspartei mit dem Zugewinn eines Mandats und damit zwei Kräften im Stadtrat begeben. Die Dänemarkdemokraten würden sogar mit drei Personen neu in den Stadtrat einziehen. Die Konservativen würden dafür eines ihrer beiden Mandate verlieren. 

Während die Umfrage der Schleswigschen Partei einen triumphalen Sieg voraussagt, geht es für zwei andere bürgerliche Parteien auf eine herbe Talfahrt. Ohne ihren Stimmenmagneten 2021, Henrik Frandsen, würde die Tønder Listen mit ihrer Spitzen- und Bürgermeisterkandidatin Anita Uggerholt Eriksen von neun auf drei Mandate zurückfallen. Venstre würde fünf ihrer derzeit neun Mandate verlieren. 

Auch die Liberale Allianz würde mit zwei Mandaten nach einer Zwangspause laut Umfrage wieder in den Stadtrat einziehen. 

Trotz eines Mandatsgewinns der Sozialistischen Volkspartei auf zwei Sitze und eines unveränderten Ergebnisses der Sozialdemokraten mit fünf Mandaten gäbe es im Stadtrat weiterhin eine deutliche bürgerliche Mehrheit. 

So soll die Umfrage gedeutet werden

Die Zahlen aus der Umfrage sind mit Vorsicht zu genießen. Dies liegt vor allem daran, dass fast die Hälfte der Wählerinnen und Wähler angibt, dass sie zwar wählen gehen, aber noch nicht entschieden haben, wem sie ihre Stimme geben werden.

Sie zeigt also ausschließlich den aktuellen Stand bei der Hälfte der Wählerschaft, und auch diese Hälfte kann ihre Meinung noch ändern. Die Parteien und Listen können somit im Wahlkampf noch etliche Stimmenanteile gewinnen und verlieren.

Hinzu kommt die statistische Unsicherheit, die in der Grafik abzulesen ist. Sie unterscheidet sich von Partei zu Partei. In Tondern (Tønder) liegt sie für die SP bei 3,9 Prozentpunkten. Der Wert für die Partei liegt somit zwischen 22,7 und 30,5 Prozent.

In Hadersleben (Haderslev) liegt die SP zwischen 0,7 und 3,3 Prozent, in Sonderburg (Sønderborg) zwischen 2,1 und 5,5 Prozent und in Apenrade (Aabenraa) zwischen 4,3 und 9,1 Prozent.

Diese Unsicherheiten bedeuten auch, dass die berechneten Mandatzahlen mit noch größerer Vorsicht zu genießen sind. „Der Nordschleswiger“ hat sie auf Grundlage der Umfrage mithilfe eines Rechners nach der D’Hondt-Methode berechnet. Die Wahlbündnisse sind in dieser Berechnung berücksichtigt.

Selbst kleine Verschiebungen bei den Prozentzahlen können zu einer anderen Mandatsverteilung führen.