Deutsche Minderheit

SP-Politiker Kurt Asmussen glaubt felsenfest an das Fortbestehen der Schule in Rapstedt

Veröffentlicht Geändert
Kurt Asmussen ist gewillt, seines dazu beizutragen, die Schließung der Deutschen Schule Rapstedt zu verhindern (Archivfoto).

Dass eine Schließung der deutschen Einrichtungen in Rapstedt und Lunden aus wirtschaftlichen Gründen und mangels Perspektiven empfohlen wurde, sei nachvollziehbar, sagt Kurt Asmussen. Der SP-Politiker möchte dennoch alles Erdenkliche tun, um der Deutschen Schule Rapstedt bei der Existenzsicherung zu helfen.

Auch er sei negativ überrascht worden, so Kurt Asmussen, Stadtratsmitglied der Schleswigschen Partei (SP), zu der Meldung, dass der Deutsche Schul- und Sprachverein für Nordschleswig (DSSV) die Schließung der Kindergärten und Schulen in Lunden und Rapstedt empfiehlt – aus wirtschaftlichen Gründen und aufgrund fallender Kinderzahlen.

In Pepersmark (Pebersmark) aufgewachsen, besuchte Kurt Asmussen als Kind die Deutsche Schule Buhrkall (Burkal). Er war selbst Schüler einer kleinen Einrichtung. Asmussen engagiert sich als Vorsitzender des Dörfervereins „Rens Egnsråd“, und die Stärkung des ländlichen Raums ist sein politisches Steckenpferd. Umso mehr bedaure er die empfohlenen Schul- und Kindergartenschließungen, und er wolle alles dafür tun, das Aus der Rapstedter Schule zu verhindern, so Asmussen in einer Antwort an den „Nordschleswiger“.

Alle Möglichkeiten ausschöpfen

„Ich habe am selben Abend, als die Nachricht publik wurde, mit Mitgliedern des Rapstedter Schulvorstandes Kontakt aufgenommen, um meine Hilfe anzubieten. Gleichzeitig habe ich beim Kommunaldirektor angefragt, welche Möglichkeiten wir vonseiten der Kommune haben, um das Fortbestehen der Schule zu sichern. Es gibt insgesamt vier Ansätze, mit denen die Kommune eine Privat- oder ,Friskole’ unterstützen kann. Diese Punkte habe ich an Jan Röhrig weitergeleitet, und wir werden demnächst gemeinsam erörtern, wo wir ansetzen können. Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass wir in Zusammenarbeit mit Vorstand, Schulleitung und hoffentlich der Kommune ein Konzept präsentieren können, mit dem es in Rapstedt weitergeht.“

Die Schleswigsche Partei hat für den Erhalt kleiner Einrichtungen jahrelang die Losung herausgegeben: „Kurze Beine, kurze Wege“. Der jüngste Ansatz des DSSV mit den ins Spiel gebrachten Schließungen in Rapstedt und Lunden scheint da im Widerspruch zu stehen. Einen Widerspruch sieht Kurt Asmussen allerdings nicht. 

Nicht nur an der Rapstedter Schule bangt man um das Fortbestehen.

„Ich habe mit Bernd Søndergaard (Hauptgeschäftsführer des Bundes Deutscher Nordschleswiger, red. Anm.) telefoniert und mir den Sachverhalt schildern lassen. Wenn man nüchtern und wirtschaftlich die Sache betrachtet, kann man im Ansatz die Entscheidung nachvollziehen“, sagt der SP-Politiker. 

Herzschlag der Minderheit

„Wir dürfen aber nicht vergessen, dass die finanzielle Lage innerhalb des DSSV teils selbst verschuldet ist, und jetzt wird der Hammer herausgeholt, und Institutionen, die Jahrzehnte bestanden haben und dies mit weitaus kleineren Schülerzahlen, sollen geopfert werden. Unsere Schulen und Kindergärten sind der Herzschlag der Minderheit“, so der Pepersmarker, der ergänzt: „Vieles kann man der Minderheit nehmen – Sportvereine, Zeitung, Bibliotheken, Sport- und Kulturzentrum – und wir haben immer noch unsere Identität und Berechtigung. Fängt man jetzt aber den Aderlass an unseren Kindergärten und Schulen an, verlieren wir unser wichtigstes Zugehörigkeitsmerkmal.“ 

Angesichts der angespannten finanziellen Lage wirft Asmussen die Frage auf: „Wann ist das Sparprogramm durch? Müssen andere Kindergärten und Schulen zittern, dass sie die nächsten sind?“