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Sozialdienst Bezirk Apenrade: Auf Tour zu Dänemarks braunem Gold und bunter Kunst

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„Sirenens Svalesang“ – der Schwanengesang der Sirene – ist eines der neuesten Kunstwerke, die von den Fassaden und Giebeln der Stadt Brande prangen. Das Kunstwerk aus dem Jahr 2018 stammt von Gregor Wosik und Marion Ruthardt.

Ein gemeinsamer Ausflug von fünf Sozialdienstvereinen zu Dänemarks einst wichtigstem Braunkohlerevier und den berühmten Giebelgemälden führt nach Mittjütland.

Für den 18. September ist ein ganztägiger Ausflug der fünf Sozialdienstvereine im Bezirk Apenrade (Aabenraa) geplant, der Interessierten eine spannende Reise in die Geschichte und Kultur der Region bietet. Ziel ist das Braunkohlerevier Søby, südlich von Herning, sowie die Stadt Brande mit ihren berühmten Giebelgemälden.

Dass in Dänemark überhaupt jemals Braunkohle gefördert wurde, ist heutzutage sicherlich nur noch wenigen bekannt. Das Kohleabenteuer währte jedoch auch nur kurz. Das Søby-Revier war von 1940 bis 1970 zudem die einzige Braunkohleförderung in Dänemark. In dieser Zeit arbeitete hier eine Belegschaft von bis zu 2.000 Personen, meist Männer, unter teils äußerst gefährlichen Bedingungen im Tagebau. Die Arbeit war körperlich sehr hart und die Förderung des „braunen Goldes“ versorgte zahlreiche Haushalte in ganz Dänemark mit lebenswichtigem Brennstoff.

Die Sozialdienst-Vereine im Bezirk Apenrade:

Eine bedeutende Epoche der Industriegeschichte

Gruppenbild mit Schaufel: Der Kohletagebau in Søby war ein harter Job.

Heute erinnert das Braunkohlemuseum Søby mit originalen Hütten, Werkzeugen und Nachbauten an diese bedeutende Epoche der dänischen Industriegeschichte.

„Der Ausflug bietet die Möglichkeit, nicht nur historische Fakten zu erfahren, sondern auch das harte Leben und Arbeiten jener Zeit nachzuvollziehen“, sagt Elke Carstensen vom Sozialdienst Tingleff (Tinglev), die dem Organisationsteam angehört. „Das Museum schafft es, die Geschichte anschaulich und greifbar zu machen.“

Im Anschluss steht ein Besuch in dem Ort Brande auf dem Programm, wo eine entspannte Mittagspause mit einem gemeinsamen Imbiss geplant ist. „Gut gesättigt und etwas erholt, kommen wir dann zum zweiten Höhepunkt des Tages: Wir werden uns die Fassaden- und Giebelmalereien der Stadt ansehen“, erläutert Carstensen das weitere Programm.

Nach dem Ende des Kohleabbaus blieb nur eine große Sandwüste übrig. Inzwischen hat sich die Natur schon große Teile zurückerobert.

Brande ist mehr als nur ein Bahnhof

Als Eisenbahnknotenpunkt spielte Brande in der Industrialisierung Mittjütlands eine wichtige Rolle. Auch heute ist die kleine Stadt Standort verschiedener größerer Unternehmen. Brande erlangte 1968 landesweite Aufmerksamkeit durch die künstlerische Gestaltung zahlreicher Hausfassaden. Die sogenannten Giebelgemälde, entstanden durch das Künstlerkollektiv „Murens Mænd“, gelten als die ersten ihrer Art in Dänemark und sind ein bedeutendes Zeugnis moderner Kunst im öffentlichen Raum. Zu den bekannten Werken zählen „Alice im Wunderland“ und „Sirenens Svalesang“. Eine geführte Tour gibt Einblick in die Hintergründe und Motive dieser Kunstwerke.

„Die Kombination aus Industriegeschichte und Kunst macht den Ausflug besonders vielseitig und interessant“, erläutert Irmgard Hänel vom Donnerstagsclub Rothenkrug, die wie Elke Carstensen zum Orga-Team gehört. „Wir freuen uns auf viele Teilnehmende, die diesen besonderen Tag mit uns erleben möchten.“

„Alice im Wunderland“ wurde 2016 von der Italienerin Vera Bugatti und dem Mexikaner Carlos Alberto Garcia Hernandez geschaffen.

Kleiner Nachtrag

Alle Mitglieder der fünf Vereine erhalten Ende Juli eine schriftliche Einladung mit genauen Angaben zum Ablauf der Fahrt, Bezahlung und Anmeldung.

Red. Anm.: Der Nachtrag wurde am 9. Juli hinzugefügt.