Deutsche Minderheit

Sachbeschädigung im Rapstedter Kindergarten mit fadem Beigeschmack

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Im Deutschen Kindergarten Rapstedt fanden Mitarbeitende Montagfrüh herausgerissene Blumen, umgekippte Kübel und demolierte Gegenstände vor. Die ungebetenen Gäste hinterließen auch ein Hakenkreuz an einer Schuppentür.

Den ganz großen Vandalismusschaden gab es zum Glück nicht, ein Hakenkreuz sorgt aber für Verärgerung und Kopfschütteln – nicht nur bei den deutschen Einrichtungen in Rapstedt, sondern auch im Bürgerverein.

Montagmorgen wurde der Unsinn im Deutschen Kindergarten Rapstedt entdeckt: Im Laufe des Wochenendes sind auf dem Gelände Blumenkübel umgeworfen und Vorrichtungen beschädigt worden.

Es sei immer ärgerlich, wenn sich Leute – meist jüngere – zu solchen gedankenlosen Sachbeschädigungen hinreißen lassen, so Jan Röhrig, Leiter der benachbarten deutschen Schule. Schlimm sei in diesem Fall allerdings, „dass auf eine Schuppentür ein Hakenkreuz gekritzelt wurde“, so der Schulleiter.

Dass das Nazisymbol etwas krumm mit einem weißen Stein oder Ähnlichem gemalt wurde und darauf schließen lässt, dass unbedarfte Jugendliche dahinterstecken, könne die Entrüstung nur bedingt schmälern, so Röhrig, der den Fall im Namen des Kindergartens der Polizei gemeldet hat.

Ein Hakenkreuz an einer Schuppentür im Deutschen Kindergarten Rapstedter sorgt für Kopfschütteln.

„So etwas sollte in der heutigen Zeit in Nordschleswig nicht mehr vorkommen“, meint Jan Röhrig.

Nicht dramatisieren, aber ernst nehmen

Das sagt auch Thomas Juhl, Vorsitzender des Rapstedter Bürgervereins. Man sollte den Vorfall nicht überbewerten, da das Hakenkreuzsymbol eher unauffällig und unbedacht auf die Pforte gebracht wurde. Ignorieren dürfe man es aber auch nicht.

„So etwas ist nicht in Ordnung. In Rapstedt gibt es seit vielen Jahren ein gutes Verhältnis von Deutsch und Dänisch. Das soll so bleiben“, sagt Juhl.

Auch wenn Kinder oder Jugendliche dahinterzustecken scheinen, die sich über die Tragweite solcher Symbole womöglich nicht im Klaren sind, „werden wir den Zwischenfall im Vorstand besprechen. Denkbar ist, dass wir auf unserem Social-Media-Account darauf hinweisen und Eltern dazu auffordern, ihre Kinder über derartige Unarten aufzuklären. Vielleicht macht es auch noch die dänische Schule über ihr internes System“, so Thomas Juhl, mit der Hoffnung, dass solch eine Schmiererei eine Ausnahme bleibt.

Die ungebetenen Gäste demolierten unter anderem eine hölzerne Vorrichtung.