Verkehr

Parkplatznot am Kindergarten: Vorerst keine Lösung

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Drei Autos – mehr passen nicht auf die Parkfläche zum Kurzzeitparken vor dem Kindergarten.

Am Kindergarten Jürgensgaard gibt es drei ausgewiesene Parkplätze. Zu wenig, wenn morgens und am Nachmittag die Kinder dort abgeholt werden. Die bisherige Lösung funktioniere, berichtet der Kindergartenleiter, macht sich aber trotzdem Sorgen um Eltern und Kinder. Nachbarinnen und Nachbarn wünsche sich eine Neuregelung.

Seit 1954 liegt am Apenrader Jürgensgaard der deutsche Kindergarten. Hunderte Kinder haben dort einen Teil ihrer Kindheit verbracht. So ist es auch noch heute.

Parkplatzmangel vor dem Kindergarten

Die Kleinen werden von den Eltern am Morgen dorthin gebracht und von den Mitarbeitenden liebevoll in Empfang genommen. Ein großer Teil der Jungen und Mädchen wird allerdings mit dem Auto dort hingefahren. Es gäbe keine Herausforderung, wenn dies peu à peu geschehen würde. Morgens gegen 8 Uhr und nachmittags, wenn die Kleinen wieder abgeholt werden, kommen viele zur selben Zeit. Das sorgt für Behinderungen.

Verschärft wurde das Parkaufkommen durch die Zusammenlegung des Kindergartens mit dem Deutschen Kindergarten Margrethenweg, dessen Kinder ebenfalls seit einigen Jahren am Jürgensgaard abgegeben werden.

Enge Straßenverhältnisse

Eine erste Lösung waren Kurzparkplätze, die vor dem Kindergarten eingerichtet wurden. Da es davon nur drei gibt, parken die Eltern auch gerne auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Da der Jürgensgaard eine relativ schmale Straße ist, kommt es dort zeitweise weiterhin zu Behinderungen.

Anwohnerinnen und Anwohner nutzen neuen Bebauungsplan für Beschwerde

Aktuell hat der Stadtrat den Bebauungsplan für das historische Stadtgebiet angepasst. Die Anwesen dort werden dadurch besonders geschützt. Das haben die Nachbarinnen und Nachbarn des Deutschen Kindergartens Jürgensgaard genutzt, um auf die Parksituation aufmerksam zu machen und Änderungen zu fordern.

Kindergarten reagiert

Der Kindergarten ist sehr aufmerksam auf die Situation, denn „wir sind besorgt, da unsere Kinder diesen Situationen ausgesetzt sind, und die Eltern gut aufpassen müssen“, antwortet Kindergartenleiter Aljoscha Heitsch auf Anfrage des „Nordschleswigers". Eltern und Kinder müssen nämlich die Straße überqueren, wollen sie zum Kindergarten kommen und parken auf der gegenüberliegenden Seite.

Man stehe deshalb in offenen und guten Austausch mit der Elternschaft und weise fortlaufend auf die Problematik hin und bitte um Rücksicht und Vorsicht, so Heitsch weiter. Das Personal der Institution sei angewiesen worden, in der nahen Umgebung zu parken.

DSSV im Kontakt mit der Kommune

Der Deutsche Schul- und Sprachverein für Nordschleswig (DSSV) ist Träger des Kindergartens und steht wegen der Parkplatzsituation in engem Kontakt mit der Kommune.

„Wir sind über die letzten Jahre mehrfach mit Nachbarn des Kindergartens im Dialog gewesen – sowohl schriftlich als auch im direkten Austausch im Kindergarten. Hier haben wir uns auch in Teilbereichen annähern können – müssen aber feststellen, dass wir und Teile der Anwohnerschaft in grundsätzlichen Fragen weiterhin weit auseinander liegen“, antwortet DSSV-Geschäftsführer Stefan Sass auf Anfrage.

Änderungen bislang nicht möglich

Allerdings lässt sich kaum etwas verändern. Zwar gibt es die Rahmenbauvorschrift, dass Institutionen – je nach Größe – über eine bestimmte Anzahl Parkplätze verfügen muss. Doch diese Vorschrift gilt nur für Neubauten und gilt nicht für den Kindergarten Jürgensgaard, der dort seit Jahrzehnten liegt.

Ein Mehr an Parkplätzen auf dem Gelände kann deshalb nicht gefordert werden, so die Kommunalverwaltung, die sich mit der Situation befasst hat.

Straßenbaubehörde mit Auftrag

Bleibt demnach nur, auf der Straße für mehr Parkraum zu sorgen. Dafür ist jedoch nicht mehr die Kommune zuständig, die den Auftrag das Problem zu lösen an die zuständige Straßenbaubehörde weitergegeben hat.

Dort arbeite man daran, habe aber noch keine konkreten Lösungsvorschläge, heißt es auf Anfrage.

Lösungen an anderen Orten

In anderen Institutionen mit einer ähnlichen Herausforderung werden verschiedene Lösungen versucht:

  • Parkplätze in der Nähe werden mitgenutzt;
  • Eltern werden ermutigt, Fahrräder oder Lastenräder zu nutzen;
  • nahegelegene Straßen werden als zeitbegrenzte Elternhaltezonen eingerichtet.
Das Foto eines Anwohnenden zeigt die Parksituation vor dem Kindergarten am Morgen.