Politik

Neue Hoffnungen: Kontaktausschuss besucht deutsche Minderheit

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Hinrich Jürgensen begrüßt Jesper Petersen am DGN.

Die Umstrukturierung des Kontaktausschusses bringt neue Rahmenbedingungen für die Zusammenarbeit mit der deutschen Minderheit. Ein Besuch in Nordschleswig macht deutlich: Der enge Austausch bleibt Grundlage für eine konstruktive Beteiligung – auch ohne formelle Mitgliedschaft.

Mit dem Besuch einer Delegation des neuen Kontaktausschusses für die deutsche Minderheit in Nordschleswig beginnt ein wichtiger neuer Abschnitt in der Zusammenarbeit zwischen der Minderheit und dem dänischen Parlament. Ziel des Treffens: den Dialog vertiefen, die Lebensrealität der deutschen Minderheit besser verstehen – und nicht zuletzt neuen Ausschussmitgliedern die Möglichkeit geben, persönliche Eindrücke vor Ort zu sammeln.

Denn der Ausschuss hat sich nicht nur personell verändert, sondern auch strukturell: Seit dem vergangenen Herbst ist er als Unterausschuss des Folketings organisiert. Das bringt neue Herausforderungen mit sich – vor allem die Frage, wie echte Teilhabe der Minderheit aussehen kann, wenn sie formal kein Mitglied des Gremiums mehr ist.

Hoffnung auf effektivere Zusammenarbeit

Diesen Kompromiss ist die Minderheit bewusst eingegangen. Die Hoffnung: In der neuen Struktur lässt sich eine effektivere Zusammenarbeit realisieren. Doch das bedeutet auch, dass die Minderheit umso stärker darauf angewiesen ist, dass der Ausschuss den Kontakt zur Minderheit aktiv sucht.

Genau das betont auch der Ausschussvorsitzende Jesper Petersen (Sozialdemokratie) beim Besuch in Nordschleswig, wo drei Schülerinnen die Delegation am Freitagmorgen durch das deutsche Gymnasium geführt haben. In einem kurzen Interview sagt Petersen: „Damit wir überhaupt arbeiten können, müssen wir den engen Dialog mit der deutschen Minderheit suchen.“

Mitglieder des Kontaktausschusses besuchen die Minderheit in Nordschleswig.

Für ihn steht fest, dass die Minderheit auch ohne formelle Mitgliedschaft fest in die Ausschussarbeit eingebunden werden muss. „Deshalb ist es entscheidend, dass ihre Vertreter zu unseren Sitzungen eingeladen werden.“

Natürlich werde es – wie in jedem anderen Ausschuss auch – Phasen geben, in denen sich die Abgeordneten untereinander abstimmen. Doch gerade in Bezug auf die deutsche Minderheit sei eine andere Arbeitsweise als in anderen Ausschüssen gefragt. „Wir können schlichtweg nicht arbeiten, ohne die Minderheit einzubeziehen“, stellt Petersen klar.

Auch Frederik Bloch Münster (Konservative), Vize-Vorsitzender des Ausschusses und neu in der Runde, unterstreicht die Bedeutung eines strukturierten Austauschs: „Als Nächstes geht es darum, einen gemeinsamen und festen Rhythmus zu finden“, sagt der Esbjerger. „Wir müssen wissen, wie es der Minderheit geht und was sie bewegt. Nur so können wir sinnvoll unterstützen.“

Wunsch nach fester Einbindung

Das begrüßt Harro Hallmann, Leiter des Sekretariats der deutschen Minderheit in Kopenhagen. Sein Wunsch: „Es wäre schön, wenn wir einen Rahmen schaffen, in dem wir fester Bestandteil der Ausschussarbeit sind.“ Dabei gehe es nicht nur um die Teilnahme an Sitzungen, sondern etwa auch darum, bei der Festlegung der Tagesordnung eingebunden zu werden.

Inhaltlich ist die Agenda der Minderheit gut gefüllt. Es braucht Prioritäten. Hallmann hat dazu bereits konkrete Vorstellungen. Eines der aktuellen Anliegen bringt er am Freitagnachmittag ein – bei der ersten Ausschusssitzung überhaupt auf dem Knivsberg: Nachdem Schleswig-Holstein die Förderung des Deutschen Museums erhöht hat, hofft die Minderheit nun, dass auch Dänemark nachzieht.