Deutsche Kindergärten Apenrade

Neue Distriktleitung soll Ruhe in den Kindergartenbereich bringen

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Die Deutschen Kindergärten Apenrade bilden die größte Kindergarten-Einheit des DSSV. Aber nicht in allen Einrichtungen läuft es rund.

Wechselndes Personal, verärgerte Eltern, rote Zahlen: Wie können die Wogen in den deutschen Kindergärten in Apenrade wieder geglättet werden? Um eine Lösung für die angespannte Situation in einigen der Einrichtungen zu finden, hat sich der DSSV als Dachverband der Kindergärten eingeschaltet. Hoffnung setzt man nun in die neue Distriktleitung.

„Uns ist wichtig, eine Kultur des Vertrauens wiederzuerlangen“, sagt der neue Geschäftsführer des Deutschen Schul- und Sprachvereins für Nordschleswig (DSSV), Lasse Tästensen, im Interview mit dem „Nordschleswiger“.

Für dieses Ziel spielt eine neue Stellenausschreibung eine Schlüsselrolle: In den vergangenen Wochen haben die Deutschen Kindergärten Apenrade (DKA) gemeinsam mit dem Dachverband ausgearbeitet, welche Fähigkeiten die neu zu besetzende DKA-Distriktleitung mitbringen soll.

Neubesetzung so bald wie möglich

Der DSSV möchte die seit August vergangenen Jahres vakante Stelle im Februar ausschreiben, und wenn alles gut läuft, im Mai neu besetzen.

Nachdem die DKA und Morlyn Frenzel Albert sich im Sommer getrennt haben, ist Frenzel Alberts Vorgängerin Heidi Ulrich aus dem Ruhestand zurückgekehrt, um die Distriktleitung bis auf Weiteres wieder kommissarisch zu übernehmen.

Mit Lasse Tästensen hat der DSSV seit Oktober 2024 einen Geschäftsführer.

Mit externer Hilfe haben die Verantwortlichen vom DSSV und den DKA das Profil der Distriktleitung geschärft. Nicht zuletzt, um auf eine Schieflage zu reagieren, die einigen Einrichtungen der DKA seit Monaten zu schaffen macht.

Was ist los in den DKA?

Sowohl Frenzel Albert selbst als auch DSSV und DKA betonen, im Guten auseinandergegangen zu sein. Dass es im Bereich Apenrade zuletzt außerordentlich viele Personalwechsel gegeben hat, sorgt in der Elternschaft dennoch für Unruhe.

Zu diesem Unbehagen trägt auch das große finanzielle Minus bei, das erwirtschaftet wurde und den DSSV als Dachorganisation in die Verantwortung zieht.

Selbst nach mehreren Leitungswechseln in einzelnen Kindergärten erreichen die „Nordschleswiger”-Redaktion weiterhin verärgerte Elternstimmen, vor allem aus den Einrichtungen in Rothenkrug (Rødekro), Tingleff (Tinglev), Bülderup (Bylderup) und Rapstedt (Ravsted).

Dabei bleibt es nicht bei Klagen über häufige Personal- und Leitungswechsel. Es wird auch berichtet, dass immer mehr Eltern ihre Kinder aus den Kindergärten abgemeldet haben.

Wegen der angespannten Situation im Bereich der DKA sind wir uns unserer Verantwortung bewusst.

Lasse Tästensen

DSSV in der Verantwortung

Normalerweise, so erklärt es Lasse Tästensen, hält sich der DSSV als Dachverband weitestgehend aus den betriebsinternen Angelegenheiten der Kindergarteneinheiten heraus. „Wegen der angespannten Situation im Bereich der DKA sind wir uns unserer Verantwortung bewusst“, sagt er. „Deshalb arbeiten wir zurzeit intensiver als üblich mit den DKA zusammen.“

„Es passiert schon richtig viel“, bekräftigt der Geschäftsführer für den Bereich Kindergärten beim DSSV, Stefan Sass. Aber der DSSV könne nicht von einem Tag auf den anderen alle Probleme lösen. „Wir steuern Entwicklungen.“

In der Suche nach der neuen Distriktleitung liege bereits ein wichtiger Schritt in Richtung zufriedene Kinder, zufriedene Eltern, zufriedenes Personal.

Bereits bei der Vertretertagung des DSSV im April 2024 präsentierte Stefan Sass ein großes Minus im Kindergartenbereich.

Distriktleitung ist die Schnittstelle zwischen Kindergarten und Dachorganisation

„Bei der Ausarbeitung des Profils für die Stelle war uns wichtig, dass die neue Distriktleitung die Fähigkeit mitbringt, gut integrieren zu können“, erklärt Stefan Sass in Bezug auf das Ziel, verlorenes Vertrauen zurückgewinnen zu wollen.

Auch wenn alle Kindergärten eigenständige Einheiten sind, gehören sie einem größeren Konstrukt an – in ihrem Distrikt, dem Dachverband DSSV und nicht zuletzt der deutschen Minderheit in Nordschleswig. Die Distriktleitung ist die Schnittstelle zwischen DSSV und Kindergärten.

Die neue Distriktleitung muss Zahlen in Pädagogik umwandeln können.

Stefan Sass

„Wir wollen, dass Eltern, Personal und alle ganz klar wissen, dass sie zu jeder Zeit zu ihrer Leitung und auch zur Gesamtleitung gehen können, und wenn sie sich dort nicht gehört fühlen, auch zum Vorstand und letztendlich sich an den DSSV wenden können“, erklärt Lasse Tästensen die Fähigkeit des Integrierens.

„Wir bestehen als Minderheit aus ganz vielen Einheiten.“ Wenn etwas im Argen liegt, sei es „wichtig, dass wir diese Informationen auch bekommen, um darauf reagieren zu können“, sagt der Geschäftsführer.

Der oder die Neue muss pädagogisch und betriebswirtschaftlich zugleich denken

Von der künftigen Distriktleitung erhofft man sich nicht nur, dass sie eine bessere Kommunikationskultur lebt. „Die neue Distriktleitung muss Zahlen in Pädagogik umwandeln können“, fasst Stefan Sass die Anforderungen zusammen und meint: Die Person muss ein pädagogisches Profil haben, aber auch einen Betrieb führen können. Dazu gehören das Arbeiten mit dem gegebenen Budget, die Fähigkeit, ein Team, aber auch Leitungen anleiten zu können, um Beständigkeit in den Betrieb zu bringen.

„Es ist Besserung auf dem Weg“, verspricht Sass den Eltern der weiterhin von Unruhe geplagten Kindergärten, die sich fragen, wie es weitergeht. Ein gesondertes Gespräch des „Nordschleswigers“ mit Verantwortlichen aus den DKA zu den konkreten Maßnahmen, die über die Ausarbeitung der neuen Stellenausschreibung hinausgehen, ist für Ende Februar verabredet.

Lasse Tästensen betont, dass die neue Leitung keineswegs einen Scherbenhaufen vorfinden werde. „Wir haben viele tolle Einrichtungen, in denen es richtig gut läuft, und die neue Distriktleitung wird hier mit einem gestärkten Rückgrat starten.“