Deutsche Minderheit

Magnus und die 13 Mädchen: Fröhliche Einschulung an der LAS

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Magnus fand das Spalier, das die Schülerinnen und Schüler der Unterstufe auf dem langen Schulflur gebildet hatten, sichtlich cool.

Mit selbst gebastelten Schultüten, Gesang und guter Laune startete die neue Vorschulklasse an der deutschen Schule in Tondern ins Schulleben – mit einer besonderen Klassenzusammensetzung.

Magnus genoss sichtlich den großen Moment: Mit strahlendem Gesicht schlug er fröhlich in die Hände der „Großen“ ein, die ihm und seinen 13 künftigen Klassenkameradinnen zu Ehren ein langes Spalier im Schulflur gebildet hatten. So könnte der Schultag an der Ludwig-Andresen-Schule gerne jeden Tag beginnen!

Nicht alle seiner neuen Klassenkameradinnen bewegten sich ganz so unbeschwert durch die lebendige Gasse aus jubelnden Kindern: Manche hielten lieber Mamas oder Papas Hand, klammerten sich an ihre Schultüte und wagten sich eher vorsichtig durch die stilisierten Torbögen aus Schülerarmen in Richtung Klassenraum.

Magnus ist an der Nasenspitze anzusehen, dass er es faustdick hinter den Ohren hat. Doch auch er wird in den kommenden Tagen, Wochen und Monaten lernen, dass Mädchen keineswegs „alle gleich“ sind – auch wenn ihre Schultüten auf den ersten Blick diesen Eindruck vermitteln könnten: rosa, pink oder lila, glitzernd, meist mit Einhornmotiven verziert. Seine eigene war dagegen ganz in Blau gehalten – geschmückt mit Fußbällen.

Die ganze Vorschulklasse auf einen Blick – stehend (v. l.): Andrea H. Møller, Norah B. Iwersen, Johanna-Elise Hinz, Nina Maria Bojanic, Frida Andersen, Maya Alkhalil und Olivia Fabricius sowie Vorschullehrerin Manou Passlack – sitzend (v. l.): Magnus Bruhn, Klara Gerda Elisabeth Leopold, Livie Cara Grünwald, Olivia Emilie Horn, Janne Lübeck, Gabriella F.H. Nielsen und Sofia Knoll

Geschlechtsungleiche Klassen sind kein Einzelfall

Die Mädchen und Jungen vom benachbarten Kindergarten verabschiedeten die ehemaligen „Kolleginnen“ und den einen „Kollegen“ mit einem fröhlichen Lied.

Dass ein Junge mit 13 Mädchen eingeschult wird, ist durchaus ungewöhnlich – aber an der Ludwig-Andresen-Schule (LAS) in Tondern kein Einzelfall. Schulleiterin Bonni Rathje-Ottenberg erinnert daran, dass bei der Einschulung der jetzigen 2. Klasse zunächst ebenfalls nur zwei Jungen unter elf Mädchen waren. Einer wechselte zwar später die Schule, aber inzwischen ist die Zahl wieder ausgeglichen.

Die Erfahrung zeige, dass auch bei einem so deutlichen Übergewicht eines Geschlechts die Jungen keineswegs ins Abseits geraten. „Ich habe nicht den Eindruck, dass sie außen vor bleiben“, sagt Rathje-Ottenberg. „Und außerdem ist es auch Aufgabe der Schule, genau darauf zu achten.“ Denn in geschlechtsungleichen Gruppen entwickeln sich mitunter Dynamiken, in denen sich einzelne Kinder entweder besonders durchsetzen oder sich zurückziehen. Lehrkräfte und Eltern sind hier besonders gefragt, genau hinzuschauen und dem bei Bedarf entgegenzuwirken.

Die Schülerinnen und Schüler der 4. Klasse übernehmen die Patenschaft für die neue Vorklasse.

Neue Lehrkraft springt ein

Die Aula war gut gefüllt.

Begleitet wird die neue Vorschulklasse bis zum 1. April von Manou Passlack, die neu im Kollegium der LAS ist. Sie springt ein für Katrin Oldsen thor-Straten, die sich gerade in Elternzeit befindet und im Frühjahr zurückkehrt. Der Vertrag von Manou Passlack läuft daher zunächst bis zum 31. März 2026. Die bisherige Vorschulpädagogin Kathrin Lehmann verlässt die Schule auf eigenen Wunsch, war bei der Einschulungsfeier jedoch noch dabei.

Sie hatte gemeinsam mit der 4. Klasse – die traditionell die Patenschaft für die neuen Vorschülerinnen und Vorschüler übernimmt – ein liebevolles Begrüßungsprogramm vorbereitet. Die Mädchen und Jungen aus dem 4. Schuljahr sorgten dabei auch dafür, dass jedes der 14 Vorschulkinder genau die Schultüte erhielt, die die Eltern beim gemütlichen Bastelabend im Juni angefertigt hatten.

Der Fototermin konnte aufgrund des schönen Wetters im Innenhof der Schule stattfinden.

„Trylle, trylle, Zauberei …“

Beim Gang durch das Spalier zogen manche Kinder es vor, Mama oder Papa an die Hand zu nehmen.

Den musikalischen Auftakt der Feier gestalteten die Kinder aus dem benachbarten Deutschen Kindergarten Tondern mit einem Lied in Deutsch und Dänisch – getextet von einer engagierten Mitarbeiterin. Weil die Textlieferantin Renate Osterholz dieses Mal nicht mit ihrer Ziehharmonika dabei sein konnte, übernahm der stellvertretende Kindergartenleiter Lars M. Schorr die musikalische Begleitung an der Gitarre. Lautstark sangen die Kinder auf der Bühne nach der Melodie von der „Schwäbschen Eisenbahne“: „Trylle, trylle, Zauberei – sammen sind wir groß und sej.“

Nach dem obligatorischen Gruppenfoto im Innenhof ging es für die Kinder durch das Spalier der älteren Schüler in ihren neuen Klassenraum, wo bereits die allererste Unterrichtsstunde auf sie wartete. Währenddessen nutzten Eltern, Großeltern, Tanten, Onkel und andere Angehörige die Gelegenheit zu Kaffee, Tee und ersten Informationen in der Aula – begleitet von einem freundlichen Gewusel und viel Vorfreude auf das, was nun vor den frischgebackenen Schulkindern liegt.

In der Vorschulklasse war schon alles für die Neuankömmlinge vorbereitet.