Deutsche Minderheit

Knivsbergfest 2025: Wie wars, Thore, Christian und Jasper?

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Das Knivsbergfest war ein voller Erfolg, sagen die Organisatoren.
Das Knivsbergfest war ein voller Erfolg, sagt das Organisationsteam.

Das größte Fest des Jahres der deutschen Minderheit ist vorbei: Thore Naujeck, Leiter der Bildungsstätte Knivsberg, Jasper Andresen, Vorsitzender des Deutschen Jugendverbandes Nordschleswig und DJN-Sportlehrer Christian Flader ziehen Bilanz und blicken bereits auf das nächste Knivsbergfest am 20. Juni 2026.

„Die Stimmung war sehr, sehr gut. Ich habe es noch nie so entspannt erlebt“, resümiert Thore Naujeck, Leiter der Bildungsstätte Knivsberg, das diesjährige Knivsbergfest. Es sei ein „voller Erfolg“ gewesen.

Bestes Wetter und volle Parkplätze

Bei bestem Sommerwetter strömten viele Menschen auf den Berg. „Die zwei Parkplätze in Genner waren voll und die Shuttlebusse haben funktioniert“, sagt Naujeck. „Wir hatten natürlich auch Glück mit dem Wetter, wobei es fast schon zu warm war.“

Das merkte man vor allem daran, dass die Wasserspender gut genutzt wurden und die Slush-Eis-Produktion trotz dreier Verkaufsstellen zeitweise nicht hinterherkam. „Insgesamt hatten wir aber weniger Schlangenbildung“, betont Naujeck. Dazu habe auch das DSSV-Zelt beigetragen, wo die Schülerinnen und Schüler der deutschen Schulen eine eigene Anlaufstelle hatten.

Nach der witterungsbedingten Absage im vergangenen Jahr, war das Wetter beim diesjährigen Knivsbergfest fast schon zu warm, sagt Thore Naujeck (Archivbild).

„Es waren insgesamt mehr Menschen auf dem Berg, aber es wirkte nicht so. Das haben wir gut entzerrt bekommen“, so Naujeck.

Knivsbergfest
Kalte Getränke und Slush-Eis waren bei der Hitze gefragt.

Das bestätigt auch der Vorsitzende des Deutschen Jugendverbandes für Nordschleswig (DJN), Jasper Andresen. „Alles ist mega gut gelaufen und so, wie wir uns das vorgestellt haben.“ In den vergangenen Jahren seien die Parkplatz- und Slush-Eis-Probleme immer der Running-Gag gewesen. Diesmal habe aus seiner Sicht alles gut geklappt.

Sein persönliches Highlight sei die Begrüßung in der Mulde gewesen, sagt Andresen. „Es ist schön, so viele glückliche Kinder und Erwachsene zu sehen.“

Sportliches Programm lief reibungslos

Jasper Andresen
Jasper Andresens persönliches Highlight ist die Begrüßung der Gäste in der Mulde.

Auch auf sportlicher Ebene lief alles rund. „Reibungslos“, beschreibt es DJN-Sportlehrer Christian Flader. Auf die Frage, ob es überhaupt Verbesserungsbedarf gebe, sagt er nur: „Es war so entspannt, dass wir überlegen mussten, was wir überhaupt besser machen könnten. Das gibt ein richtig gutes Gefühl.“

74 Mannschaften tummelten sich auf acht Fußballfeldern, zwei Faustballfeldern und zwei Volleyballfeldern. Das gesamte Turnier lief ohne Verspätungen ab. Der Grund laut Flader: die Tournify-App, mit deren Hilfe das gesamte Turnier organisiert wurde. „Die Resonanz, die ich bekommen habe, war sehr positiv. Die Leute waren begeistert von der App.“ Auch im Schulzelt konnte der Verlauf des Turniers über Bildschirme verfolgt werden.

Großes Lob von Flader gab es für die Schiedsrichter-Beteiligung. „Wir haben tolle Unterstützung von der Nachschule bekommen, und die Doppelbesetzung pro Feld war eine runde Sache.“ Durch zwei Schiedsrichterinnen oder Schiedsrichter pro Feld gab es auch die Möglichkeit für Pausen, während das Turnier weiterlaufen konnte. Auch die neuen Zeitblöcke für die einzelnen Teams hätten sich bewährt, sagt Flader.

Knivsbergfest
Die Sportturniere gingen auch dank der App „Tournify“ ohne Probleme über die Bühne.

Die zwei Faustball-Bundesligaspiele des Teams Nordschleswig waren ebenfalls gut besucht. „Es waren viele Leute da und eine super Stimmung“, resümiert Flader. Und die Ergebnisse stimmten: Beide Zweitliga-Spiele im Rahmen des Knivsbergfestes entschied das Team Nordschleswig für sich. Gegen TuS Wakendorf gewann Æ Mannschaft mit 3:2, gegen den Großenasper SV hieß es am Ende 3:0.

Hier und da Optimierungsbedarf

Eine Verbesserungsmöglichkeit sieht Christian Flader dann aber doch: „Wir brauchen vielleicht eine andere Form der Siegerehrung. Das hat einfach zu lange gedauert.“ Bis die vielen Goldmedaillen in der Mulde verteilt waren, verging einige Zeit. Die Ehrung der zweiten und dritten Plätze fand hingegen direkt auf den Feldern nach der Zwischenrunde statt.

Thore Naujeck sieht ebenfalls Bedarf, das Knivsbergfest im Nachgang zu evaluieren. Von der diesjährigen Platzierung des Segway-Angebots an der Gedenkstätte, über einzelne Programmpunkte in der Mulde bis zu den neuen Mehrwegbechern gebe es ein paar Dinge zu besprechen.

Siegerehrung
Ein Arm voller Goldmedaillen: Die Ehrung der Siegerinnen und Sieger in der Mulde ließe sich optimieren, meint Christian Flader.

Auch könnten das Live-Konzert und die Feier am Abend laut Naujeck besser besucht sein. „Beim Abendprogramm wären 100 Leute mehr schon ganz schön.“ Er wisse aber, dass es mit der Zielgruppe schwierig sei. „Es sind viele Familien da, die am Nachmittag genug haben und dann nach Hause fahren.“

Diskussion über generelle Veränderungen

„Wir müssen auch grundsätzlich über das Fest sprechen und Dinge hinterfragen“, sagt Naujeck. Es stelle sich die Frage, ob man es in der Form immer so weiter machen wolle. So habe es das Fest früher mal über zwei Tage hinweg gegeben. Ein Beispiel sei auch die Verbandsallee, wo es Jahr für Jahr immer ähnliche Angebote gebe. „Wir sind eine Minderheit und könnten da themenbasiert etwas ändern.“ Hier wünscht sich Naujeck Diskussionen und einen angeregten Austausch.

Auch Jasper Andresen sagt, jedes Jahr müsse evaluiert werden und gegebenenfalls gestrichen werden, was nicht funktioniert. Elemente wie die Verbandsallee hätten jedoch einen „Effekt“. „Es ist ein Fest der gesamten Minderheit, auch wenn wir es als Jugendverband organisieren, aber ich gehe gerne dort lang und schaue, was es alles gibt.“

Bis zum 20. Juni 2026 ist es zwar noch lang, doch die Planungen für das kommende Knivsbergfest haben in den Köpfen bereits begonnen.