Nachruf

Ein langes Leben ist zu Ende: Heinke Thomsen ist verstorben

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Nach einem erfüllten Leben ist Heinke Thomsen verstorben (Symbolfoto).

Die zweifache Mutter hatte Freude am Reisen und erzählte gerne von ihren besonderen Erlebnissen. Die Verstorbene wurde 95 Jahre alt.

Heinke Thomsen, Lügumkloster, ist im hohen Alter von 95 Jahren verstorben. Heinke Thomsen, gebürtige Hansen, verlebte ihre Kindheit in Rothenkrug (Rødekro), wo sie mit ihren zwei jüngeren Schwestern aufwuchs. Nach ihrem Schulabschluss arbeitete Heinke Thomsen beim Fotografen Clausen in Apenrade (Aabenraa) in der Dunkelkammer. Dort gefiel es der jungen Heinke sehr gut, und sie hat immer gerne von dieser Zeit erzählt. Sie hatte ein gutes Verhältnis zu den Menschen dort und hielt über die Jahre den Kontakt zu einer Kollegin von damals. 

Nach beruflichen Abstechern in Haushalten in Sonderburg (Sønderborg) und Hadersleben (Haderslev) kehrte sie zu dem Apenrader Fotografen zurück. Danach fand sie in Lügumkloster ihr Lebensglück. Die Familie Hansen hatte familiäre Verbindungen zum sogenannten Drei-Mädel-Haus in Lügumkloster, wo ihre Oma herkam. In der Klosterstadt lernte Heinke den Schustergesellen Martin Thomsen kennen, der viel gemeinsam mit dem Schuster Niels Tästensen unternahm. Heinke und Martin Thomsen heirateten 1955 und aus Heinkes Schwester Mariechen und Niels Tästensen wurde ebenfalls ein Ehepaar. 

1956 kam die Tochter Anke zur Welt. Vier Jahre später folgte der Sohn Helmut. 1961 zog die Familie in die Hausmeisterwohnung in der deutschen Schule. Während Heinke Thomsen als Hausmeisterin wirkte, hatte ihr Mann anfangs im Keller eine eigene Schusterwerkstatt. Als die Kinder klein waren, ging es im Sommer nach Röm (Rømø) zum Campen. Nach rund 20 Jahren als Hausmeisterin war Heinke Thomsen bis zu ihrer Pensionierung einige Jahre im damaligen Amtspflegeheim in Lügumkloster tätig. 

Im Lupo auf Reisen

Das Ehepaar hatte eine Vorliebe für das Reisen. Dabei ging es auch gemeinsam mit Mariechen und Niels Tästensen nach Österreich. Nach dem Tod ihres Mannes im Jahr 2000 verreiste Heinke Thomsen weiterhin gemeinsam mit ihrer Schwester und ihrem Schwager. Eine tolle Tour im fortgeschrittenen Alter, die ihr stets lebhaft in Erinnerung blieb, war die Fahrt nach Spanien im VW Lupo mit Niels Tästensen am Steuer. Seine drei Passagierinnen hatten die Koffer zwischen sich. 

Später ging es in Richtung Spanien im Flugzeug. Ein besonderes Erlebnis für die humorvolle Frau war außerdem eine Flusskreuzfahrt in Russland, die sie gemeinsam mit einer Freundin aus ihren Kindheitstagen unternahm. Freude bereitete ihr auch der Kartenclub, in dem sie und ihre Schwester Mariechen mit wechselnden Partnerinnen spielten. Als es ihr noch möglich war, ist Heinke Thomsen sehr viel spazieren gegangen und radelte. 

Sie freute sich immer, wenn sie Bekannte traf. Solange ihre Kräfte es erlaubten, nahm Heinke Thomsen an den Veranstaltungen der deutschen Minderheit vor Ort teil. Zuletzt fühlte sie sich in ihrer Stube in ihrem Sessel mit einem Kreuzworträtsel am besten und freute sich über die häufigen Besuche ihrer Kinder, die beide in Lügumkloster wohnen. 

Die Trauerfeier findet am Mittwoch, 21. Januar, 13 Uhr, in der Kirche zu Lügumkloster statt.