Konsum

Brigitte Handlers USA-Boykott im Supermarkt: „Trumps Politik kaufe ich nicht mit!“

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Auch wenn der Mais dann doch mal eine längere Transportroute hinter sich hat – Produkte aus den USA kommen Brigitte Handler nicht in die Einkaufstüte.

Ob Ketchup oder Kleidung – Brigitte Handler meidet Produkte aus den USA und setzt auf europäische Alternativen. Auslöser: die Politik von Donald Trump & Co. Ihr persönlicher USA-Boykott beginnt im Einkaufswagen – und hört beim iPhone (noch) nicht auf.

„Ich finde es zum Mäusemelken, was Trump und Konsorten da machen. So geht es nicht, und daher möchte ich ein Zeichen setzen“, lautet Brigitte Handlers Statement, das sie 3.200 Kilometer Luftlinie von Apenrade entfernt in die Leitung spricht. Wie in jedem Jahr überwintern sie und ihr Mann in ihrer zweiten Heimat – auf Gran Canaria.

Brigitte Handler ist eine derjenigen Personen, die nun vermehrt darauf achten, Produkte aus den USA zu vermeiden, und stattdessen auf die europäischen Alternativen zurückzugreifen – die bestenfalls eben keine Alternativen mehr sein sollen. „Bisher habe ich das hier auf der Insel gemacht, wenn ich demnächst nach Hause komme, setzte ich das in Nordschleswig fort.“

Meine Überzeugung ist: Wenn ich etwas nicht vor Ort bekommen kann, dann brauche ich es auch nicht.

Brigitte Handler

Einkaufen mit Wertekompass

Die Sonnenfreundin habe schon immer sehr darauf geachtet, lokal zu kaufen – ob Kleidung, Lebensmittel oder andere Produkte des täglichen Bedarfs. „Meine Überzeugung ist: Wenn ich etwas nicht vor Ort bekommen kann, dann brauche ich es auch nicht.“

Handler handelt konsequent nach ihrem Wertekompass. Denn Waren, von denen sie nicht weiß, unter welchen Bedingungen sie produziert werden, möchte sie nicht konsumieren, und auch die enorme Belastung für die Umwelt, wenn private Internetbestellungen Tausende Kilometer um den Globus zurücklegen, findet sie nicht vertretbar. Außerdem weiß sie: „Die Retouren landen dann auf irgendwelchen riesigen Müllbergen, nachdem sie einmal um die Welt und wieder zurücktransportiert wurden. Das möchte ich nicht unterstützen.“

Noch ein prüfender Blick in den Einkaufswagen: Die USA steuern am Abend nichts zur Pizza bei. Und Anne (3) unterstützt ihre Oma beim Boykott.

„Wir sind zu abhängig!“

Jetzt schaue ich noch genauer hin.

Brigitte Handler

Was einst eine Frage des Gewissens war, ist für sie heute auch eine klare Haltung gegen politische Entwicklungen geworden. Die Apenraderin kauft seit Jahren bewusst ein, achtet auf das Herkunftsland und die damit verbundene Distanz, die ein Produkt zurückgelegt hat.

„Ich merke, wie mich mein Bemühen, Produkte aus den Vereinigten Staaten zu vermeiden, noch einmal hat bewusster werden lassen. Jetzt schaue ich noch genauer hin“, sagt sie. Dass europäische Waren nun entsprechend gekennzeichnet werden, findet Handler richtig. „Das ist ein tolles Zeichen, das es den Leuten leichter macht, Produkte aus den USA zu vermeiden – wenn sie denn möchten.“ Alternativen gebe es, und die würden somit sichtbarer. Man bedenke nur den Ketchup – führt sie als Beispiel an. Da könne man leicht auf ein lokales Produkt zurückgreifen.

Anne liebt Brokkoli – wie gut, dass der aus Spanien kommt.

Ihr sei allerdings auch mit Erschrecken bewusst geworden, wie abhängig sie von amerikanischen Produkten sei. „Du darfst mich nicht fragen, was ich mache, wenn meine Apple-Produkte jetzt kaputtgehen sollten. Auf die könnte ich nur schwer verzichten.“ Ausweichen auf andere Marken sei keine Alternative: „Will ich denn von China abhängig werden? Da haben wir leider die Produktion anderen überlassen.“

Das Etikett wird ganz genau inspiziert.

Das iPhone wird also wohl bleiben – genau wie ihr wachsamer Blick beim Einkaufen.