Natur & Umwelt

Brauner Belt, nasse Felder: Lösungen durch Partnerschaft

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Um an einem Strang ziehen zu können, muss man sich erst einmal an einen Tisch setzen. Das ist in dieser Woche geschehen. Die Kommune Hadersleben und die Landwirtschaft haben im Rathaus eine Klimapartnerschaft unterzeichnet.

Starkregen flutet Felder, der Kleine Belt färbt sich braun: Auch in der Kommune Hadersleben zeigt der Klimawandel seine Folgen. Mit einer Partnerschaft wollen Kommune und Landwirtschaft die Natur durch Renaturierung und Wiederaufforstung ins Lot bringen.

Am Dienstag haben die Kommune Hadersleben und landwirtschaftliche Organisationen eine Partnerschaft unterzeichnet, die sie zu gemeinsamen Maßnahmen für den Klimaschutz verpflichtet.

„Damit haben wir die Möglichkeit, Strategien mitzugestalten, um den Klima-Fußabdruck unserer Branche zu verringern“, sagt Søren Laustsen, Vorstandsmitglied der landwirtschaftlichen Beratungsorganisation Spiras.

Landwirtschaft in der Schlüsselrolle

Die Landwirtschaft ist einer der wichtigen Arbeitgeber in der Region. Entsprechend groß ist ihre Rolle bei den Klima-Herausforderungen – etwa in Bezug auf CO₂-Emissionen und Stickstoffbelastung.

Zu den geplanten Maßnahmen zählen die Renaturierung von Niedermoorflächen, Wiederaufforstung sowie die Einrichtung von Feuchtgebieten.

Darin sieht der Vorsitzende des kommunalen Klimaausschusses, Carsten Leth Schmidt von der Schleswigschen Partei (SP), ein großes Potenzial – und nennt auch gleich ein konkretes Beispiel, wie es sich ausschöpfen lässt.

Leth: „Maximal an einem Strang“

Auf dem Bild ist Bürgermeister Mads Skau (rechts) mit Vertretern der Partnerorganisationen auf der Dachterrasse des Rathauses zu sehen: Vorsitzender des Technik- und Klimaausschusses, Carsten Leth Schmidt, Vorstandsmitglied von Spiras, Søren Laustsen, Vorstandsmitglied im Landwirtschaftlichen Hauptverein für Nordschleswig (LHN), Henrik Petersen, und Vorsitzender von „Sønderjysk Familielandbrug“, Antoni Stenger

„In Zukunft sitzt der Berater der landwirtschaftlichen Vereine mit am Tisch, wenn die Verwaltung mit Bauern etwa über Flächenstilllegungen berät. Diese wiederum sind notwendig, um dem Öko-System unserer Gewässer auf die Beine zu helfen, sodass es sich stabilisieren kann. Wir müssen alle maximal an einem Strang ziehen“, sagt der SP-Politiker, der einen ökologischen Landwirtschaftsbetrieb betreibt.

Brauner Belt: Die Natur schlägt Alarm

Dass es keine Alternative zu dieser Klimakooperation gebe, hätten die vergangenen Tage mit Starkregen wieder einmal gezeigt.

„Auf den Feldern steht das Wasser, der Kleine Belt ist braun. Das ist ein Zeichen dafür, dass Nährstoffe in das Gewässersystem gespült werden und dort das Ökosystem aus dem Gleichgewicht bringen. Wir brauchen Brachen, Mikro-Feuchtgebiete und natürliche Feuchtgebiete, die den Wasserfluss bremsen, sodass sich die Nährstoffe dort absetzen. Die Brachen dienen somit als Kläranlage.“

Die Klimavereinbarung sei somit ein Schritt, um die ehrgeizigen Klimaziele von „Den Grønne Trepart“ umsetzen zu können.

Was ist „Den Grønne Trepart“?

„Den Grønne Trepart“ ist eine Vereinbarung zwischen der Regierung, landwirtschaftlichen Organisationen und Naturschutzverbänden, die eine Umgestaltung des dänischen Landschaftsbildes und der Landwirtschaft anstrebt. Ziel ist es, den CO₂-Ausstoß zu reduzieren, die Biodiversität zu fördern und das Wasser- sowie Naturmilieu zu schützen.

Kernpunkte sind:

* Die Stilllegung von 140.000 Hektar klimabelastender Niedermoorflächen bis 2030.

* Die Aufforstung von 250.000 Hektar Land bis 2045.

* Die Einführung einer CO₂-Abgabe für landwirtschaftliche Emissionen ab 2030.

Die Vereinbarung umfasst zudem Investitionen von rund 43 Milliarden Kronen zur Förderung von Naturschutzprojekten und nachhaltiger Landnutzung. Sie soll langfristige Lösungen für Klima- und Umweltprobleme bieten – bei gleichzeitiger Bewahrung einer wettbewerbsfähigen Landwirtschaft.

Der Vorsitzende des Klimaausschusses der Kommune, Carsten Leth Schmidt, sieht in der Vereinbarung ein großes Potenzial, vor allem für den Gewässerschutz.