Kommunalwahl 2025

Bessere Bedingungen für Ältere: Deshalb stellt sich Hans Christian Bock zur Wahl

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Hans Christian Bock sitzt seit 16 Jahren im Seniorenrat der Kommune Apenrade. Jetzt möchte er weitere vier Jahre dranhängen.

Seit 16 Jahren setzt sich Hans Christian Bock im Seniorenrat der Kommune Apenrade für die Belange älterer Menschen ein – von sicheren Gehwegen bis hin zu mehr Barrierefreiheit. Jetzt möchte der 85-Jährige noch einmal antreten. Sein Ziel: „Etwas verbessern, wo es nötig ist.“

Wenn Hans Christian Bock über die Arbeit im Seniorenrat spricht, dann klingt das nach viel Erfahrung – und nach Leidenschaft. Seit 16 Jahren ist der heute 85-Jährige Mitglied des Gremiums, das die Kommune Apenrade in Fragen berät, die ältere Menschen betreffen. Und noch einmal will er sich für vier Jahre zur Wahl stellen.

„Ich möchte etwas für die Älteren tun – für die, die noch zu Hause leben, und für die, die in Pflegeheimen sind“, sagt der Apenrader, der aus der deutschen Minderheit stammt und früher als Revisor beim Landwirtschaftlichen Hauptverein für Nordschleswig (LHN) arbeitete. Engagement ist für ihn nichts Neues – in vielen Vereinen und Ausschüssen war und ist er ehrenamtlich aktiv, oft als Kassierer.

Barrieren abbauen – im wahrsten Sinne des Wortes

Ein Thema liegt ihm besonders am Herzen: der Bahnhof in Rothenkrug (Rødekro). „Dort fehlt ein Fahrstuhl – und wer schlecht zu Fuß ist, muss viele Stufen steigen, um den Bahnsteig zu erreichen“, sagt Bock. Das betreffe nicht nur ältere Menschen, sondern auch Eltern mit Kinderwagen oder Reisende mit Rollatoren. Viele würden deshalb lieber andere Bahnhöfe nutzen – mit weiten Umwegen.

Auch in Pattburg (Padborg) ist die Situation schwierig, so unter anderem, weil „die Toiletten dort kaum begehbar sind“, berichtet Bock von einer Ortsbegehung. Der Seniorenrat habe sich außerdem mit dem Zustand von Gehwegen, Radwegen und öffentlichen Toiletten in der Kommune beschäftigt. „Wir schauen uns das regelmäßig an – und wenn irgendwo Stolperfallen oder fehlende Hinweisschilder sind, wie etwa bei der Nicolai-Kirche in Apenrade, melden wir das weiter.“

Zuhören und verstanden werden

Elf Mitglieder sitzen im Seniorenrat – und meist herrscht Einigkeit. „Wir ziehen alle an einem Strang“, sagt Bock. Die Zusammenarbeit mit dem Stadtrat und der Verwaltung beschreibt er als gut: „Wir werden gehört, wenn es um Seniorenthemen geht. Und wir wissen, dass der Stadtrat unser Wissen nutzt, um Entscheidungen fundierter zu treffen.“

Die Aufgaben des Seniorenrats reichen von der Beratung der Kommune bis zur Kontrolle von Pflegeheimen. Mitglieder des Rats sind im Austausch mit den Bewohner- und Angehörigenräten („bruger- og pårørenderåd“) und erfahren dort aus erster Hand, wo es hakt: „Zum Beispiel beim Essen aus der Großküche – da wünschen sich viele wieder frisch Gekochtes direkt vor Ort“, sagt Bock. Auch kleine, alltägliche Dinge kommen zur Sprache: „Wenn eine Gardine gewaschen werden darf, aber die Heimhilfe sie nicht aufhängen darf – wie soll das gehen?“

Einsamkeit und Sicherheit

Ein großes Thema, das Bock derzeit besonders bewegt, ist die Einsamkeit im Alter. „Wir müssen uns fragen, wie wir die Menschen erreichen, die allein sind“, sagt er. Auch die Sicherheit älterer Menschen liegt ihm am Herzen: „Wer allein lebt, sollte einen Notrufknopf bekommen können.“ Bislang werde ein solcher nur selten genehmigt – zu teuer, heißt es. „Aber ein Handy liegt oft irgendwo. Wenn man stürzt, kann man es nicht bedienen. Ein Notfallknopf kann Leben retten.“

„Die Gesellschaft wird veraltert“

Hans Christian Bock zitiert gern Helmut Schmidt, wenn er über den demografischen Wandel spricht: „Die Gesellschaft altert.“
Er lacht dabei, aber der Satz trifft den Kern: Die Zahl älterer Menschen wächst – und damit auch die Verantwortung der Kommune. „Wir müssen aufpassen, dass nicht gekürzt wird. Ältere dürfen keine schlechteren Bedingungen bekommen.“

Seine Motivation schöpft er aus Bewegung und Begegnung: „Ich gehe viel spazieren, halte mich fit und bleibe im Kopf wach“, sagt Bock. Das will er auch als Ratsmitglied bleiben – noch einmal vier Jahre lang. „Ich hoffe, dass ich weiterhin mithelfen kann, etwas zu verbessern. Es gibt immer etwas zu tun.“

Seniorenrat

Der Seniorenrat hat die Aufgabe, den Stadtrat bei seniorenpolitischen Fragen zu beraten und die spezifischen Gesichtspunkte dieser Bürgergruppe bei lokalpolitischen Fragen zu vermitteln.

Der Stadtrat ist verpflichtet, den Seniorenrat bei allen Fragen anzuhören, die ältere Bürgerinnen und Bürger betreffen.

Der Seniorenrat kann – über die traditionellen seniorenpolitischen Belange hinaus – auch bei Fragen zu Verkehr, Wohnverhältnissen, Gesundheit, Umwelt und Kultur Einfluss nehmen.

Der Seniorenrat wird im Zuge der Kommunalwahl für vier Jahre gewählt. Wählen dürfen den Rat alle Apenrader über 60.

Folgende Menschen können sich zur Wahl stellen:

Aktuell hat der Seniorenrat elf gewählte Mitglieder.

Nach der Wahl konstituiert sich der Seniorenrat innerhalb von zwei Monaten.

Die Mitglieder des Seniorenrats arbeiten in verschiedenen Ausschüssen mit.
Es gibt folgende Ausschüsse: