Knivsberg

Aus Schlammloch wird Lernort: See am Parkplatz erwacht zu neuem Leben

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Das Schlammloch am Parkplatz wurde ausgebaggert und soll bald wieder ein See sein, der Tieren und Pflanzen einen Lebensraum bietet.

Auf dem Knivsberg entstehen derzeit neue Naturlernorte für Kinder und Jugendliche. Dank einer Förderung konnte der alte See am Parkplatz wiederhergestellt werden. Dieser ist nun der tiefste Punkt des Geländes und damit auch gleichzeitig ein zentrales Element des Wassermanagements.

Auf dem Knivsberg wird weiter fleißig an dem Projekt gearbeitet, die Bildungsstätte zu einem Naturlernort für Kinder und Jugendliche auszubauen. Anfang des Jahres bewilligte der dänische Freiluftrat (Friluftsrådet) 200.000 Kronen für das Vorhaben. Im Sommer dieses Jahres entstand so unter anderem eine Aussichtsplattform mit Tischen und Bänken, auf denen zum Beispiel Schulklassen und Kindergartengruppen künftig die Möglichkeit haben, ihren Unterricht im Freien durchzuführen.

Aus Schlammloch wird wieder See

Nun konnte von dem Geld ein weiteres großes Projekt umgesetzt werden. Jüngst wurde mit einem großen Bagger der See zwischen Parkplatz und Straße ausgehoben.

„Wenn man ehrlich ist, war das nur noch ein Schlammloch. Durch das Ausbaggern können wir dort wieder einen richtigen See anlegen, der vielen Tieren und Pflanzen einen Lebensraum bietet und an dem Schulklassen dann wiederum viel über die Natur lernen können“, sagt Knivsbergleiter Thore Naujeck zum jüngsten Projekt.

Der „neue“ See hat allerdings eine Doppelfunktion: Er dient nicht nur als Lernort, sondern hilft auch bei einem auf dem Knivsberg immer wieder auftretenden Problem: dem Wassermanagement bei starken Niederschlägen.

Das gesamte Wasserablaufsystem des Knivsbergs ist auf einer Karte aus dem Jahr 1985 nachzuverfolgen.

Rund um das Knivsberggelände sind zwar mehrere Kilometer Drainage und Rohrleitungen verlegt, doch bei viel Niederschlag werden Wasseransammlungen immer wieder zum Problem. Das prominenteste Beispiel ist wahrscheinlich die Ecke des Sportplatzes, in der während des Knivsbergfestes das Festzelt steht und wo immer wieder mit stehendem Wasser gekämpft wird, wenn es regnet. Aber das ist nicht der einzige Ort: „Auch vorne am Haupthaus haben wir durch die Hanglage immer wieder Probleme, dass sich viel Wasser ansammelt“, berichtet Hausmeister Ulf Schulze Christensen, der alles rund ums Thema Wasser auf dem Knivsberg im Blick hat.

Tiefster Punkt des Knivsberggeländes

Der See am Parkplatz wurde nicht nur vom Schlamm befreit, sondern auch noch um einen Meter vertieft. Damit ist er nun mit 66,44 Meter über dem Meeresspiegel der tiefste Punkt auf dem gesamten Knivsberggelände (der höchste liegt bei 99 Metern). „Das bedeutet, dass, wenn zu viel Wasser herunterkommt und das Drainagesystem es nicht mehr verarbeiten kann, das Wasser nun an der Oberfläche über die Straße oder den Wald in den See laufen kann. Ziel ist es, das Wasser so schnell wie möglich vom Hang abzuleiten. Das sollte nun gut gelingen“, sagt Ulf Schulze Christensen.

Zusätzlich wurde jüngst auch noch mal ein Teil des Rohrsystems durchgespült und gereinigt, um einen schnellen Abfluss zu gewährleisten.

Ulf Schulze Christensen sorgt auf dem Knivsberg dafür, dass das Wasser bei starken Regenfällen überall gut abfließen kann.

Neues Geld für neue Projekte

Die nächsten großen Naturprojekte, die beim Knivsberg anstehen, sind die Herrichtung eines Storchennests und das Anlegen eines Wasserlaufs zwischen dem Sportplatz und dem unteren See, der mit Stauanlagen ebenfalls einen Mehrwert für den Physik- und Biounterricht von Schulklassen leisten soll. „Langsam nimmt alles Form an, es ist toll, dass wir bereits einiges von dem, was wir uns vorgenommen haben, umsetzen konnten. Wir werden uns nun an diversen Stellen um weitere Fördergelder bewerben und hoffen, so die nächsten Projekte in Angriff nehmen zu können“, sagt Knivsbergleiter Thore Naujeck.