Tourismus

Was eine Badebrücke für den kleinen Ort Brunsnis bedeutet

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Zwei mutige Frauen an einem kalten und stürmischen Dezembervormittag im Wasser

Bei der Restaurierung der von der Sturmflut übel zugerichteten Anlegebrücke der Fahrradfähre wurde ein Wunsch der Anwohnenden erfüllt: eine Brücke mit Treppe hinab ins Wasser. Das Geschenk der Fährenbetreiber ist gut angekommen, wie sich bei einem Gespräch mit zwei Nutzerinnen herausstellt.

Anfang Dezember betrug die Wassertemperatur am Strand von Brunsnis (Brunsnæs) gerade mal 5,7 Grad. Kein Wunder, dass die beiden tapferen – einige meinen auch tollkühnen – Frauen Malene Gandrup Larsen und Mette Juhl Petersen „Uj, uj, uj!“ riefen, als sie sich an einem kühlen und windigen Dezembertag von der neuen Badebrücke aus ins Wasser gleiten ließen.

Nur ihre Köpfe blieben über dem Wasser, und nach einigen Sekunden ging es rasch wieder hoch auf die Badebrücke zu den bereitliegenden Sachen. Schnell in einen warmen Mantel, und anschließend stapfen beide mit bloßen Beinen und Füßen Richtung Auto.

Der Kältereiz ist gesund

Malene Ganderup Larsen lässt die Arme kreisen. Aber sie lächelt und strotzt vor Glück: „Jetzt prickelt es ganz heftig auf der Haut.“ Bei Kältereiz werden Energiereserven reflexartig in Körperwärme umgesetzt, sodass eine Unterkühlung gar nicht erst vorkommt. Diesem Kältereiz werden positive Auswirkungen auf die Gesundheit im Allgemeinen und auf das Immunsystem im Speziellen nachgesagt.

Die bei der Sturmflut im Oktober 2023 arg ramponierte Anlegebrücke in Brunsnis wurde mithilfe von beantragten Fondsmitteln und auf Kosten der Fahrradfähren-Initiative wieder hergerichtet. Die Arbeiten wurden ein größeres Projekt. Es mussten neue Pfähle errichtet werden, und auch der Oberbelag der Brücke ist neu. Kostenpunkt: 500.000 Kronen. Bei den Arbeiten wurde auch der Wunsch Badebrücke erfüllt.

Mette Juhl Petersen (60) leitete ihre Winterbadesaison im Sommer 2024 ein. Bis die Badebrücke bei der Renovierung des Fähranlegers angelegt wurde, ging sie am Strand von Brunsnis aus ins Wasser. „Ich musste anfangs ein paar Grenzen überwinden. Das muss man ruhig angehen lassen“, meint die Frau aus Iller. Winterbadende wollen selbst bestimmen: „Man spürt einfach, wann man das tun möchte.“

Malene Gandrup Larsen und Mette Juhl Pedersen auf der Brücke – vor ihrem kühlen Bad

Dass die beiden Frauen ihre Köpfe nicht ins Wasser tauchen, ist absichtlich. „Dann wird es noch kälter“, so Mette Juhl Petersen, die frühere Lehrerin an der Humlehøjskole in Sonderburg. Heute pflegt sie den Küchengarten des Ziegeleimuseums Cathrinesminde und sie wirkt mit bei den Aktivitäten von „Die lebendige Ziegelei“. Im Sommer kommen viele Touristinnen und Touristen nach Brunsnis, um sich auf dem früheren Ziegeleigelände am Strand abzukühlen.

Viele nutzen die Badebrücke

Malene Gandrup Larsen (55) kommt ursprünglich aus dem Raum Middelfart, zog dann nach Schottsbüll (Skodsbøl), wo auch ihre drei Kinder aufwuchsen. Vor einigen Jahren erwarb sie eine schöne weiße Fischerhütte in Brunsnis.

Nur einige Meter vom Gendarmenpfad entfernt können unter anderem Touristinnen und Touristen nun in ihrem idyllischen Bed & Breakfast übernachten. Malene Ganderup Larsen gehörte zwei Sommer lang zu den freiwilligen Helferinnen und Helfern der grenzüberschreitenden Fahrradfähre, die zwischen Ekensund (Egernsund), Flensburg (Flensborg) und Langballigau unter anderem Radler von Stadt zu Stadt schippert.

Über die neue Badebrücke freuen sich nicht nur sie, sondern auch viele Jugendliche, die im Sommer eine Pause am Strand machen. Malene Gandrup Larsen bezeichnet sich selbst nicht als festen Winderbaderin: „Aber die Kinder und ich, wir haben einander herausgefordert.“ Die beiden Schwimmerinnen haben vor Jahren an derselben Schule gearbeitet. Nach Malenes Mitteilung auf der Homepage der Dorfgilde treffen sich die zwei Frauen nun wieder regelmäßig.

Mit bloßen Füßen hin zur Badebrücke

Ein großes Plus für Brunsnis

„Wir halten hier einfach zusammen und helfen einander. Wir hatten schon länger von einer Badebrücke geträumt. Als wir uns bei der Fahrradfähren-Initiative erkundigten, meinten sie, dass sie die Badebrücke schon eingeplant hatten“, so Malene Gandrup Larsen.

Ursprünglich sollte die Badebrücke im Winter an Land gezogen werden. Das passierte aber nicht. Deshalb konnten die beiden Frauen beim Pressetermin ins Wasser springen. „Es ist ein großes Plus für das ganze Dorf Brunsnis“, so Malene Gandrup Larsen. Die beiden stiegen auch am 31. Dezember ins Wasser.

Nach einer Stunde in einer urgemütlichen warmen Stube im „Bed & Breakfast“, einer Tasse Kaffee und Kuchen und einem gemütlichen Schnack sind die beiden wetterfesten Frauen topfit. Sie freuen sich über das kühle Bad und nicht zuletzt ihre Willensstärke. „Wer in so einer kleinen Gemeinschaft lebt, das ist doch was ganz Besonderes“, stellt Malene Gandrup Larsen fest.

Die Badebrücke gehört dem Unternehmen „Brunsnæs Kro“. Die Fahrradfähre „Cykelfærgen Flensborg Fjord" hat sich die Nutzung der Brücke für drei Jahre vertraglich gesichert. In diesen Jahren übernimmt der Fährbetrieb die Instandhaltung.

Die renovierte Fahrradfährenbrücke in Brunsnis

Hier wird in Nordschleswig im Winter gebadet

Sonderburg: In Sonderburg können die Winderbadenden vom Sønderborg Vikingeklub (SVK), dem Hafenbad oder auch vom Strand in Düppel (Dybbøl) ins kühle Nass springen. Sønderborg Vikingeklub hat im Augenblick eine Warteliste bei Männern und Frauen. Dort gibt es zwei nach Geschlecht getrennte Saunen. Das Sonderburger Hafenbad an der Adresse Havneparken 2 darf nur in den Öffnungszeiten benutzt werden. Dort sind die Badenden bekleidet. Es werden eine Mitgliedschaft oder auch Tageskarten angeboten. Wer am Strand auf der Festlandseite ins Wasser springt, kann dies kostenlos.

Apenrade/Aabenraa: Auch der 2012 gegründete „Vikingeklubben i Aabenraa“ (VIA), Kystvej 55, hat im Augenblick eine Warteliste. Die Mitglieder zahlen einen Mitgliederbeitrag von 400 Kronen und jährlich 200 Kronen für die Sauna. Es gibt keinen Dresscode. Wer sich in der Sauna aufwärmen möchte, sollte sich auf ein mitgebrachtes Handtuch setzen.

Loit/Løjt: Der Verein „Løjt Lands Vinterbadere“, Barsøvej 190, Loitkirkeby (Løjt Kirkeby), kann höchstens 60 aktive Mitglieder aufnehmen. Auch dort gibt es im Augenblick eine Warteliste.

Heisagger (Hejsager):„Vinterbad & Sauna Hejsager“ will das Leben an den lokalen Küstenstrecken und die Aktivitäten im Haderslebener Ness fördern. Die Mitglieder verfügen über ein Jahres- oder ein Monatsabonnement. In Hadersleben gibt es außerdem Kong Hathars Vikinger.

Hoyer (Højer): „Højer Vinterbadeklub“ wurde im Jahr 2017 gegründet und ist kostenlos. Der Klub ist für alle.