Handel

Udos Fisk schließt: Deshalb traf der Inhaber den schweren Entschluss

Veröffentlicht Geändert
Udo Napierski in seinem Geschäft

Nach knapp zwei Jahren in der Perlegade zieht der Fischhändler nach einer Arztdiagnose den Schlussstrich. Am Sonnabend kann zum letzten Mal frischer Fisch bei „Udos Fisk“ gekauft werden.

Für Udo Napierski wird der 9. Januar 2026 ein trauriger Meilenstein: Der 58-Jährige hat sich entschlossen, seinen Fischhandel zu schließen. „Die Ärzte waren sich bislang nicht einig. Aber laut der letzten Diagnose habe ich Parkinson“, sagt der Fischhändler. 

Er schließt seinen Laden, der seit 6. März 2024 die Kundschaft mit frischem Fisch und anderen Fischspezialitäten versorgt. Seit 2009 verkaufte Ude Fisch an Menschen in Sonderburg, damals noch von einem Kutter aus. 

Hofft auf seine Stammkundschaft

Für den Fischer und Händler Udo Napierski war es eine schwere Entscheidung. „Aber jetzt muss ich erst einmal mein eigenes Leben wieder finden.“ Es tut ihm leid, dass mit dem Geschäft nun Schluss ist, „aber ich muss zum richtigen Zeitpunkt aufhören“. 

Jetzt muss er erst seinen vor zwei Jahren mit komplett neuem Inventar eingerichteten Laden auflösen und die Fischwaren an den Mann und die Frau bringen. Er hofft, dass viele seiner Stammkundinnen und -kunden kommen.

Wie es für ihn weitergeht, das wird sich noch zeigen. Welche Medizin, ob Flexjob oder etwas anderes für ihn aktuell werden, alles wird sich für den Sonderburger Fischhändler noch klären. „Das muss ich alles noch sehen“, meint er still. Vor mittlerweile sechs Jahren spürte er, dass in seinem Körper etwas nicht stimmte. Es folgten diverse Kontrollen beim Arzt und im Krankenhaus. 

Aber jetzt muss ich erst einmal mein eigenes Leben wieder finden.

Udo Napierski

Mit Verkauf vom Kutter fing es an

Der Fischer Udo Napierski verkaufte ab 2009 frisch gefangenen Fisch von seinem Kutter, der beim einstigen „BragFiskeriartikler og Søsportsudstyr“ in der Sundgade vertäut war. Sein Kutter wurde ihm im Laufe der kommenden vier Jahre zu klein. Deshalb eröffnete er 2013 seinen ersten „Udo’s Fisk“ in einem älteren Hafengebäude in der Sundgade.

Dort hatte Udo Napierski seine Basis – bis zu einer Nacht im Oktober 2024. Dann setzte eine Sturmflut sein Geschäft unter Wasser, was für ihn eine teure Angelegenheit wurde. Das wollte Udo Napierski nicht erneut riskieren. Deshalb zog er anschließend in das Geschäft in der Perlegade. 

Udo Napierski mit seinem Team, zu dem Peter B. Jensen und Anne-Mette M. Møller gehören

Ein Tag nach dem anderen

Peter B. Jensen und Anne-Mette M. Møller gehören seit Jahren zum festen Personalstab. Sie müssen sich nun auch nach einem anderen Job umsehen.

„Udo und ich hätten ja eigentlich gemeinsam in Rente gehen wollen. Aber nun muss ich mich nach etwas anderem umschauen“, erklärt Peter B. Jensen. Er arbeitet seit sechs Jahren für Udo Napierski. Anne-Mette M. Møller ist seit drei Jahren dabei.

„Wir nehmen jetzt einen Tag aufs mal“, sagt Anne-Mette M. Møller lächelnd. Trotz baldiger Schließung sind die drei nicht nur traurig, sondern nehmen einander immer wieder auf die Schippe. Ob ein frecher Kommentar für den „harten Boss“ oder „Sklaven“ – es wird immer wieder gelacht. 

Udo’s Fisk in der Perlegade

Auch Udo Napierski nimmt einen Tag nach dem anderen. Aber er gibt nicht auf: „Das, was einen nicht erschlägt, macht einen stark. Egal, welch Wetter und Wind – ich werde immer mit Sally Gassi gehen." Sally ist eine Border-Collie-Hündin. 

Immer weniger Geschäfte

Mit der Schließung von „Udo’s Fisk" im nördlichen Teil der Perlegade gibt es nach dem Umzug von Føtex ins Einkaufszentrum Borgen 2023 immer weniger Aktivität. Auch Aase Johannesen schließt ihr Bekleidungsgeschäft Viktoria laut „JydskeVestkysten“ Ende Januar – nach 26 Jahren. „In der ganzen Perlegade und hier oben fehlt der Flow. Schuld daran ist nicht nur der Umzug von Føtex. Andere Faktoren sind schuld daran, dass wir hier oben weniger Kunden haben.“ Auch das Unternehmen „Legant by Sama Fares“ ist geschlossen. 

Bei Udo Napierski werden die verschiedenen Fische den Kunden auf ansprechende Art präsentiert.