Naturphänomen

Stärkster Sonnensturm seit 20 Jahren lässt Polarlichter über Nordschleswig tanzen

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Mehrere Minuten lang tanzten die roten und grünen Lichter am Himmel – hier über Kollund.

In der Nacht von Montag auf Dienstag erleuchtete das Nordlicht den Himmel über Nordschleswig. Ein starker Sonnensturm, der intensivste seit 20 Jahren, löste das farbenfrohe Naturschauspiel aus, das weit über den Norden hinaus sichtbar war. Wir haben eine Auswahl an Bildern aus der Region zusammengestellt.

Das Nordlicht, das am Montagabend den Himmel über Nordschleswig erleuchtete, wurde durch einen intensiven Sonnensturm ausgelöst. Laut der Nationalen Ozeanischen und Atmosphärischen Behörde der USA (NOAA) war dieser Sonnensturm der stärkste seit Oktober 2003. 

Sonnenstürme senden geladene Teilchen in Richtung Erde, die mit dem Magnetfeld der Erde interagieren und das farbenprächtige Schauspiel der Polarlichter erzeugen. Normalerweise braucht eine solche Eruption mehrere Tage, um die Erde zu erreichen – dieses Mal dauerte es nur etwa 25 Stunden.

Magische Augenblicke über Hostrupholz

„Nordlichter über Dänemark kommen mehrere Male im Jahr vor, daher sind sie an sich keine Seltenheit. Zurzeit erleben wir jedoch einen besonders starken Sonnensturm, den stärksten seit mehr als 20 Jahren. Das führt nicht zwangsläufig zu besonders intensiven Nordlichtern, aber die Wahrscheinlichkeit dafür ist hoch“, erklärte der meteorologische Dienstleiter beim DMI, Martin Lindberg, laut „BT“ am Montagabend.

Auch über Randershof zeigte sich der Himmel von der schönsten Seite.

Wo war das Nordlicht zu sehen?

In Nordschleswig und weiten Teilen Dänemarks war das Nordlicht in beeindruckenden Farben zu sehen. 

Auch in norddeutschen Städten wie Flensburg (Flensborg) und Hamburg konnten die Menschen das Phänomen beobachten. Aufgrund der Stärke des Sonnensturms war das Nordlicht jedoch nicht nur in den nördlichen Regionen sichtbar, sondern auch bis weit nach Süden, bis zu den Alpen.

Die ehemalige „Nordschleswiger“-Fotografin Karin Riggelsen hatte Erfolg beim Fotografieren der Polarlichter.

Wie entstehen Polarlichter?

Polarlichter entstehen, wenn geladene Teilchen aus dem Sonnenwind auf das Magnetfeld der Erde treffen und entlang der Magnetfeldlinien in Richtung der Pole gelenkt werden. Dort kollidieren sie mit Molekülen in der Atmosphäre, vor allem mit Sauerstoff- und Stickstoffatomen. Diese Kollisionen setzen Energie frei, die die Moleküle zum Leuchten anregen und das spektakuläre Lichterspiel erzeugen. Die Farben variieren je nach Art des Moleküls und der Höhe, in der die Kollision stattfindet – daher die typischen grünen und roten Farbtöne.

Erfahrung und Technik

Aufgenommen in der Popsensgade in Tondern

Um spektakuläre Aufnahmen des Himmelphänomens machen zu können, sind Know-how, die richtige Kamera und natürlich auch ein gewisser Einsatz erforderlich. Der Wahl-Kollunder Holger Iggena jagt seit Jahren Polarlichter. Auch er war mit der Kamera unterwegs.

Rosa, lila und grüne Polarlichter über der Küste Dänemarks
Der Himmel über der Küste entlang Kollund und Krusau leuchtete im rosa, lila und grünen Licht.
Rosa, lila und grüne Streifen am Himmel dank des Polarlichts über der Flensburger Förde
Bei Minusgraden und totaler Windstille spiegelte sich das Polarlicht in der Flensburger Förde zwischen Solitüde und Kollund.