Flensburger Förde

Seegrasprojekt der Kommune Apenrade nimmt Fahrt auf

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Seegras
Seegras stabilisiert den Meeresboden, bindet CO₂ und bietet Lebensraum für zahlreiche Tiere.

Seegras ist hier heimisch und für eine gesunde Meeresnatur unerlässlich. In der Flensburger Förde ist er jedoch fast verschwunden. Ein Projekt der Kommune Apenrade soll dem stark gefährdeten Gewässer wieder auf die Sprünge helfen – und das nicht nur dort.

Die Kommune Apenrade will mit einem Seegrasprojekt den Zustand der Flensburger Förde (Flensborg Fjord) verbessern und der Natur unter der Wasseroberfläche wieder auf die Beine helfen.

Das Gewässer an der deutsch-dänischen Grenze ist bekanntermaßen in einem kritischen Zustand. Das Wasser ist trüb und voller Algen. Der Grund ist mit einer dicken Schlammschicht bedeckt. Diese hat die ehemals ausgedehnten Seegraswiesen stark reduziert.

Der derzeitige ökologische Zustand der Förde wird sowohl in der Außenförde als auch in der Innenförde als „schlecht“ eingestuft – weit entfernt von dem „guten ökologischen Zustand“, den die Wasserpläne und die EU-Wasserrahmenrichtlinie vorschreiben.

Wiederanpflanzung soll zeitnah beginnen

Unter dem Namen „Seegrasprojekt in der Kommune Apenrade“ (Ålegræsprojekt i Aabenraa Kommune) ist eine breit angelegte lokale Initiative im Gange, um die Förde zu retten. Das geht aus einer Pressemitteilung hervor.

Ziel des Projekts ist die Wiederanpflanzung von Seegras in der Flensburger Förde, der Apenrader Förde und der Gjenner Bucht (Genner Bugt), um das natürliche Gleichgewicht der Förde wiederherzustellen und die Lebensbedingungen für Fische, Kleintiere und Pflanzen zu verbessern.

Mit den ersten Anpflanzungen in der Flensburger Förde soll noch in diesem Jahr begonnen werden. Seegras (Zostera marina) ist eine heimische Pflanze, die den Meeresboden stabilisiert, CO₂ bindet und Lebensraum für zahlreiche Tiere bietet. Früher hat das Seegras große Teile des Bodens in der Förde bedeckt. Das Projekt ist für eine sich selbst erhaltende Natur enorm wichtig, heißt es.

Große Projektgruppe mit deutscher Beteiligung

Die Projektgruppe besteht aus mehreren Interessengruppen: der Kommune Apenrade, dem Dänischen Naturschutzverein (Danmarks Naturfredningsforening), dem Dänischen Sportfischerverband (Danmarks Sportsfiskerforbund), der Fischervereinigung Apenrade (Sportsfiskerforeningen Aabenraa), der Beraterfirma Spiras, dem Hafen Apenrade (Aabenraa Havn), der Versorgungsgesellschaft Arwos, der Tauchgruppe Apenrade (Aabenraa Sportsdykkerklub), lokalen Bürger- und Wirtschaftsräten sowie Segel- und Bootsvereinen in der Kommune.

Weil der Naturschutz nicht an der Grenze aufhört, sind im Laufe des Frühjahrs auch die Organisation Mission Förde und das Unterwasserteam Flensburg aus Deutschland ins Projektteam eingestiegen.

Die Zusammenarbeit erfolgt gemeinsam mit dem Küstenhilfsprojekt im Horsens Fjord, das große Erfolge bei der Seegraspflanzung erzielt hat. Dadurch bekommt das Projekt in Apenrade eine solide fachliche Basis.

Zweitägiges Infotreffen an den Ochseninseln

Die breite Öffentlichkeit kann sich von dem Projekt Ende Mai selbst ein Bild machen. Am Sonnabend, 31. Mai, und am Sonntag, 1. Juni, jeweils von 9 bis 16 Uhr, stellt sich die Projektgruppe auf dem Parkplatz vor den Ochseninseln (Okseøerne) in Süderhaff (Sønderhav) vor und erklärt das Vorgehen bei der Anpflanzung. Möglicherweise werden auch erste Seegrassprossen bereits eingesetzt.