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Regionskontor muss sparen – Leiter Peter Hansen nennt Zahlen und Maßnahmen

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Peter Hansen

Die Gesundheitsreform der dänischen Regierung hat auch Folgen für die länderübergreifende Zusammenarbeit. Weil der größte Beitragszahler, die Region Syddanmark, weniger Mittel zur Verfügung hat, muss das Regionskontor der Region Sønderjylland-Schleswig sparen. Peter Hansen, Leiter des Kontors, erklärt, was das für die grenzüberschreitende Beratungs- und Kontaktstelle bedeutet.

Im Juni hatte der Vorstand der grenzüberschreitenden Region Sønderjylland-Schleswig Einsparungen angekündigt (wir berichteten). Der Grund: die Gesundheitsreform der dänischen Regierung, die sich auf die Arbeit und die Finanzen der dänischen Regionen auswirkt. Da die Region Syddanmark mit 37 Prozent der größte Beitragszahler der Region Sønderjylland-Schleswig ist, hat das direkte Folgen für deren Arbeit.

Peter Hansen, Leiter des Regionskontors der Region Sønderjylland-Schleswig in Pattburg, muss nun sparen. „800.000 bis 900.000 Kronen – das sind zwei Stellen“, rechnet Hansen vor. Er werde Personal kündigen müssen. Damit beschäftigt sich der Leiter des Kontors derzeit. „Es sind ja Formalia einzuhalten.“

Kernaufgaben bleiben

Seinen Worten nach wird an den Kernaufgaben nicht gespart – diese lauten: Kultur, Sprache und Beratung. Doch das Serviceniveau werde nicht mehr das gleiche sein wie bisher, sagt Hansen voraus. Er vermutet, dass es mehr Rückrufe vonseiten des Regionskontors geben werde, weniger „freie Beratungszeit“.

Dass sich am Haushalt 2026 noch etwas ändert, hält er für ausgeschlossen. Die Sache sei vom Tisch – man sei schließlich verpflichtet, einen ordentlichen Haushalt für das kommende Jahr vorzulegen, so Hansen.

Die Nachfrage nach Beratung für Neubürgerinnen und Neubürger sowie Grenzpendelnde ist seinen Worten nach ungebrochen. „An Fragen besteht auch 2025 kein Mangel. Wir sind derzeit ungefähr auf dem Stand des vergangenen Jahres – und 2024 waren es am Ende im Vergleich zu 2023 fünf Prozent mehr“, so Hansen. Viele Fragen kämen von Zugezogenen, die in Dänemark ihr neues Zuhause aufbauen wollen.

Erfahrungsaustausch ist keine Beratung

Die Idee, dass sich Zuzüglerinnen und Zuzügler an Stammtischen über ihre Erfahrungen austauschen, hält er für gut und wichtig. Ein Erfahrungsaustausch sei aber keine Beratung, gibt er zu bedenken. „In Steuer- und Sozialfragen gibt es oft kein einfaches Ja oder Nein. Die Antwort hängt von der individuellen Situation ab. Bei dem einen ist es so, bei dem anderen so“, erläutert Hansen. Es gebe immer eine individuelle Sicht der Dinge. Aufgabe des Regionskontors sei es, ein Problem von allen Seiten zu beleuchten.