Einschulung

Neues Schuljahr: Jungen deutlich in der Überzahl – was das bedeutet

Veröffentlicht Geändert
Das ist die neue 0. Klasse der DSS. Hintere Reihe: Lehrerin Sandra Zimmermann mit (v. l.) Miran Hasso, Linus Kyhn, Frej Alexander Møller, Romeo Molhemi, Lukas Johannes Mallek, Eleanor Liv Reay, Kristjana Ósk Hänsel, Jakob Elias Heigold, Mads Glarbo Stauning, Hjalte Liam Kollmann. Vordere Reihe (v. l.): Mikkel Bruun Olesen, Kristian Ejgil Sørensen, Hollie Marie Vosooghi Engel, Kaya Juhl Kristensen, Jakob Brændstrup Mönnich, Oscar Sune Jessen, Julius Klærke Kleinschmidt, Frieso Warncke, Leo Malik Mansour mit Klassenlehrerin Elisabeth Sørensen Samsøe

Einschulung an der Deutschen Schule Sonderburg: Fast viermal so viele Jungen wie Mädchen kommen in die 0. Klasse. Wie sich das auf den Schulalltag auswirkt – und warum ein britischer Vater mit zwei Töchtern entspannt auf die Entwicklung blickt.

Es ist kurz Pause nach dem Gottesdienst und vor dem Einschulungs-Ritual an der Deutschen Schule Sonderburg (DSS): Auf dem Klettergerüst im Schulhof ist ordentlich was los. Was auffällt: In den Kletterseilen hängen ausschließlich Jungen. Einer von ihnen ist für sich, versucht sich an einer Stange mit Klimmzügen.

Auch später bei der Vergabe der Schultüten wird schnell deutlich: Die Jungen sind in der Überzahl in der neuen und einzigen 0. Klasse an der DSS: 15 Jungen gehen künftig mit 4 Mädchen in eine Klasse. Erfahrungsgemäß wirkt sich das auf den Schulalltag aus, weiß Schulleiterin Henriette Tvede Andersen.

„Diese Klasse ist recht lebhaft, da sehen wir schon auch, dass ein bisschen mehr gerangelt wird. Das ist aber nicht immer so“, erklärt die Schulleiterin. Einerseits spielten einige Jungen gern mit Mädchen, andere wiederum suchten gezielt den Kontakt zu anderen Jungen.

Schulleiterin Henriette Tvede Andersen hält eine Rede für die Kinder.

„Es kommt auf die Persönlichkeit der Kinder an. Man sucht sich eben grundsätzlich ein Gegenüber, mit dem man gut kann“, erklärt Henriette Tvede Andersen. Sprich: Ein Kind sucht sich ein anderes Kind, mit dem es gut auskommt, unabhängig vom Geschlecht.

Der Artikel wird nach den Fotos fortgesetzt.

Henriette Tvede Andersen erzählt, dass man sich mit den vielen Jungen in der Klasse schon ein bisschen umstellen muss, was das Pädagogische betrifft. Das muss sie andererseits aber genauso, wenn die Mädchen in der Überzahl sind: Das ist in der 3. Klasse der Fall. Zwölf Mädchen sitzen da mit vier Jungen zusammen im Unterricht. „Die Mädchen reden viel, auch mal gerne übereinander, und diskutieren mehr“, sagt Henriette. Bei den Jungen hingegen seien Streitigkeiten schneller erledigt.

Eleanore ist eines der vier Mädchen in der 0. Klasse – ihre Schwester Ebba geht in die 3. Klasse an der DSS.
Was wohl drin ist? Das Schultüten-Ritual ist immer wieder ein Highlight für die Kinder …
… und wenn mal alles zu viel wird, kann das Kind sich hinter so einer Schultüte auch einfach mal wunderbar verstecken.

Mal mehr Jungen, mal mehr Mädchen

David Reay kommt aus Großbritannien und hat sich mit seiner deutschen Frau zusammen bewusst für die DSS entschieden.

Bei den Töchtern des Briten David Reay gibt es eine besondere Konstellation: Seine jüngste Tochter Eleanore ist das eine von 4 Mädchen aus der 0. Klasse mit den 15 Jungen. Seine älteste Tochter Ebba geht in die 3. Klasse – wo mit einem Anteil von 12 zu 4 Mädchen-Überschuss herrscht.

„Ich denke, es ist in Balance. Einmal sind es eben mehr Mädchen, einmal mehr Jungen“, sagt David Reay gelassen britisch. Man müsse eben sehen, wie es sich entwickelt, findet er. „Außerdem haben die beiden ja auch Kontakte außerhalb der Schule. Wir machen uns da keine Sorgen“, sagt David, der zuvor acht Jahre in Berlin lebte und nun mit seiner deutschen Frau und den Kindern seit ein paar Jahren in Sonderburg wohnt.

Für die DSS hat sich das Paar entschieden, weil „es zwar eine deutsche Schule, aber auch sehr dänisch ist.“ Mit dem Mädchen-Überschuss in Ebbas Klasse gebe es keine Probleme, sagt David. Auch mit den Jungen nicht.

Die älteren Kinder an der DSS singen ein fröhliches Willkommens-Lied für die Neuankömmlinge.

Für Schulleiterin Henriette ist klar: „Man muss immer erst die Gruppe kennenlernen, mit der man arbeitet. Es sind die Persönlichkeiten, die die Kinder ausmachen, nicht das Geschlecht."

Jetzt sind sie offiziell Schülerinnen und Schüler: die Kinder der 0. Klasse an der DSS.
Spalier stehen und Seifenblasen: eine schöne Geste der älteren für die jüngeren Kinder und deren Eltern