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Mölbyer Zirkus wankt – doch der Direktor bleibt bei der Stange

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Elefantenkuh Ramboline, hier zu sehen mit Isabella Enoch in ihrem früheren Mölbyer Gehege (Archivbild)

Erst war der Elefant weg, jetzt wankt das Zirkuszelt. Der Direktor von Cirkus Trapez aus Mölby taumelt unter einer Schuldenlast. Die Show geht dennoch weiter. Zirkusprinzessin Isabella Enoch hält trotz Minus die Manege am Laufen.

Zirkusdirektor Bernhard Kaselowsky ist das Rampenlicht gewohnt, doch seit Dezember steht er wegen eines amtlichen Bescheids in ungewohntem Fokus: Wie „JydskeVestkysten“ unter Berufung auf das Mitteilungsblatt „Statstidende“ berichtet, hat das Sonderburger Gericht kurz vor Weihnachten ein Konkursverfahren gegen ihn und sein Zirkusunternehmen „Cirkus Trapez“ im nordschleswigschen Mölby eröffnet. 

„Dann kam Corona – und alles lag auf Eis“

Im Interview mit der Zeitung erzählt seine Frau Isabella Enoch Sosman, wie es dazu kam: „Bernhard hatte alte Schulden, doch wir hatten eine Tilgungsvereinbarung. Dann kam Corona – und alles lag auf Eis.“ Später habe die dänische Steuerbehörde einen Sanierungsvorschlag des Paares abgelehnt. 

Die Show geht weiter

Vor sechs Jahren musste Bernhard Kaselowsky von seiner Elefantenkuh Abschied nehmen. Ramboline hat sich in ihrem neuen Gehege auf Lolland gut eingelebt.

Der Zirkusbetrieb selbst sei nicht betroffen, betont Isabella Sosman, die aus einer alten dänischen Zirkusdynastie stammt. Die meisten Wagen, Zelte und Requisiten gehörten ihr, ebenso das Unternehmen, über das der laufende Betrieb seit Jahren abgewickelt werde. Cirkus Trapez mache weiter – „wie gewohnt“.

Ein Leben mit Ramboline

Bernhard Kaselowsky stammt aus Deutschland und ist vielen als Ziehvater der Elefantenkuh Ramboline bekannt. Über 35 Jahre tourte er mit seiner Elefantin durch Europa. 2019 kaufte der dänische Staat das Tier für 2,75 Millionen Kronen. 

Heute lebt Ramboline im Knuthenborg Safaripark auf Lolland – umgeben von Wald und Wasser – und führt dort die kleine Herde ehemaliger Zirkuselefanten an. Ihr einstiges Zuhause, der kleine Zirkus aus Mölby, rollt derweil weiter.