Deutsche Minderheit

Lehrerin Anne und ihr Sohn Paul gehen ab sofort zusammen in die Schule

Veröffentlicht Geändert
Paul Brandt und Anne Bittmann am ersten Schultag im Foyer der Schule

Die Deutsche Schule Lunden hat am Mittwoch vier Kinder in die Schulgemeinschaft aufgenommen. Für Lehrerin Anne Bittmann und Vorschüler Paul war es ein besonderer Tag: Mutter und Sohn besuchen die Schule ab sofort zusammen.

Willkommen an der Deutschen Schule Lunden: Das sangen am Mittwochvormittag die Kinder der Klassen 1 bis 6 und zwar in Richtung der vier Kinder, die ihren ersten Schultag im Haus erlebten.

31 Mädchen und Jungen besuchen die Institution im Norden der Insel Alsen (Als), die nun auch für die Vorschulkinder Paul Brandt, Aylena Agushi, Theodor Jens Chang Dammeyer und Jenaya Denisa Sanne das schulische Zuhause ist.

Für Lehrerin Anne Bittmann war der Tag der Einschulung etwas ganz Besonderes: Sie geht ab sofort mit ihrem Sohn Paul zusammen in die Deutsche Schule Lunden. „Warum wir uns dafür entschieden haben? Für mich ist es hier einfach perfekt“, sagt sie mit einem Lächeln.

Die Kinder der Klasse 0 (links) erhielten von den Älteren ein Ständchen zur Ankunft.

Die Lehrerin schätzt an der Schule vor allem „dass wir ganz viel in der Natur draußen sind, dass wir ganz kleine Gruppen haben, sehr individuell arbeiten können – für mich scheint das perfekt für die Kinder. Wir sind so zufrieden hier. Das ist für Kinder einfach ein Paradies.“

Sie hat bereits Erfahrung mit einem Kind an der eigenen Schule: Ihre Tochter besucht die fünfte Klasse, und nun wurde auch Sohn Paul eingeschult. Unterrichten wird sie ihn allerdings zunächst nicht.

Ein besonderer Vorteil für die Familie ist die Zweisprachigkeit des Schulalltags. „Er lernt sowohl Deutsch als auch Dänisch auf dem Niveau der Muttersprache“, betont die Lehrerin, die ebenso wie ihr Mann David ursprünglich aus Deutschland kommt. Das gebe ihrem Sohn später alle Möglichkeiten: „Er kann sich entscheiden – gehe ich nach Deutschland oder bleibe ich in Dänemark.“

Anne Bittmann mit Paul und David Brandt vor der Schule in Lunden

Dass Mutter und Sohn im gleichen Gebäude arbeiten und lernen, funktioniert nach ihren Worten „richtig gut“. „Hier bin ich nicht Mama, hier bin ich Anne.“ Auch Paul selbst gefällt die Situation: „Ich finde es gut“, sagt er.

Die Vorschülerinnen und Vorschüler pflanzten der Tradition der Schule folgend ihren eigenen Apfelbaum; das ist seit sechs Jahren ein Brauch an der Schule. „Wenn ihr später mal erwachsen seid und die Schule besucht, könnt ihr Äpfel von eurem Baum essen“, so Schulleiterin Marion Petersen.

Klassenlehrerin Gaby Ferg mit (v. l.) Paul Brandt, Aylena Agushi, Theodor Jens Chang Dammeyer und Jenaya Denisa Sanne.

Gaby Ferg begrüßte als Klassenlehrerin der 0. Klasse die Vorschülerinnen und Vorschüler zusammen mit ihrem Schulhund Lemmy. Nach der feierlichen Singstunde im Park und dem Pflanzen des Apfelbäumchens gingen die Kinder mit ihrer Lehrerin zum ersten Mal ins Klassenzimmer.

Eltern, Großeltern und Gäste setzten sich derweil an die eingedeckten Tische einer Kaffeetafel und lernten sich kennen.

Bei der Einschulung 2025 begrüßten die Mädchen und Jungen ihren neuen Mitschülerinnen und Mitschüler im Schulpark.
Seit sechs Jahren pflanzen die neuen Kinder der Schule zum Schulbeginn ein eigenes Apfelbäumchen, das sie hegen und pflegen, solange sie zur Schule gehen.
Gaby Ferg ist Klassenlehrerin der 0. Klasse und begrüßte die Vorschülerinnen und Vorschüler zusammen mit ihrem Schulhund Lemmy. Die Kinder der „Ahornklasse“ kleben zu Beginn ihrer Schullaufbahn ein Blatt an den Schulbaum, auf dem ihr Foto befestigt wird.