Deutsche Minderheit

Knivsberg: Die Plattform steht, jetzt kommt der Wasserlauf

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Andreas Jessen und Thore Naujeck wollen das gesamte Potenzial des Knivsberges ausschöpfen.

Die ersten Naturprojekte auf dem Knivsberg sind umgesetzt. Doch damit soll noch lange nicht Schluss sein.

Das Ziel ist klar: Der Bereich um den See im hinteren Teil des Knivsberg-Geländes ist eine Naturperle, die künftig unbedingt besser genutzt werden soll, da sind sich der Leiter der Bildungsstätte, Thore Naujeck, und sein Team einig.

Nun konnten die ersten Projekte diesbezüglich jüngst bereits umgesetzt werden. So gibt es jetzt oberhalb des Sees eine Aussichtsplattform mit Tischen und Bänken. „Hier können künftig zum Beispiel Schulklassen oder Kindergartengruppen im Freien arbeiten und ihren Unterricht abhalten. Man hat einen wunderbaren Ausblick über den Bereich rund um den See“, sagt Thore Naujeck.

Experte mit an Bord

Die neue Aussichtsplattform soll zum Lernen und Erleben einladen.

Zudem gibt es nun auch eine lange Treppe von den Sheltern (Unterstände) direkt runter zum See und zur Plattform. Möglich machten die Umsetzung 200.000 Kronen, die der dänische Freiluftrat bewilligte. Geplant und umgesetzt werden die Naturprojekte von Andreas Jessen, der im kommenden Jahr sein Studium der Forstwissenschaften an der Landbohøjskole in Kopenhagen abschließt und als Berater mit an Bord geholt wurde.

Er hat auch den Wasserlauf geplant, der als nächstes großes Naturprojekt angegangen wird. Er soll vom Sportplatz runter zum See verlaufen. Vorgesehen sind auch kleine Staudämme, mit deren Hilfe Kindern unter anderem die Nutzung von Wasserkraft veranschaulicht werden soll. „Wir haben mit den Schulen gesprochen, was sie gerne hätten. Sie haben sich aktiv an der Planung beteiligt. Künftig sollen sie beispielsweise ihren Physik- oder Biologieunterricht direkt hier abhalten und Dinge ausprobieren können“, so der Knivsbergleiter.

Andreas Jessen (l.) zeigt, wie der neue Wasserlauf aussehen könnte.

Zwei Optionen

Wie der Wasserlauf genau funktionieren wird, steht noch nicht fest. „Am idealsten wäre es, eine Pumpenanlage zu installieren, mit der das Wasser aus dem See zum Beginn des Wasserlaufs hochgepumpt wird und dann wieder zurück in den See fließt. Ich muss allerdings noch prüfen, ob wir das überhaupt machen dürfen oder ob es da aus behördlicher Sicht Einschränkungen gibt“, sagt Andreas Jessen.

Sollte die Lösung mit der Pumpe nicht möglich sein, soll über eine Drainage auf dem Sportplatz Regenwasser gesammelt und in den Wasserlauf geleitet werden.

Der geplante Wasserlauf, der auf dem Bild rechts vom See zum Sportplatz führt, soll nicht nur für Kindergärten und Schulklassen von Nutzen sein, sondern auch helfen, ein Problem des Knivsbergfestes zu lösen: Die Drainage verhindert Wasseransammlungen auf dem Sportplatz, auf dem beim Sommertreffen der deutschen Minderheit das Festzelt steht.

Als Gegenspieler zum wilden Wuchs sollen künftig auch mehr Obstbäume und Beerensträucher angepflanzt werden. Der angehende Naturverwalter denkt da unter anderem an Quitten, Kirschen, Holunder, Flieder oder Stachelbeeren. „Wir wollen Früchte anbauen, die wir selbst bei uns in der Küche verwerten können.“

Küchenchef bevorzugt Äpfel und Birnen

Der Wasserlauf soll vom See hoch bis zum Sportplatz führen. Andreas Jessen hat bereits genaue Vorstellungen, wie das Projekt umgesetzt werden kann.

Geht es nach Küchenchef Kasper Faltz, dürfen reichlich Äpfel- und Birnenbäume den Weg auf den Knivsberg finden. „Mit Äpfeln und Birnen kann ich in der Küche richtig viel machen. Das sind super vielseitige Obstsorten“, so der Chefkoch.

„Wir haben hier so viel großartige Natur und so viel ungenutztes Potenzial. Hier soll ein wirklich toller Lern- und Erlebnisraum für Schulen, Kindergärten und Familien entstehen“, sagt Thore Naujeck.