Umweltprojekte

Klimakonferenz: Ideen aus dem Grenzland sollen die Welt verbessern

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Professor Horst-Günter Rubahn leitet das Mads-Clausen-Institut an der Technischen Fakultät der SDU und ist einer der treibenden Kräfte hinter der Klimakonferenz und der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit.

Die deutsch-dänische Grenzregion möchte die Vorreiterrolle auf dem Weg zur Klimaneutralität einnehmen. Die neunte Ausgabe der internationalen Klimakonferenz „100% Climate Neutrality“ in Sonderburg zeigte, wie grenzüberschreitende Partnerschaften und neue Technologien die Energiewende beschleunigen könnten.

Die neunte internationale „100% Climate Neutrality“-Konferenz in Sonderburg brachte Fachleute, Unternehmensvertreterinnen und -vertreter sowie Politikerinnen und Politiker aus beiden Ländern zusammen. Im Mittelpunkt stand das Zusammenspiel von akademischer Forschung, praktischer Anwendung und kommunaler Verantwortung.

Alte Fähr-Batterien sollen als Speichermodule dienen

Das Beispiel der Wiederverwendung von E-Fährebatterien zeigte, wie aus regionaler Innovation globale Impulse entstehen. Jens Ringsmose, Rektor der Süddänischen Universität (SDU), betonte zum Auftakt: „Die Geschichte, wie elektrische Fährbatterien recycelt werden, ist ein Schulbeispiel dafür, was passiert, wenn akademische Neugier und Anwendungshunger zusammenkommen.“

Sein Fallbeispiel: Wenn die E-Fähre Ellen, die zwischen Ärø (Æerø) und Alsen (Als) hin und her fährt, demnächst nach fünf Jahren die alten Batterien austauscht, forschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der SDU daran, diese künftig als Speicher für Solar- und Windstrom einzusetzen. Dieses Projekt steht exemplarisch für den Innovationsgeist in der deutsch-dänischen Grenzregion, die sich immer deutlicher als nordisches Zentrum für grüne Technologie positioniert, sagte Ringsmose.

Windräder sollen Wasser in die Atmosphäre wehen

Das Strom-Ladeterminal im Hafen von Ärö, hier lädt die Fähre auf.

Ein weiteres Beispiel der Forschung in der Grenzregion: Professor Clemens Jauch von der Universität Flensburg (Flensborg) präsentierte das Konzept „Atmospheric Irrigation with Wind Turbines“. Dabei werden Windräder wiederverwertet, um Wasser in die Atmosphäre zu wehen, was vor allem in Regionen, die unter Trockenheit leiden, die Niederschlagsmengen steigern soll.

Die Konferenz zeigte zahlreiche weitere Technologien, die grenzüberschreitend entwickelt werden und direkte Anwendung auf regionale und globale Klimaschutzprojekte finden.

Ambition und Praxis in der Grenzregion

Während Deutschland bis 2045 klimaneutral werden will, verfolgt die alsische Firma Danfoss das Ziel der weltweiten Dekarbonisierung bereits bis 2030. Sonderburg ist mit dem Projekt „ProjectZero“ zum Labor für klimapolitische Innovation geworden, wie Professor Horst-Günter Rubahn berichtet, der das Mads Clausen Institut an der Technischen Fakultät der SDU in Sonderburg leitet: „Wir haben in der Grenzregion viele Kräfte, die gemeinsam an einem Ziel arbeiten. Die Verbindung von Forschung, Unternehmensinitiativen und kommunalem Engagement ist ein Modell mit Vorbildfunktion für ganz Europa.“

Ruhbahns Wunsch: Mit erweiterten Forschungsprogrammen, neuen Unternehmenskooperationen und zukünftigen Initiativen für 2026 soll Klimaneutralität kein ferner Wunsch bleiben, sondern sich greifbar in den Unternehmen und Forschungseinrichtungen der Grenzregion entwickeln.

Bürgermeister Erik Lauritzen nahm als Redner ebenfalls an der Konferenz teil.