Knivsberg

Ein Storchennest für die deutsche Minderheit

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Storch
Auf dem Knivsberg soll ein Storchennest entstehen (Symbolfoto).

Ein Zuhause für den Storch auf dem Knivsberg – das soll bald Realität werden. Naturberater Andreas Weitling Jessen möchte damit nicht nur tierisches Leben fördern, sondern auch Besuchende faszinieren. Mit Kamera, Aussichtspunkt und Bildungswert könnte das Projekt ein neues Highlight für die deutsche Minderheit werden.

Ein leises Rascheln im Gras, das Plätschern des nahen Sees, und über allem ein weiter Himmel: Der Knivsberg ist ein Ort, an dem die Natur sprechen darf. Bald könnte sie dabei Gesellschaft bekommen – von einem Storch.

Meister Adebar am Knivsberg?

„Wir arbeiten gerade daran, auf dem Knivsberg-Gelände ein Storchennest zu errichten, um zu sehen, ob wir die Möglichkeit haben, welche herzubekommen“, sagt Andreas Weitling Jessen. Der junge Forststudent, selbst Teil der deutschen Minderheit, koordiniert verschiedenste Naturprojekte auf dem Gelände und träumt davon, dass bald ein Storch dauerhaft Quartier bezieht.

Der Zeitpunkt scheint günstig: In Schleswig-Holstein gab es 2024 mit 890 Jungstörchen einen neuen Rekord. Die wachsende Population macht es wahrscheinlich, dass sich einzelne Tiere auch jenseits der Grenze niederlassen.

Wir wollen mit der Natur dort sein, aber ohne zu stören.

Andreas Weitling Jessen

„Ich denke, das würde für ganz schön viele Besucher sorgen, wenn wir hier einen Storch hätten“, so Jessen. Denn das Nest wäre nicht nur Symbol und Anziehungspunkt, sondern auch Teil eines Bildungsangebots.

Der Freiluftrat hat 200.000 Kronen an die Bildungsstätte der deutschen Minderheit vergeben. Mit dem Geld wird eine Reihe von Naturprojekten auf den Weg gebracht. Für deren Umsetzung wurde Andreas Jessen angeheuert (Archivbild).

Die Idee: Eine Kamera am Nest überträgt Live-Videobilder auf einen Fernseher im Jebsen-Haus. Ein stationäres Fernglas auf der Bergspitze könnte die Sicht auf das rund 230 Meter entfernte Nest zusätzlich ermöglichen.

Natur erleben – ohne zu stören

Wichtig sei dabei laut Jessen das richtige Maß an Nähe: „Uns hat ein Storchenexperte gesagt, dass Störche gerne Menschen mögen, denn dann sind da nicht so viele andere Feinde. Aber natürlich wollen wir sie in Ruhe lassen. Wir wollen mit der Natur dort sein, aber ohne zu stören.“

Das künftige Storchennest entsteht aktuell in Handarbeit. An dem oberen Teil des Nestes wird bereits gearbeitet. „Wir gucken außerdem gerade nach einem großen Pfahl“, erklärt Jessen. Darauf soll das Nest sicher thronen, mit guter Sicht über das Gelände – und bester Aussicht auf Futterquellen.

Das Storchennest wird voraussichtlich oben rechts im Bild errichtet, wo der eingezeichnete Stern zu sehen ist.

Denn entscheidend ist laut dem Naturberater, „dass der Storch so dicht wie möglich Nahrung finden kann. Das Wasserloch und unsere Naturprojekte um den See herum können ihm hoffentlich helfen.“

200.000 Kronen vom Freiluftrat

Der Bau des Storchennestes ist Teil einer größeren Natur-Offensive auf dem Knivsberg. Seit dem Sommer 2023 werden unter Leitung von Andreas Jessen neue Projekte umgesetzt – finanziert durch eine Förderung in Höhe von 200.000 Kronen vom dänischen Freiluftrat. Ziel ist es, das Areal sowohl für Tiere als auch für Schulklassen und Besuchende noch attraktiver zu machen.

Diese Projekte sind bereits in Planung oder im Bau:

Die Naturprojekte auf dem Knivsberg

Aussichtsplattform am See

Renaturierung des Tümpels

Mehr Biodiversität im Wald

Wasserlauf und Schulprojekt