Deutsche Minderheit

BDN Norderharde löst sich auf: „Der Verein ist einfach eingeschlafen“

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Arno Knöpfli ist der amtierende Kassierer des Vereins. Da seit Jahren keine Mitgliedsbeiträge eingehen, ist die Aktivität in der Vereinskasse aber sehr beschränkt.

Der BDN-Ortsverein Norderharde stellt sein Bestehen nach jahrelanger Inaktivität ein. Kassierer Arno Knöpfli und Vorsitzender Jan Georg Hoff erklären, wie fehlende Mitglieder und wenig genutzte Angebote zum Niedergang geführt haben – und was jetzt als Nächstes passiert.

Der Ortsverein Norderharde des Bundes Deutscher Nordschleswiger (BDN) steht nach Jahren der Inaktivität endgültig vor der Auflösung. Der noch amtierende Vorsitzende Jan Georg Hoff und Kassierer Arno Knöpfli erklären, dass der Verein seit etwa zehn Jahren keine Veranstaltungen mehr durchgeführt hat und es keine „reellen“ Mitglieder mehr gibt, die den Verein aktiv unterstützen.

„Wir halten es für unrealistisch, dass der Verein wiederbelebt werden kann“, beschreibt Arno Knöpfli die aktuelle Lage. Deswegen beantragte der Ortsverein Norderharde seine Auflösung – und der BDN-Hauptvorstand stimmte diesem Antrag auf seiner Sitzung am Montagabend zu.

Wie es zum Auflösungswunsch kam

Schon seit vielen Jahren denkt der Vorstand über die Einstellung des Vereins nach. Denn: Es finden keine Veranstaltungen in Eigenregie mehr statt, und die Mitgliederzahl ist kontinuierlich zurückgegangen.

Kassierer Knöpfli bilanziert: Letztendlich sei es die „fehlende Beinarbeit gewesen“, um jüngere Menschen einzubeziehen, sie im Verein aufzunehmen und Aktivitäten anzubieten, die sie interessieren. „Der Verein ist ganz einfach still und ruhig eingeschlafen.“

Der Vorsitzende fügt hinzu, dass die Angebote sich überwiegend an ältere Menschen gerichtet hätten. Beispielsweise eine Begehung in einem Weinberg auf Nordalsen oder Auftritte der Laienschauspielgruppe aus dem Fördekreis.

Zudem zögen Jüngere nach dem Schulabschluss oft weg von Nordalsen, um sich in anderen Städten und Landesteilen niederzulassen, so die Analyse von Jan Georg Hoff.

Der formale Ablauf

Die Vereinsstruktur im Bund Deutscher Nordschleswiger ist in Ortsvereine sowie in Bezirke aufgeteilt.

Die Satzung des Ortsvereins regelt eine Auflösung mit zwei Generalversammlungen. Da aber kaum noch Mitglieder existieren, hat der Hauptvorstand beschlossen, die Auflösung öffentlich im „Nordschleswiger“ und über weitere Medien zu verkünden.

Ehemalige oder noch existierende Mitglieder können dem Plan widersprechen. Bleiben Widerspruch und gute Argumente gegen eine Auflösung aus, erfolgt die endgültige Niederlegung.

Die etwa 2.000 Kronen in der Vereinskasse werden an den Ortsverein Sonderburg (Sønderborg) überwiesen – verbunden mit der Empfehlung, dass auch weiterhin mal Aktivitäten auf Nordalsen stattfinden.

Stimmen zur Zukunft

Bereits 2011 diskutierten Mitglieder des Ortsvereins die Zukunft.

Jan Georg Hoff betont, dass eine Neuauflage des Ortsvereins keinesfalls ausgeschlossen ist: „Das könnte ja schön sein, wenn neue Kräfte da wären, die Initiative zeigen würden.“

Die deutsche Minderheit auf Nordalsen sei mit der Auflösung des Ortsvereins aber keineswegs aufgeschmissen: „Viele sehen sich im Ruderverein, da ist viel los, und da treffen sich Jung und Alt. Das ist aktuell der Treffpunkt der deutschen Minderheit auf Nordalsen“, sagt Hoff.

Ob sich in den kommenden Jahren wieder neue Initiativen bilden, bleibt offen und hängt laut den scheidenden Mitgliedern Knöpfli und Hoff von engagierten Mitgliedern und neuen Impulsen ab.

Und wer eine Anbindung an einen Ortsverein wünscht, der kann dem Beispiel von Arno Knöpfli folgen: Der ist bereits Mitglied im BDN-Ortsverein Sonderburg.

„Das kann ich allen anderen auch empfehlen, die sich eine Mitgliedschaft im BDN wünschen und auf Alsen leben.“

BDN Ortsvereine

Der Bund Deutscher Nordschleswiger (BDN) hat insgesamt 16 Ortsvereine. Diese sind in vier Bezirke unterteilt und vertreten zusammen rund 3.000 Mitglieder. Die Ortsvereine sind lokal verankerte Kulturträger der deutschen Minderheit in Nordschleswig und tragen zur kulturellen Vielfalt der Region bei.