Jubiläum

20 Jahre Luftrettung: Deutscher Hubschrauber als Lebensretter in Nordschleswig

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„Christoph Europa 5“ aus Niebüll ist seit 20 Jahren eine zentrale Stütze der Notfallversorgung für die dänische und deutsche Westküste.

Der Rettungshubschrauber „Christoph Europa 5” aus Niebüll ist seit zwei Jahrzehnten eine wichtige Unterstützung für die Notfallversorgung in Nordschleswig. Doch die Zukunft der grenzüberschreitenden Kooperation stand lange auf der Kippe – bis zu einer neuen Entscheidung der Region Süddänemark.

Als der Rettungshubschrauber „Christoph Europa 5” am 1. April 2005 seinen Dienst in Niebüll (Nibøl) aufnahm, markierte dies den Beginn der ersten grenzüberschreitenden Luftrettung zwischen Deutschland und Dänemark. Heute ist er fester Bestandteil der Notfallrettung entlang der deutsch-dänischen Grenze.

Die Maschine unterstützt das dänische Notarzthubschraubersystem und wird regelmäßig nach Nordschleswig gerufen. Besonders abgelegene Gebiete wie die Insel Röm (Rømø) oder die Gemeinden Tondern (Tønder), Hoyer (Højer), Tingleff (Tinglev) und Bau (Bov) profitieren von der schnellen Verfügbarkeit.

In nur elf Minuten nach Röm

Gerade in medizinischen Notfällen zählt jede Minute. So benötigt „Christoph Europa 5” lediglich elf Minuten nach Röm oder sieben Minuten nach Föhr, wie „shz.de” berichtet.

Auch Stationsleiter und Pilot Jürgen Voiss hebt die hohe Bedeutung der Luftrettung, insbesondere für abgelegene Regionen, hervor. „Wenn man sich die Region hier anschaut, ist auf der Stelle klar, warum die Luftrettung im Notfall so wichtig ist. Gerade auf den Inseln und anderen entlegenen Regionen des Landes sind wir unschlagbar schnell.“

Modernste Technik

Seit 2023 kommt in Niebüll ein moderner Rettungshubschrauber vom Typ H145 mit Fünfblattrotor zum Einsatz. Die Maschine bietet mehr Platz und ermöglicht dank Autopilot und digitalem Cockpit besonders sichere Flüge – sowohl in der Notfallrettung als auch beim Kliniktransport.

Auch die medizinische Ausrüstung wurde aufgerüstet: Ein Videolaryngoskop als Intubationshilfe, ein mobiles Sonografiegerät für die schnelle Diagnose von inneren Verletzungen und ein Blutgasanalysegerät sorgen für eine präzise Erstversorgung direkt am Einsatzort, wie „shz.de” weiter schreibt.

In zwanzig Jahren ist „Christoph Europa 5” bereits zu mehr als 21.000 Einsätzen gerufen worden, davon zu zwischen 20 und 50 jährlich in der Region Süddänemark.

Zukunft der Luftrettung in Nordschleswig gesichert

Trotz der großen Bedeutung der grenzüberschreitenden Einsätze gab es immer wieder Diskussionen über die Finanzierung auf dänischer Seite. Die Region zahlte zuletzt bis zu 1,5 Millionen Kronen jährlich. Die DRF Luftrettung hatte jedoch vor, die bestehende Vereinbarung mit der Region Süddänemark vorzeitig zu kündigen, um ein neues Preismodell einzuführen.

Der süddänische Regionalrat hat nun entschieden, die Zusammenarbeit mit der DRF Luftrettung zu verlängern und sogar auszubauen. Zukünftig wird die Region einen höheren Satz von 120 Euro statt bisher 90 Euro pro Flugminute zahlen. Im Gegenzug wird der Service auf 24 Stunden täglich ausgeweitet, und Gebühren für abgebrochene Einsätze sollen künftig entfallen.