US-Broker

Robinhood zahlt 70 Millionen Dollar wegen Regelverstößen

Robinhood zahlt 70 Millionen Dollar wegen Regelverstößen

Robinhood zahlt 70 Millionen Dollar wegen Regelverstößen

dpa
Washington
Zuletzt aktualisiert um:
Robinhood ist in die Schlagzeilen geraten. Foto: Patrick Sison/AP/dpa

Diesen Artikel vorlesen lassen.

Wegen angeblicher Irreführung von Kunden und zu lascher Kontrollen bei riskanten Börsenwetten muss das Unternehmen fast 70 Millionen Dollar (59 Mio Euro) zahlen. Das teilte die US-Finanzaufsicht Finra mit.

Den durch Turbulenzen um heißgelaufene Aktien von US-Firmen wie Gamestop und AMC in die Kritik geratenen Wertpapier-Broker Robinhood kommen frühere Regelverstöße teuer zu stehen.

Wegen angeblicher Irreführung von Kunden, zu lascher Kontrollen bei riskanten Börsenwetten und technischer Pannen zahle das Unternehmen bei einem Vergleich fast 70 Millionen Dollar (59 Mio Euro), teilte die US-Finanzaufsicht Finra am Mittwoch mit. Mit 57 Millionen Dollar entfällt der Großteil auf eine Geldstrafe - laut Finra die höchste, die je von der Behörde verhängt wurde.

Durch die Einigung mit der Aufsicht kann Robinhood vor seinem Börsengang eine wichtige rechtliche Baustelle schließen. Doch auch andere US-Behörden haben das 2014 gegründete und im kalifornischen Menlo Park ansässige Unternehmen auf dem Kieker. In seinem Jahresbericht führte Robinhood Ermittlungen der Börsenaufsicht SEC sowie der Generalstaatsanwaltschaft und Finanzaufsicht in New York auf, die einen Hackerangriff auf Nutzerdaten betreffen. In Massachusetts werfen Aufseher Robinhood vor, etwa durch unlauteres Marketing Finanzmarktgesetze in dem Bundesstaat verletzt zu haben.

Ohnehin hat das Unternehmen jede Menge rechtlichen Ärger. So laufen auch Sammelklagen von Nutzern, die sich wegen technischer Pannen am Wertpapierhandel gehindert sahen oder dem Broker Fehler bei der Orderausführung vorwerfen. Darüber hinaus klagten rund 2000 Kunden, deren Konten angeblich beim Hackerangriff gekapert wurden. Weitere Sammelklagen gegen Robinhood drehen sich etwa um Verletzungen treuhänderischer Vertragspflichten zum Nachteil von Nutzern.

Zudem gibt es einen brisanten Rechtsstreit mit der Familie eines Kunden, der sich im Juni 2020 im Alter von 20 Jahren in der - falschen - Annahme das Leben genommen hatte, dass er enorme Verluste beim Handel mit Aktienoptionen erlitten habe. All diese Fälle laufen unabhängig von den jüngsten Kontroversen um Handelsbeschränkungen während der Kursrally von Aktien verschiedener US-Firmen wie des Videospielhändlers Gamestop oder der Kinokette AMC, die bereits zu neuen Ermittlungen und Sammelklagen geführt haben.

Mehr lesen