Vor 100 und vor 50 Jahren

Chronik: Panik im Harem und Häuserbau in Tingleff

Chronik: Panik im Harem und Häuserbau in Tingleff

Chronik: Panik im Harem und Häuserbau in Tingleff

Jürgen Ostwald
Nordschleswig
Zuletzt aktualisiert um:
Sonderburger Schloss
Das Sonderburger Museum, das während des Ersten Weltkriegs gegründet worden war, erhielt immerzu Schenkungen und Leihgaben aus der Umgegend, über die stets berichtet wurde. So auch am 1. Dezember 1922. Foto: Paul Sehstedt

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Was hat im Dezember vor 100 und vor 50 Jahren für Schlagzeilen gesorgt? Jürgen Ostwald hat im Archiv die Zeitungen durchforstet und aufgelistet, was die Menschen 1922 und 1972 bewegt hat.

Foto: DN

Freitag, 1. Dezember 1922
Die Kirchenvertretung in Ulderup hat der Abteilung für kirchliche Kunst im Schloß-Museum folgende Gegenstände als Depot überwiesen: Eine Sonnenuhr aus Blei aus dem 17. Jahrhundert, ein Halseisen vom Schandpfahl der früher bei der Ulderuper Kirche stand und einen reichverzierten Bronzehelm aus der Zeit um 1600. Dieser Helm soll von einem früheren Besitzer von Blansgaard stammen, dem 1613 verstorbenen Ritter Jacob Magnussen.
Der Helm, noch heute im Sonderburger Museum, gehörte wohl nicht Jacob Magnussen, dessen Familie lange das Gut Blansgaard besaß. Er war kein Militär. Der Historiker Erik Moltke, der mit anderen vor 75 Jahren die Kirchen-Inventarisation Nordschleswigs betreute, schrieb den Helm anhand einiger Indizien dem Adligen Johann von Fircks zu, der seit 1643 eine Zeit lang Blansgaard besaß. Fircks stammte aus Kurland, stand dann als Offizier in königlich-dänischen Diensten. Er war offenbar an der Errichtung der Festung Frederiksstad im Süden Norwegens in den Jahren 1663/65 durch den Niederländer Willem Coucheron beteiligt. Als Generalmajor war Fircks bis zu seinem Tod 1667 Festungskommandant von Frederiksstad. Der Helm war bereits lange im Westen der Kirche von Ulderup (Ullerup) oberhalb der Blansgaard-Empore fest angebracht, wie der Lehrer Olaf Duus in seiner „Darstellung der Halbinsel Sundewitt“ noch 1830 berichtete.

Helm
Der Helm ist eine sogenannte Zischägge (auch Husarische Haube oder Ungarische Sturmhaube, dän. Krebsehjelm, abgeleitet vom Krebs-Kürass), die im 17. Jahrhundert überall in Europa verbreitet war und aus den Vorbildern türkischer Reiterharnische entwickelt wurde – daher die aus dem Türkischen stammende Bezeichnung des Helms. Foto: Museum Sønderjylland

Sonnabend, 2. Dezember 1922
Die Odalisken des Sultans in Geldnöten
Nach einer Meldung aus Konstantinopel ist unter den Frauen des Sultans eine Panik ausgebrochen. Drei der legitimen Gattinnen flehen um Finanzhilfe. Sie drücken gleichzeitig der Angoraregierung ihre Ergebenheit und Rechtgläubigkeit sowie die Hoffnung aus, dass man sie unbehelligt lassen werde. Im Harem herrscht großer Schrecken. Zweihundert Odalisken sind völlig mittellos dem Elend preisgegeben.
Im Sommer 1920 wurde das Osmanische Reich aufgelöst, und ein Bürgerkrieg erschütterte die dann 1923 gegründete Republik der Türkei unter Atatürk. In dieser Zeit geriet auch bald das gewaltige Eigentum des ehemaligen Sultans Mohammed VI. in den Besitz der Republik. So auch der Tokapi-Palast im heutigen Istanbul, der damals auch den Harem beherbergte und heute ein großflächiges berühmtes Museum des Osmanischen Reiches ist. Die Lage der Harems-Damen – vgl. auch die Meldung unten vom 19. Dezember 1922 – war damals in den westlichen Zeitungen ein ausführlicher behandeltes Thema als etwa der Hunger in den Provinzen.

Sonnabend, 2. Dezember 1922
Deutscher Kriegsvortrag in Kopenhagen
Der deutsche General v. Hoehn hielt im Offiziersverein für die Mitglieder der „Kriegswissenschaftlichen Gesellschaft“ und des „Artillerie-Offiziersvereins“ einen Vortrag. Unter den Zuhörern befanden sich der König, Prinz Harald und eine größere Anzahl höherer Offiziere sowie die Mitglieder der deutschen Kolonie. Der bayerische General v. Hoehn, der den ganzen Weltkrieg mitgemacht hat, behandelte die Eroberung des Sperrforts Camp des Romains und die Besetzung des Brückenkopfes St. Mihiel.
Der hochrangig besuchte Vortrag steht wohl im Zusammenhang mit der damals auf den Weg gebrachten dänischen Heeresreform. Maximilian von Höhn (1859-1936), ein bürgerlicher Richtersohn aus dem fränkischen Kitzingen wurde 1911 vom bayerischen Prinzregenten Luitpold geadelt. Nach dem Ende der bayerischen Monarchie wurde Höhn 60-jährig aus dem Militärdienst verabschiedet. Bis zu seinem Tod nahm er offenbar nicht – wie andere hochrangige bayerische Militärs – am politischen Leben auf der Rechten in Bayern teil. In der Militärgeschichte hat er offenbar seinen Platz, aber auch einen wenn auch kleinen in der Literaturgeschichte: Rainer Maria Rilke erhielt 1915 zu seinem tiefen Erschrecken – „welches völlig incommensurable Schicksal“ (Rilke) – seinen Gestellungsbefehl. Er schrieb 1915 an seine Gönnerin Sidhony Nadherny: „... fünfundzwanzig Jahre haben nicht ausgereicht, den Schaden und die Erschöpfung, die die Militärschulzeit mit mir angerichtet hat, seelisch sowohl als körperlich, auszugleichen … Ich leide, können Sie sich denken, unter dieser ungeheuren Beängstigung, die ja nicht mir persönlich sondern der Arbeit gilt, in der ich so tief und innig verwurzelt und verpflichtet bin.“ Im Winter 1915 – einer literarisch fruchtbaren Zeit – versuchte Rilke, auch den damaligen General-Major von Höhn auf sich und seine Lage aufmerksam zu machen, „da er zugleich Chef des Kriegspresse-Quartiers ist“ (Rilke). Aufgrund auch des Einflusses von Höhn wurde Rilke im Kriegsarchiv und später im k. u. k. Kriegspressequartier eingesetzt.

Montag, 4. Dezember 1922
Der Prozess gegen den Prinzen Andreas
Die Blätter melden aus Athen, dass der Prozess gegen den Prinzen Andreas begonnen hat. Man bezwecke anscheinend durch diese Eile, Interventionen von auswärts unmöglich zu machen. Wie verlautet, hat sich König Konstantin an den König von Italien gewandt, bei der griechischen Regierung zugunsten des Prinzen zu intervenieren.
Als der Krieg Griechenlands gegen die Türkei 1922 verloren war, dankte der König Konstantin I. aus dem Hause Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg als König der Griechen ab. Sein Bruder, in einen Staatsstreich verwickelt, konnte dank des Einflusses zahlreicher europäischer Königshäuser vor dem Erschießen gerettet werden und emigrieren, während einige verurteilte griechische Minister den Tod fanden. Auf der Flucht über See nahm Andreas neben seinen vier Töchtern auch seinen jüngsten Spross (geb. 1921) mit: Philip, den späteren Duke of Edinburgh und Ehegatten der jüngst verstorbenen englischen Königin. Andreas starb 1944 in Monte Carlo.

Donnerstag, 7. Dezember 1922
Tondern
Die Einwohnerzahl Tonderns betrug laut Zählung vom 15. Oktober d. J. 5122, davon 2522 männliche und 2600 weibliche. Im vorigen Jahre betrug die Einwohnerzahl 5015, der Zugang beträgt also 107 Personen.
Heute hat Tondern 7.505 Einwohnerinnen und Einwohner.

Sonnabend, 9. Dezember 1922
Die Kleine-Belt-Brücke
Der dänische Staat beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit dem Gedanken des Baus einer Eisenbahnbrücke über den Kleinen Belt bei Fredericia. Wegen Geldmangels ist die Ausführung jetzt wieder ins Ungewisse hinausgeschoben. In Fünenschen Blättern wird jetzt berichtet, dass von privater Seite für die Verwirklichung einer Eisenbahn- und Straßenbrücke gearbeitet wird. Ein Kapital von 25 Millionen Kronen soll gesichert sein.
Es darf an dieser Stelle einmal darauf aufmerksam gemacht werden, dass Nachrichten aus Dänemark, sofern sie nicht Nordschleswig betrafen, in der „Sonderburger Zeitung“ kaum eingerückt wurden. Der Blick ging nach Süden. Eine Kenntnisnahme von Vorgängen in dem Staat, in dem man lebte, wurde der Leserschaft vorenthalten.

Dienstag, 12. Dezember 1922
Fridtjof Nansen erhält den Nobel-Friedenspreis
Bei einer Feier im Nobelinstitut in Christiania wurde am Sonntag der Nobel-Friedenspreis Professor Dr. Fridtjof Nansen überreicht.
Diese kurze Meldung findet man unter „Vermischtes“ auf Seite drei. Eine Würdigung findet sich nicht. Die fast gleichzeitige Verleihung des Physik-Nobelpreises an den dänischen Forscher Niels Bohr wird in unserer Zeitung gar nicht erst erwähnt! In deutschen Blättern wird er ausführlich gewürdigt, in dänischen – wie sich denken lässt – ohnehin. Dieser Nicht-Nennung steht die heutige Leserschaft verständnislos gegenüber. Sie lässt sich nur dadurch erklären, dass alle politischen Nachrichten und Meldungen aus dem Königreich im Dienste der Grenzrevisions-Kampagne standen. Da erschien es den Redakteuren günstiger, positive Meldungen gar nicht erst zu bringen.

Mittwoch, 13. Dezember 1922
Tingleff entwickelt sich!
Manche Fortschritte sind schon zu verzeichnen. Wir erhalten Kleinpflaster. Schon seit vielen Wochen arbeitet man daran, unsere Dorfstraße neu zu bauen. Dabei geht man wirklich gründlich zu Werke. Denn man legt das neue Pflaster nicht auf die alte Fahrstraße. Nein, die wurde zunächst mit Dampfkraft aufgepflügt; dann fuhr man die alte Steinpackung fort. Die geringen Steigungen, sie waren wirklich höchst unbedeutend, mussten verschwinden, und nun brachte man neues Packmaterial darüber und die Grundlage für unsere zukünftige Dorfstraße war geschaffen. Heute ist man schon damit beschäftigt, das Kleinpflaster zu legen, bald wird Tingleff eine wirklich vorzügliche Straße besitzen. – Tingleff entwickelt sich! Wir werden städtisch! Seit einigen Tagen haben wir sogar wieder elektrische Straßenbeleuchtung. Das ist ein sehr erfreulicher Fortschritt. Im Laufe des Sommers hat man das alte, wenig leistungsfähige Elektrizitätswerk angekauft und erweitert. Jetzt ist es modern eingerichtet. Neben der alten Dampfmaschine steht heute ein leistungsfähiger Dieselmotor. Die nötigen Akkumulatoren sind angeschafft … Tingleff wächst! Schon vor dem Kriege in lebhafter Entwicklung begriffen, wurde durch denselben alle Bautätigkeit unterbunden. Im letzten Jahre aber ist sie wieder ziemlich lebhaft gewesen. Eine ganze Anzahl von Häusern wurde neu aufgeführt und bezogen. Vor wenigen Tagen eröffnete das bekannte Manufakturgeschäft von Thiel Juncker seine ganz bedeutend erweiterten Geschäftsräume; gerade heute tat das in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs gelegene neue Geschäft von Lorentzen & Co. in dem soeben fertiggestellten Neubau seine Pforten dem Publikum auf.

Dienstag, 19. Dezember 1922
Die Auflösung des Sultan-Harems
Der Haushalt des abgesetzten Sultans Mohammed VI. wird jetzt von den türkischen Behörden aufgelöst, und die größte Schwierigkeit macht der „Abbruch des Harem“. Von den dreihundert Nebenfrauen des Herrschers soll die Hälfte nach ihrer Heimat zurückgeschickt werden. Um die Zukunft dieser Damen braucht man sich keine Sorgen zu machen; sie werden nämlich sehr schnell Männer finden, da die Stellung einer Palastfrau des Sultans in der türkischen Gesellschaft sehr hoch geachtet wird. Die Hälfte der Eunuchen Mohammeds ist bereits in den Harem des neuen Kalifen übergeführt worden, wo sie weiter Dienst tun. Die vier Hauptfrauen des Sultans werden aus den Erträgnissen seines persönlichen Eigentums unterhalten, das jetzt festgestellt wird. Man will diesen Damen aber das „bloße Existenzminimum“ zubilligen, weil dem geflohenen Sultan Verrat vorgeworfen wird.

Die Favoritin im Harem
Die Favoritin im Harem – Prinzessin Nazili. Gemälde 132 x 170 cm Privatbesitz. Der männliche Blick in der Harems-Erotik der Malerei wurde nicht nur von Männern gemalt. Auch die Dänin Elisabeth Jerichau-Baumann (1819-1881) - in Paris, London und Kopenhagen gleichermaßen beheimatet - bediente das Genre. Foto: J. Miskowiak, E. Jerichau-Baumann, 2018

Seit dem 17. Jahrhundert gab es immer mal wieder Wellen der „Türkenmode“. Sie erfasste etwa Kleidung, Gartenkunst, Getränke. Das bürgerliche 19. Jahrhundert entdeckte die rätselhafte Welt des Harems und zögerte nicht, sie in einem westlichen Sinne erotisch aufzuladen, wie es besonders die Malerei in Paris, London usw. zelebrierte, auch in Kopenhagen (vgl. Abb.). Die Meldungen von 1922 schließen die Mode für die westliche Welt ab, für sie ist sie nun historisch.

Foto: DN

Sonnabend, 9. Dezember 1972
Die größte Illustrierte der Welt
Die größte Illustrierte der Welt, „Life“, soll eingestellt werden, wie der amerikanische Zeitungs- und Zeitschriftenverlag „Time Incorporated“ am Freitag in New York bekanntgab.
Anfang Januar 1888 erblickte das Magazin „Life“ in New York das Licht der Welt, 1972 wurde es eingestellt – fast, denn bis 1978 erschien es noch als Monatsblatt, dann noch gelegentlich, bis es um 2000 endgültig einschlief. Was blieb ist ein Fundus von zehn Millionen Illustrationen und Fotografien.

Life Magazin
Cover des Life Magazines, 1914 Foto: Archiv

Freitag, 15. Dezember 1972
Heine-Feiern in Ost und West
Mit Feierstunden ist am Mittwoch in der Bundesrepublik und in der DDR des Dichters Heinrich Heine gedacht worden, der vor 175 Jahren, am 13. Dezember in 1797 in Düsseldorf geboren wurde. In Heines Geburtsstadt zog Bundespräsident Heinemann Parallelen zwischen Heinrich Böll und Heinrich Heine, weil beide als Schriftsteller den poetischen Elfenbeinturm verlassen hätten. (…) In der DDR, wo in allen Bezirken Veranstaltungen zu Ehren Heines stattfinden, nannte DDR-Kultusminister Klaus Gysi Heine einen „konsequenten revolutionären Demokraten“ und einen „unmittelbaren Vorbereiter des Marxismus“. Bundespräsident Heinemann verband in seiner Düsseldorfer Rede mit dem Hinweis „Ich mag diesen Heinrich Heine“ ein eindringliches Porträt für den noch immer umstrittenen Autor. Heine sei nicht nur ein Meister der deutschen Sprache, sondern auch ein wahrer Patriot und leidenschaftlicher Demokrat gewesen.

Heine
Vor 50 Jahren erreichte das DDR-Volkslesebuch von Walter Victor: Heine. Ein Lesebuch für unsere Zeit, das erstmals 1950 erschien, schon eine Auflage von über 250.000 Exemplaren. Und so ging es weiter. Bis zur Wendezeit 1989 kam noch einmal dieselbe Zahl hinzu. Eines darf man nicht vergessen: Das „Leseland DDR“ hat es tatsächlich gegeben. Walter Victor (1895-1971) gab zahlreiche Lesebücher (Goethe, Lessing, Brecht, Kleist usw.) heraus, die ebenfalls sehr hohe Auflagen erreichten. Foto: Archiv

Als im Jahre 1956 im Westen Deutschlands eine „Heinrich-Heine-Gesellschaft“ gegründet wurde, nahmen die Ostdeutschen daran nicht teil. Dort war Heine bereits im Jahr der Gründung der DDR zum Staatsdichter emporgehoben worden. Die Buchauflagen überstiegen bald jene der im Westen erschienenen Heine-Titel um ein Vielfaches. Zu unterschiedlich waren die Positionen in Ost und West. Eine Gemeinsamkeit, wie es der (gesamtdeutschen) Goethe-Gesellschaft und der Shakespeare-Gesellschaft gelingen sollte, gelang bei Heine aus verschiedenen Gründen nicht. Nach der Wende 1989 gab es einige Schwierigkeiten, denn es gab zwei unterschiedliche, schon jahrelang bearbeitete historisch-kritische Heine-Ausgaben. Man musste sich zusammenraufen. Im Westen erschien in der sogenannten Düsseldorfer Ausgabe der erste Band. Die Heine-Säkular-Ausgabe in Weimar wurde vorbereitet und seit 1970 ediert. Die Ausgabe im Westen ist abgeschlossen, jene im Osten wird heute von der Klassik Stiftung Weimar betreut. Es liegen fast 60 Bände vor. Viele weitere werden folgen.

Dienstag, 19. Dezember 1972
Unbekanntes U-Boot geistert noch vor Grönland herum
Der dänische Polizeikutter „Eli Knudsen“ hat in der Nacht von Freitag auf Sonnabend vier bis fünf Meilen lang an der grönländischen Westküste erneut das mutmaßliche U-Boot unbekannter Nationalität mit Radar geortet, wie Verteidigungsminister Kjeld Olesen am Montag in Kopenhagen auf einer Konferenz für die Auslandspresse berichtete.
In den siebziger und achtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts mehrten sich die Nachrichten über unbekannte, aber mutmaßlich sowjetische U-Boote, die in norwegischen, schwedischen und dänischen Hoheitsgewässern geortet worden waren. Vor Stockholm drangen sie sogar mehrfach in die Schären-Welt der Küste ein. Kjeld Olesen, der einige Monate zuvor gerade 50 Jahre alt geworden war, war von 1971-1973 Verteidigungsminister und für Marinefragen gut geeignet. Denn er hatte bei der bekannten Reederei J. Lauritzen gelernt. Bald aber ging er als Sozialdemokrat in die Politik und war seit 1966 Mitglied des Folketings.

Dienstag, 19. Dezember 1972
Die Silvesternacht ist eine Sekunde länger
Die Silvesternacht bringt in diesem Jahr eine Sekunde zusätzlich zum Feiern. Wie das Deutsche Hydrographische Institut am Montag in Hamburg bestätigte, wird eine Stunde nach dem Jahreswechsel eine „Schaltsekunde“ das Jahr verlängern. Die Schaltsekunde wird zum zweiten mal eingeführt, um die für die Uhren gültige Atomzeit der tatsächlichen Umdrehung der Erde anzupassen.

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