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Mariaheim: Mit mehr Sandkamm-Möller-Kunst und einer Vase

Mariaheim: Mit mehr Sandkamm-Möller-Kunst und einer Vase

Mariaheim: Mit mehr Sandkamm-Möller-Kunst und einer Vase

Sonderburg/Sønderborg
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Renate Weber-Ehlers mit der Vase und hinter ihr das Aquarell von Peter Sandkamm-Möller Foto: Ilse Marie Jacobsen

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Renate Weber-Ehlers hat dem Frauenbund mehrere besondere Geschenke überreicht. Unter anderem ein Tulpen-Gemälde und die Vase des Kunstwerks können nun im Mariaheim bewundert werden. Der Frauenbund hat ebenfalls eine neue Kassiererin.

Der deutsche Maler Peter Sandkamm-Möller (1893 bis 1981) von Schauby (Skovby) auf Alsen (Als) war ein unglaublich produktiver Künstler. Viele seiner Zeichnungen, Aquarelle und Gemälde mit Motiven aus seiner Heimat verzieren die Wände in vielen Pflegeheimen und kommunalen Institutionen.

Der Aufenthaltsraum des Mariaheims wurde in den vergangenen Monaten modernisiert und unter anderem auch mit mehreren zusätzlichen antiken Möbeln ausgestattet. In dem großen Raum ist es dadurch viel gemütlicher geworden. 

Aufenthaltsraum mit mehr Möbeln

Es hängen nun auch mehrere neue Gemälde an den Wänden. Zwei schöne Ansichten aus dem alsischen Raum sind Arbeiten von Peter Sandkamm-Möller. Das neueste Aquarell ist ein schöner, frischer Strauß Tulpen in einer keck gestreiften Vase. Und diese Vase steht obendrein auf der alten Kommode gleich daneben. Die Vorsitzende Renate Weber-Ehlers hat dem Frauenbund mehrere solcher alten Geschenke gemacht.

Das Gemälde und die Vase hat die Ärztin bei ihrer Schwägerin Ursula Klingner Weber erworben. Das Aquarellgemälde und die Vase gehörten zum Nachlass von Ursula Klingners verstorbenen Eltern. 

Ursula Klingner Weber findet das Gemälde heute noch sehr schön. Sie weiß, dass ihre Eltern das Aquarell und die Vase von einer Freundin der Mutter kauften. Die Frau hatte die beiden Werke vom Künstler selbst erhalten. Ursula Klingner Weber musste sich aber nach dem Tod der Mutter entscheiden – sie konnte einfach nicht alles zu Hause unterbringen. „Meine Eltern haben das Gemälde immer sehr gemocht. Aber mein Onkel ist ja Gottfried Kinze – von ihm wollte ich auch etwas behalten. Man hat nur den Platz, den man hat“, meinte sie auf Anfrage des „Nordschleswigers“. 

Grimstrup Keramik

Die gestreifte Keramikvase wurde bei der 1948 gegründeten Werkstatt Grimstrup Keramik in Næstved hergestellt. Diese Fabrik gründeten Aksel F. Petersen – der alte Petersen – und Christian Hansen, die beide vorher bei in der Keramik-Werkstatt Kähler in Næstved gearbeitet hatten. Große Vasen waren die Spezialität bei Grimstrup. Die alte Werkstatt wurde am 15. März 1970 geschlossen. 

Die Vase der Marke Grimstrup, die auch auf dem Gemälde zu sehen ist Foto: Ilse Marie Jacobsen

Renate Weber-Ehlers verfügt selbst über sehr viele Antiquitäten in ihrem Zuhause. Deshalb bekam sie beim Aufräumen auch die Idee, dass das schöne Aquarell und die Vase doch im Mariaheim stehen müssten. „Hier passen sie einfach gut hin“, meint sie lächelnd. Sie will keine große Werbung für ihre Geschenke machen. Aber mit einem solch seltenen Gestus setzt sie einen anderen Akzent. Sie will das Projekt Mariaheim bestmöglich fördern. 

Beim Aufräumen fand sie unter anderem auch ein Testament von Kaufmann Georg Hansen (1858 bis 1926), dessen Vermögen erst in ein wohltätiges Legat und vor einigen Jahren aufgelöst wurde. Was witzig ist: Georg Hansen war der Bruder von Maria Bonefeld. Das Mariaheim wurde einst mit der finanziellen Hilfe von dieser Frau errichtet. 

Frauenbund mit Kassiererin

Der Frauenbund ist wieder komplett. Neben der Vorsitzenden Renate Weber-Ehlers sitzen Waltraut Thrams, Bodil Sylvest Jensen und nun erneut Ulla Freiberg Lund im Vorstand. Ulla Freiberg Lund hatte im vergangenen Jahr eine Wiederwahl abgelehnt. Nun ist sie wieder mit im Boot. Heute ist sie die Kassiererin. 

Der Vorstand des Frauenbunds: Waltraut Thrams, Renate Weber-Ehlers, Ulla Freiberg Lund und Bodil Sylvest Jensen. Ulla Deutschbein hat eine Pause eingelegt. Foto: Ilse Marie Jabobsen

Peter Sandkamm-Möller

Nach der Schulzeit besuchte Sandkamm-Möller das Lehrerseminar in Tondern (Tønder), beendete die Ausbildung jedoch nicht, sondern ging nach Berlin, um an der Kunstschule des Westens und bei Lovis Corinth Malen und Zeichnen sowie bei Fritz Genutat Porträt und Akt zu studieren. Aus dem Ersten Weltkrieg kehrte er 1916 als Verwundeter zurück. Bis 1918 verdingte er sich als Lohnbuchhalter.

1921 ging er nach Weimar, wo er beim Landschaftsmaler Professor Hugo Gugg studierte. Von Gugg als „ausgelernt“ entlassen kehrte Sandkamm nach Schauby zurück, wo er bald die junge Lehrerin Anna Sandkamm kennenlernte und heiratete, die ihm den Doppelnamen Sandkamm-Möller einbrachte.

1932 erfolgte der Umzug in das eigene neue Haus am Kleinhaff, in dem sich fortan frohes Schaffen entwickelte. Sandkamm-Möller malte, was er sah: Alsische Bauernhäuser, alsische Blumenpracht und alsische Landschaften. Seine geliebte Insel mit ihrer Natur war sein Hauptmotiv.

Anfang der 1970er-Jahre traf es ihn doppelt hart. Seine Frau starb, und er erblindete. Sein ungebrochener positiver Lebenswille und die neue Lebensgefährtin Helene Charlotte Wolf sorgten dafür, dass auch nach der Erblindung eine Fülle von Bildern entstanden, von denen viele in einem von ihr 2002 herausgegebenen Bildband zu sehen sind.

Seine letzte große Ausstellung in der Deutschen Zentralbücherei Apenrade und die Eröffnung am 3. April 1981 erlebte Peter Sandkamm-Möller nicht mehr. Den größten Teil des Werkes von SM, wie er sich gerne anreden ließ, vermachte er der Kommune Augustenburg zur Ausschmückung des Caroline-Amalie-Heims. Einen weiteren Bestand gibt es im Deutschen Museum Nordschleswig in Sonderburg.

Quelle: Wikipedia

 

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