Deutsche Minderheit

Sozialdienst: Zugezogene sorgten 2022 für mehr Arbeit

Sozialdienst: Zugezogene sorgten 2022 für mehr Arbeit

Sozialdienst: Zugezogene sorgten 2022 für mehr Arbeit

Tingleff/Tinglev
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Bei der Generalversammlung waren rund 80 Personen anwesend, darunter 70 Delegierte. Foto: Karin Riggelsen

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Die deutschen Zuzüglerinnen und Zuzügler haben den Verband im vergangenen Jahr vor neue Aufgaben gestellt. Das teilten bei der Generalversammlung sowohl der Vorstand und die Geschäftsstelle als auch die Familienberatung mit. Aus dem Publikum gab es ebenfalls Wortmeldungen zu dem Thema.

Die Tätigkeitsschwerpunkte des Sozialdienstes Nordschleswig liegen in den folgenden Bereichen: Familienberatung, Betrieb vom Haus Quickborn und ehrenamtliche Arbeit rund um ein reiches Vereinsleben und den Betrieb der Geschäftsstelle. Das fasste Abteilungsleiterin Ursula Petersen bei der Generalversammlung am Mittwochabend in Tingleff zusammen.

„Im vergangenen Jahr haben wir viele neue Zuzügler bekommen, und daher entstand auch mehr Arbeit“, so die Abteilungsleiterin.

 

Abteilungsleiterin Ursula Petersen (Archivbild) Foto: Karin Riggelsen

Auf Nachfrage von Gösta Toft, ehemaliger Sozialdienst-Vorsitzender, wie die Arbeit mit den Zugezogenen abgelaufen sei, erklärte die Abteilungsleiterin: „Es war sehr unterschiedlich. Es gibt die, die in Deutschland vor Corona geflüchtet sind, und es gibt die, die einen sehr naiven Zugang zu Dänemark haben. Die haben in Deutschland alles verkauft und schaffen es allerdings nicht, in Dänemark Fuß zu fassen. Es gibt aber auch Rentner, die nach Dänemark kommen und sich aktiv einbringen.“

Ursula Petersens Angaben nach habe der Sozialdienst im vergangenen Jahr viele Sekretariatsaufgaben erledigt, wie bei der Beantragung einer CPR-Nummer geholfen. Nun werden die Aufgaben aber besser priorisiert, und es werde an die Kommune verwiesen.

Familienberatung: Mitglieder bekommen weiterhin Hilfe

Familienberaterin Karin Hansen forderte das Publikum auf, sich bei Problemen an den Sozialdienst zu wenden: „Jeder, der Hilfe braucht, soll anrufen. Ihr müsst nicht denken, dass wir keine Zeit haben, wir kommen vorbei.“

Auch der kommissarische Vorsitzende Söncke Christiansen ging in seinem Jahresbericht auf die neuen Nordschleswigerinnen und Nordschleswiger ein: „Aus Sicht des Vorstandes könnte das abgelaufene Jahr im Bereich Familienberatung als Normaljahr bezeichnet werden. Aus Sicht der Angestellten sieht es allerdings anders aus. Die große Zahl der Zuzügler in 2022, besonders in den Kommunen Apenrade und Sonderburg, bedeutete eine erhebliche Mehrbelastung.“

Neue Herausforderungen

„Die Aufgaben können recht kompliziert sein. Es gibt oft grenzüberschreitende Fragen, die mit den Behörden in Deutschland zusammen bewältigt werden müssen, das ist nicht immer einfach, da Deutschland und Dänemark verschieden arbeiten“, heißt es in dem Bericht der Familienberatung.

Vor allem sei die Hilfestellung bei Telefonaten zeitaufwendig, da es notwendig ist, mit dem Mitglied gemeinsam am Telefon zu warten. „Oftmals gibt es lange Warteschleifen, mit vielen vorab gestellten Fragen, die durch das Eingeben einer Nummer richtig beantwortet werden müssen. Das sind Aufgaben, die nur vor Ort erledigt werden können“, so die Familienberatung.

Uwe Jessen, Generalsekretär des Bundes Deutscher Nordschleswiger (Archivbild) Foto: Nils Baum

Aus dem Publikum fragte eine Nordschleswigerin: „An wen wenden wir uns, wenn unsere neuen Nachbarn Hilfe brauchen? Wir können ihnen nicht weiterhelfen.“ Bei der Delegiertenversammlung des Bundes Deutscher Nordschleswiger (BDN) habe sie bereits Generalsekretär Uwe Jessen angesprochen, der darauf verwiesen hatte, dass das Haus Nordschleswig nicht helfen könne.

Verweisen ja – Beratung nein

Der Generalsekretär stellte am Mittwochabend klar: „Wir möchten nicht beraten, aber wir können Hinweise geben, wo die Menschen Hilfe bekommen können. Es ist aber nicht unsere Aufgabe, zum Beispiel bei dem Ausfüllen der dänischen Steuererklärung zur Seite zu stehen. Das dürfen wir gar nicht.“ Der BDN könne nur verweisen, aber nicht die eigentliche Beratung vornehmen, fasste Uwe Jessen zusammen.

Familienberaterin Tina Bruhn Hansen erklärte an die Fragestellerin gerichtet, dass die Kommunen Zuzüglerkonsulenten haben, die auch Deutsch sprechen. Dort könnten ihre Nachbarn Hilfe bekommen.

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Hanns Peter Blume/jrp
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Leitartikel

Cornelius von Tiedemann
Cornelius von Tiedemann Stellv. Chefredakteur
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