DSSV-Vertretertagung

Positive Schülerzahlen an den deutschen Schulen in Nordschleswig

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
Nordschleswig
Zuletzt aktualisiert um:
Schulrätin Anke Tästensen vom Deutschen Schul- und Sprachverein für Nordschleswig, der Vorsitzende des DSSV, Welm Friedrichsen, und der Vorsitzende des Schulausschusses, Thilo Schlechter. Foto: Gwyn Nissen

Der Deutsche Schul- und Sprachverein für Nordschleswig (DSSV) zählt seit dem Jahreswechsel eine Schule weniger, nachdem die Deutsche Schule Osterhoist schließen musste. Es verbleiben noch 13 deutsche Schulen im Landesteil – bei steigenden Schülerzahlen, freut sich Thilo Schlechter.

„Ein wenig Wehmut bekommt man bei dem Gedanken, doch es war die einzig richtige Lösung, da waren sich dann auch alle einig“, sagte der Vorsitzende des Schulausschusses des DSSV, Thilo Schlechter, am Dienstagabend bei der Vertretertagung am Deutschen Gymnasium für Nordschleswig.

„Wir haben lange probiert, mit einer Übergangslösung zwischen den zwei Schulen Osterhoist und Rapstedt die Kräfte zu kombinieren, um so vernünftige Schülerzahlen zu halten, aber wir müssen nun einsehen, dass die Veränderung der Gesellschaft mit der ländlichen Demografie auch vor unseren Standorten nicht haltmacht“, sagte Thilo Schlechter. „Halten wir hier gleich fest, dass alle ein Einsehen hatten, die Eltern wurden in den Entschluss gut mit eingebunden, einzelne Lehrer konnten wir auf anderen unserer Schulen eine weitere Einstellung bieten, und so gab es einen vernünftigen Abschluss für unsere kleine Schule.“

Steigende Schülerzahlen

Trotz einer Schule weniger konnte sich Thilo Schlechter über die Entwicklung der Schülerzahlen freuen. 1.289 Schüler gab es am Stichtag, 5. September, an den 14 deutschen Schulen in Nordschleswig.

„Mit dieser Zahl können wir sehr zufrieden sein, und die Prognose für das kommende Schuljahr lautet 1.315 Schüler für die 13 Schulen. Wir können also auch dieses Jahr eine leicht steigende Schülerzahl präsentieren“, freute sich der Schulausschussvorsitzende.

Die Schülerzahl, so Schlechter, sei unter anderem „ein guter Wert, ob wir das grundlegende Vertrauen der Eltern genießen". Die Entwicklung der einzelnen Schulen sei allerdings unterschiedlich.

„Jede Schule hat ihre eigenen Herausforderungen, und nur weil wir mit dem generellen Bild zufrieden sind, heißt das nicht, dass wir keine Baustellen an einigen Schulen haben“, so der Vorsitzende, der allerdings keine weiteren Schulschließungen am Horizont sieht, auch wenn „einige Schulen Herausforderungen“ mit den Schülerzahlen hätten.

Werte und Stärken vermarkten

Um weiterhin die erste Wahl für Eltern zu sein, müssen die deutschen Schulen laut Thilo Schlechter „unsere Werte und unsere Stärken und Schwächen im Auge behalte.“ An vielen Orten in der Region gebe es neue zentralisierte Institutionen, in die viel Geld investiert worden sei.

„Diese Schulen haben oft mehr technisches Material und sind moderner ausgestattet als wir. Dies müssen wir einsehen, aber die Mittel, um dort gleichzuziehen, stehen uns leider nicht zur Verfügung. Wir haben in unseren Schulen allerdings ganz andere Stärken: Wir haben kleinere Schulen und zum Beispiel auch mehr Fokus auf den einzelnen Schüler“, sagte Schlechter.

Dabei würde unter anderem das aktuelle DSSV-Projekt über die fundamentalen Werte der Institutionen der deutschen Minderheit helfen, so Schlechter, der auch einen Bedarf darin sieht, dass in den Schulen mehr über die Minderheit informiert wird.

Schulen ein wichtiger Teil des BDN

„Es geht hier schließlich nicht um politische Arbeit, sondern um unsere Wurzeln, mit geschichtlichem Hintergrund, aber auch finanziellen. Dies wird leider im Alltag unserer Schulen nicht oft genug an unsere Eltern vermittelt. Die Schulen sind Teil des BDN, und ich sehe dort Vermittlungsbedarf. Es darf den Eltern kein Geheimnis bleiben, wie wichtig es für unser System ist, dass so viele wie möglich Mitglied der deutschen Minderheit, also im BDN, werden. Wenn sich dann noch einige darüber hinaus engagieren, haben wir viel gewonnen“, sagte Schlechter.

Landesweit Nummer vier

In seinem Bericht für das Deutsche Gymnasium für Nordschleswig (DGN) bemerkte Rektor Jens Mittag, dass die Arbeit gemessen an den Schülerzahlen und dem Notendurchschnitt „nicht ganz erfolglos" sei.

Mit einem Notendurchschnitt von 8,5 war das DGN im Sommer 2018 um 1,1 Notenpunkte besser als der Landesdurchschnitt und lag auf Platz 4 in ganz Dänemark.

„Wir müssen den Notendurchschnitt veröffentlichen, und wir brauchen uns ja auch nicht zu verstecken, trotzdem möchte ich an dieser Stelle betonen, dass wir nicht nur auf die Noten schauen sollten. Schule und das DGN sind mehr als Abschlussarbeiten und Noten", sagte Mittag.

Was das DGN seit dem vergangenen Jahr auch veröffentlichen muss, sind die Versäumnisse.

„Hier liegen wir mit 7,4 Prozent auch ganz ordentlich. Auf jeden Fall sagten mir alle Gymnasien um uns herum, dass deren Versäumnisse bei ihnen höher lägen", so Jens Mittag.

Die 7,4 Prozent umfassen auch „hausgemachte Versäumnisse“ – zum Beispiel die Brüssel-Fahrt der 3G-Schüler. „Wir arbeiten an einer Änderung der Schulordnung, damit Versäumnisse bei solchen Aktivitäten in Zukunft nicht gezählt werden", sagte der Rektor.

Mehr lesen

Leserbrief

Lone Ravn
„Suppen kan blive for tynd“