Sankelmark

„Danke für deine Offenheit“

„Danke für deine Offenheit“

„Danke für deine Offenheit“

Sankelmark
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Foto: Karin Riggelsen

Politikerin Anni Matthiesen sprach bei der Neujahrstagung der deutschen Minderheit in Sankelmark über die dänische Politik zur Jahreswende. Dabei scheute sie sich nicht, auch mal gegen den Strom zu schwimmen.

Nach dem herzlichen Applaus fasste der Hauptvorsitzende des Bundes Deutscher Nordschleswiger, Hinrich Jürgensen, mit wenigen Worten zusammen, womit die Venstre-Politikerin Anni Matthiesen beim Publikum wahrscheinlich gepunktet hatte. Die Worte lauteten: „Danke für die Offenheit.“

Anni Matthiesen, Folktingsmitglied und Vorsitzende des Südschleswig-Ausschusses, der über die Zuwendungen an die dänische Minderheit entscheidet, war gekommen, um über die dänische Politik zur Jahreswende zu referieren. Und natürlich lobte sie als Politikprofi die Dinge, die ihre Partei in den vergangenen Monaten auf den Weg gebracht hat oder in den kommenden Monaten noch vorhat. Ihr Augenmerk richtete sie auf die Themen Ausländerpolitik, Bildung sowie Kriminalität. Zur Sprache kamen auch der Wildschweinzaun und die Gesundheitspolitik der Regierung.

Kontra Parteispitze

Matthiesen spach überlegt, machte Pausen, prüfte ihre Worte; sie machte aber auch keinen Hehl daraus, auch mal anderer Meinung als ihre Parteispitze oder Minister zu sein. Obwohl sie die Ausländerpolitik der Regierung verteidigte, sagte sie nach einer Frage aus dem Publikum, wann es denn genug sei mit den Gesetzesverschärfungen gegenüber Ausländern, dass sie als Venstre-Politikerin ein offenes Herz habe gegenüber ihren Mitmenschen, dass die Regierung nun aber auf die Dänische Volkspartei DF angewiesen sei und diese großen Einfluss habe. Sie erweckte den Eindruck, dass ihr der Einfluss der DF zu weit gehe.

Gegen die Abschaffung der Regionen

Staatsminister Lars Løkke Rasmussen ließ vor einigen Wochen durchblicken, dass er im Zuge einer Neustrukturierung des Gesundheitswesens auch ohne Regionen gut leben könne. Matthiesen sprach sich gegen die Abschaffung der Regionen aus. Es sei klar, dass es Regionen gebe, die beispielsweise bei der Krebsbehandlung oder bei den Reaktionszeiten der Rettungswagen im Vergleich zu anderen Regionen schlechter dastünden, deshalb müsse man die im Übrigen demokratisch legitimierten Regionen nicht abschaffen. Man könne die betreffenden Regionen auch einfach besser unterstützen. Eine ins Spiel gebrachte und noch zu schaffende Verwaltungseinheit, die das Gesundheitswesen regeln soll, ist für sie keine gute Lösung.

Ausgiebig nutzten die Nordschleswiger die Zeit nach dem Vortrag, über das Gehörte zu diskutieren, so wie es sich Anni Matthiesen gewünscht hatte.

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