Schlossherr geht von Bord

Schackenborg zum Leben erwecken

Volker Heesch
Volker Heesch Hauptredaktion
Mögeltondern/Møgeltønder
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Zu den schönen Veranstaltungen während der Tätigkeit Jan Leisborchs (l.) zählten Konzerte in der Scheune am Slotsfelt, wie im Rahmen des Schleswig-Holstein Musik Festivals 2018, als er gemeinsam mit Siegfried Matlok (r.) zum Publikum sprach. Foto: hee

Der scheidende Schlossverwalter und Direktor des Schackenborgsfonds, Jan Leisborch, blickt dankbar auf die Zeit in Nordschleswig zurück.

Mögeltondern „Hier im Torhaus von Schloss Schackenborg spürt man nicht nur das stürmische Wetter der Westküste, hier vernimmt man auch ständig den Hauch der Geschichte“, so der scheidende Schlossverwalter und Direktor der Stiftung „Schackenborgfond“, Jan Leisborch, der vor gut vier Jahren die große Aufgabe übernommen hatte, dem historischen Ort nach dem Auszug von Prinz Joachim und Prinzessin Marie neue Bedeutung und Nutzungen zu verschaffen.

„Das Schloss existierte ja bis dahin weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit, so der pensionierte Flottillenadmiral, der wenige Monate nach seinem Eintritt in den Ruhestand 2014 die neue Aufgabe in Mögeltondern übernommen hatte und mit seiner Frau in den Ostflügel des vermutlich über 400 Jahre alten Torhauses gezogen ist, das bereits vor dem 1664 fertiggestellten Schloss vor der Burg Mögeltönderhus gestanden hat.

Gute Zusammenarbeit

Er berichtet, dass es in guter Zusammenarbeit mit dem Stiftungsvorstand und seinem guten Mitarbeiterteam gelungen ist, Schackenborg neuen Glanz zu verleihen und für die Bevölkerung zu öffnen. „Viele Tausende Besucher haben das genutzt, u. a. bei Konzerten oder zuletzt beim Weihnachtsmarkt am Schloss“, erklärt er.

„Es ging darum, Schackenborg wieder lebendig zu machen“, so Leisborch, der berichtet, dass er sich sehr in die interessante Geschichte des Schlosserbauers Hans Schack und dessen Familie vertieft hat. „Viele Menschen auch in der Umgebung wussten gar nicht, dass Hans Schack eine so bedeutende Rolle in der dänischen und in der europäischen Geschichte gespielt hat“, so Leisborch, der sich freut, dass neben der Restaurierung des Schlosses auch das Vorhaben, im alten Pferdestall von Schackenborg ein Besuchscenter mit Café und Räumen für Veranstaltungen einzurichten, Fortschritte macht.
„Im Sommer 2019 werden die Arbeiten abgeschlossen“, so Leisborch, der über langwierige Vorbereitungen bei den Restaurierungs- und Neunutzungsprojekten berichten kann, da die Schloss- und Kulturbehörde bei einem bedeutenden historischen Gebäude wie Schackenborg jedes Einzelvorhaben genehmigen muss.

Dank an Siegfried Matlok

Stolz ist Leisborch auch auf die Veranstaltungsreihe „Mit Sønderjylland“, die viele interessante Referenten in den Rittersaal von Schackenborg geführt hat – und viele interessierte Zuhörer. „Ich bin in diesem Zusammenhang vor allem auch Siegfried Matlok für seinen Einsatz dankbar, Referenten zu gewinnen.“

Leisborch erinnert sich besonders gern an den Auftritt Prins Joachims als Redner in Schackenborg im September 2018. „Prinz Joachims Vortrag war ein Höhepunkt. Er hat seine Geschichte in Schackenborg aus seinem Blickwinkel vorgetragen. Das war gut für die Lokalbevölkerung, nach all den Dingen, die in der Regenbogenpresse behauptet worden waren“, so der Stiftungsdirektor, der, geboren in Esbjerg , im Verlaufe seines Dienstes in der Marine an vielen verschiedenen Orten gewohnt hat. „Es war ein Privileg, hier in Nordschleswig gewohnt zu haben. Wir haben hier große Offenheit erlebt. Das Selbstverständnis der Menschen und das Leben im Grenzland haben uns viel Freude bereitet“, so Leisborch, der nach seinem Umzug nach Seeland ebenso wie seine Frau die Entwicklung von Schackenborg und des Grenzlandes im Auge behalten will.

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