Bürger-Delegation

Projekte für historisches Juwel

Monika Thomsen
Monika Thomsen Journalistin
Tondern/Tønder
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Hans Diedrichsen, Andreas Hansen und Jan Jensen (v. l. ) vor dem Richtsens Haus Foto: Elise Rahbek

Die Tonderaner haben für den Kern ihrer Stadt drei konkrete Vorhaben ausgearbeitet

„Ich bin ziemlich begeistert über das Engagement, das ihr einbringt“, sagte der Direktor der Tonderner Marsch Initiative, Erik Jespersen, gestern, als ihm eine Bürger-Delegation in Richtsens Haus ihre Vorschläge überreichte. Sie begnügte sich nicht damit, für die Neugestaltung des öffentlichen Raums und den Klimaanpassungen in der Innenstadt Vorschläge zu machen, sondern arbeitete drei konkrete Projekte aus. Die Anhörung für Pläne der Kommune und der Marsch Initiative in Zusammenarbeit mit Cowi neigt sich am Dienstag dem Ende zu. Die Projekte der Nachbarn nehmen Ausgangspunkt in dem Material von Cowi, das sie nach ihrem Geschmack verfeinert haben.

In Eigenregie wurden drei Arbeitsgruppen gebildet, die sich seit knapp einem Jahr den Bereich um den Gråbrødre-Markt, um den Mühlenteich und die Schiffbrücke vorknöpfen. Diese Bereiche sollen sich zu Kraftzentren entwickeln. Am dringlichsten sei der Einsatz bei der Schiffbrücke. Zu den Initiatoren gehören Andreas Hansen, Jan Jensen, Hans Diedrichsen und Erik Nielsen. „Die Liebe zu Tondern“ erwähnt Andreas Hansen als Beweggrund für das Engagement. Wichtig sei es, dass die Anstöße von innen wachsen. „Damit uns nicht wie beim Schnäpel-Projekt von außen etwas über den Kopf gestülpt wird“, so Hansen.

„Mit dem historischen Stadtteil haben wir ein Juwel, das viele Jahre vernachlässigt worden ist. Tondern ist die Hauptstadt der Marsch, und darauf wollen wir gerne den Fokus richten, damit sie Antriebsfeder für die ganze Gegend sein kann“, erklärt Jan Jensen. „Für den Stadtkern ist ja eine Portion Geld vorgemerkt. Uns ist es wichtig, dass die Änderungen ein gewisses Niveau und eine gewisse Qualität haben, damit sie zukunftsorientiert die nächsten 20 und 30 Jahre Bestand haben“, sagt Hans Diedrichsen mit Blick auf die 40 Millionen Kronen.

Der Gruppe liegt es auch daran, den Autoverkehr im Stadtkern zu reduzieren und der Stadt zu einem grüneren Flair zu verhelfen. Einen positiven Empfang für die Pläne gab es auf einem Treffen der Anwohner. Die Initiatoren appellieren an die Verantwortlichen, dass die Arbeiten weitestgehend örtlichen Unternehmen übertragen werden.

Eine engagierte Arbeitsgruppe. Foto: Elise Rahbek

Altstadt mit weniger Verkehr und mehr Wasser

Die Bürgergruppe bemüht sich im Innenstadtbereich nicht nur um die Verschönerung des Gråbrødre Torvs, sondern bezieht das ganze Viertel mit den sechs angrenzenden Straßen (Skibbrogade, Lillegade, Spikergade, Uldgade, Frigrunden und Gråbrødrevej) mit ein. Der Gråbrødre-Markt soll am liebsten für den Verkehr tabu sein, alternativ soll er eingeschränkt werden.

„In der Spiekerstraße und dem Frigrunden wollen wir das Parken umgehen. Wir bemühen uns um die Übernahme des Parkplatzes hinter der Schiffbrücke, der etwa 25 Stellplätze hat. Dieser soll dann vom Bewohnerverein gesteuert werden“, erläutert Andreas Hansen, der an der Spitze dieser Arbeitsgruppe steht. Das Entfernen der unterirdischen Müll-Insel sei ein absolutes Muss. „Es funktioniert im Prinzip fein, die Platzierung ist aber unglücklich“, so Hansen. Werde sie entfernt, gebe es eine Zusicherung von den Besitzern, dass das Haus Nr. 6 in der Lillegade renoviert werde. Die im Cowi-Plan angestrebte Verlegung des Müllbunkers an das westliche Ende der Spikergade gibt aber Anlass für Sorgenfalten bei der Arbeitsgruppe. Sie schlägt eine Platzierung auf dem Parkplatz zwischen Skibbrogade und Gråbrødrevej vor.

Die Bürger wünschen sich eine Bepflanzung mit Bäumen und Rosen. „Wir möchten zudem gerne, dass das in den offenen Rinnen vorgesehene Wasser nicht nur bei Starkregen, sondern durchgehend sichtbar ist. „Auch auf dem Gråbrødre Torv wollen wir Wasser. In diesem Zusammenhang ist eine Spende für Wasserkunst von einem anonymen Geber im Bereich des Möglichen“, erläutert Jan Jensen. Eine Aufwertung für den Belag der Spikergade, die als einzige in diesem Bereich noch Asphaltdecke hat, steht ebenfalls auf der Wunschliste. Auch für die Beleuchtung wird an Plänen geschmiedet.

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