Natur

Im Storchennest in Jeising geht es zur Zeit hoch her

Im Storchennest in Jeising geht es hoch her

Im Storchennest in Jeising geht es hoch her

jeising/Jejsing
Zuletzt aktualisiert um:
Das Storchenpaar in Jeising „arbeitet“ an seiner Vermehrung. Foto: Lone Gabelgaard

Diesen Artikel vorlesen lassen.

Der männliche Adebar Clyde findet bislang Gefallen an seiner jungen deutschen Freundin. Das Pärchen paart sich in regelmäßigen Abständen. Doch es herrscht nicht nur traute Zweisamkeit.

Am 20. Februar erreichte Clyde als erster Storch Dänemark und wählte erneut sein angestammtes Nest in Jeising. Dort hatte er sich schon vor einem Jahr niedergelassen und zog mit seiner Auserwählten Annika drei Jungen auf.

Die erst zwei Jahre alte Kinderstube war heiß umstritten, denn Clyde hatte sich vor der Ankunft Annikas mit einer Jungstörchin aus Nordfriesland „eingelassen“. 

Resolute Annika

Als Annika später ins Jeisinger Nest am Ebbedamsvej zurückkehrte, wo sie 2022 mit ihrem damaligen Auserwählten Alfred Storchenjunge großzog, lieferte sie sich heftige Gefechte mit ihrer deutschen Nebenbuhlerin. Diese wurde kurzerhand mit ihren Eiern aus dem Nest geworfen. Sie räumte das Feld und unternahm ergebnislos einen zweiten Brutversuch mit einem anderen Partner in Uberg (Ubjerg). Clyde und Annika zählen dafür zu den erfahrenen Storcheneltern. 

Bei der Paarung gibt es keine Probleme. Foto: Lone Gabelgaard
Außerhalb des Nestes ging es friedlich zu. Foto: Lone Gabelgaard

Dass die Nordfriesin von Föhr ein zweites Mal aus Jeising verschwinden muss, kann nicht ausgeschlossen werden. Das befürchten auch die menschlichen Storchenfans aus dem Ort, die die gefiederten Ankömmlinge mit nur wenige Tage alten Küken und Fischen füttern.

Gegenwärtig herrscht im Nest aber noch Frieden und die wiedergewonnene Liebe zwischen Clyde und seiner im Vergleich zu Annika etwas unerfahrenen Freundin ist nicht zu übersehen. Sie befinden sich in der Stimmung, sich fortzupflanzen. 

Annika und Clyde zogen im vergangenen Jahr drei Jungen auf (Archivfoto). Foto: Henning Andresen

Storchenfotografin Lone Gabelgaard aus Bülderup-Bau (Bylderup-Bov) hat aber beobachtet, dass es dennoch trotz der zahlreichen Paarungsversuche dann doch nicht die große Liebe ist. Sind sie auf Futtersuche auf dem Feld, ist alles noch in trauter Zweisamkeit. Aber sobald die Storchendame im Landeanflug ist und ins Nest will, entstehen sofort Kontroversen.

 

Der Jeisinger Storchenvater Henning Schmidt Andresen ist sich sicher, dass Annika nach Jeising zurückkehren wird. Annika sei ein Storch, der ostwärts den Weg gen Norden antritt. Entsprechend erreichen diese Vögel später als die Artgenossen, die die West-Passage wählen, ihr Ziel. 

Ich weiß, dass Annika der anderen den Platz streitig machen wird.

Henning Schmidt Andresen

„Man sieht an Clyde und der noch namenlosen Deutschen, dass nicht alles hundertprozentig stimmt. Ihr Erlebnis vom Vorjahr hat sie vergessen, obwohl ein Storchenexperte mir gesagt hat, dass Störche Orte meiden, in denen sie etwas Schlechtes erlebt haben. Aber aus dem Nest geworfen zu werden, tut einem als Menschen zwar leid, aber für sie zählt das nicht als schlechtes Erlebnis. Der Kampf um ein Nest gehört zu ihrem Leben. Und ich weiß, dass Annika der anderen den Platz streitig machen wird.“

Die beiden Störche wärmen sich

Dass sich Clyde in der Wartezeit eine junge Freundin gefunden hat, habe auch den Vorteil, dass sich die beiden Vögel während des kalten Wetters gegenseitig wärmen können.

Die Jungstörche Egon, Mille und Felix wuchsen im vergangenen Jahr in Jeising heran. Foto: Lone Gabelgaard

Vom dreiköpfigen Nachwuchs Egon, Mille und Felix vom vergangenen Jahr wisse er, dass sich ein Jungvogel im Raum Malaga und Spanien aufhalte. Die Geschwister leben auf Föhr. „Nachdem sie im September das Nest verlassen hatten, flogen sie nach Risum-Lindholm, wo ein Paar auch Störche verpflegt. Mit dem Nachwuchs von dort flogen unsere beiden auf die Insel und sind dort auch den ganzen Winter geblieben“, erzählt Henning Schmidt Andresen. 

Mehr lesen

Europawahl 2024

Apenrade und der Kreml: Die deutsche Minderheit und die Kommunisten

Kopenhagen Der Kalte Krieg warf dunkle Schatten auf das Leben im Grenzland. Die Hoffnungen, die mit dem „kleinen Frieden“ durch die Bonn-Kopenhagener Minderheitenerklärungen 1955 verbunden waren, konnten die Sehnsucht nach dem großen Frieden nicht ersetzen. Die alarmierende Lage wurde beim Deutschen Tag und der Schuleinweihung in Hoyer deutlich. Dieser Artikel stammt aus einer Archiv-Serie von Siegfried Matlok über das 50-jährige Bestehen der EU.

Leserbeitrag

Meinung
Asger Christensen
„Stop svineriet med dåser i naturen“