Stadtgeschichte

Schiffbrücke kurz vor dem Ziel: Hafen-Geschichte bald unterirdisch erlebbar

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Tonderns Ära als Hafenstadt ist bald auf der Schiffbrücke sichtbar.

Nach Jahren des Bauens, Planens und Diskutierens nähert sich die Neugestaltung der Schiffbrücke ihrem Ende. Mit einem winzigen unterirdischen Hafenmuseum, neuen Pflasterflächen und einem provisorischen Spielbereich wird Tonderns Geschichte als Seestadt bald wieder greifbar.

Die Ära als Dauerbaustelle neigt sich für die Schiffbrücke in Tondern in absehbarer Zeit dem Ende zu. Die Arbeiten mit einer unterirdischen musealen Anlaufstelle, die Tonderns Geschichte als Seestadt lebendig machen soll, befinden sich in der abschließenden Phase. Das trifft auch auf die Pflasterarbeiten auf dem neugestalteten früheren Parkplatz zu.

„An der Hafenfront fehlt noch der Teil, der die Geschichte vermitteln soll. Ich erwarte, dass diese Arbeiten in zwei Wochen abgeschlossen sind“, sagt Christian Kjær Andersen, kommunaler Abteilungsleiter für Wege und Grünanlagen.

Dann können sich Interessierte auf ebener Fläche über den früheren Hafen informieren, bevor sie sich etwa 20 Stufen in die Tiefe bewegen. Für Gehbehinderte ermöglicht ein Treppenlift den Zutritt.

Unten angekommen, finden sich auch Informationstafeln. Und kein Hafen ohne Wasser – deshalb zirkuliert dort Wasser. Wellengang ist bei dem dortigen Wasserspiegel allerdings nicht zu erwarten.

Nachdem Tondern als Seestadt an Bedeutung verloren hatte, wurde der Hafen 1934 zugeschüttet und später asphaltiert, um viele Jahre als Parkplatz zu dienen. Ende 2021 wurden Relikte aus der Vergangenheit bei Arbeiten auf der Schiffbrücke freigelegt.

Über Stufen geht es hinunter zu Relikten aus Tonderns Zeit als Hafenstadt. Es gibt auch einen behindertenfreundlichen Zugang.

Pflasterarbeiten stehen noch aus

Derzeit laufen die Pflasterarbeiten beim Springbrunnen. Da plätschert das Wasser bereits seit drei Jahren in verschiedenen Intervallen und die Fontäne übt insbesondere auf die ganz junge Generation Anziehungskraft aus.

Den beiden Rondellen steht eine Zukunft als Infopunkte bevor.
Stein an Stein nimmt die Schiffbrücke Kurs auf die Vollendung ihrer Verschönerung.

„Laut Plan sollen die Arbeiten in der Woche vor dem Tønder Festival fertig sein“, so der Abteilungsleiter. Ob der stramme Zeitplan vor der letzten Augustwoche umsetzbar ist, sei auch vom Wetter abhängig. Dabei richtet er einen besorgten Blick auf die Wettervorhersage, die Mittwoch, 30. Juli, für Tondern sehr viel Regen ankündigt. „Bei anhaltendem Regen kann man keine Klinker verlegen“, erklärt Christian Kjær Andersen.

Mit Sand, einem alten Boot und drei Holzpferden ist für Kinder eine Art Spielplatz entstanden. „Der war nie geplant, sondern nur entstanden, um den Bereich in der Überbrückungsphase attraktiver zu machen“, erläutert Kjær Andersen.

Es gebe aber positive Reaktionen und Menschen, die sich wünschen, dass das Angebot von Dauer ist. Andere wiederum halten die Lösung für karg und ausbaufähig. „Ich gehe davon aus, dass ein Gespräch über die Gestaltung geführt werden soll, da es auch eine Frage der Finanzen ist“, sagt er.

Die breiten Stufen auf der Treppe, die zu den Relikten führt, laden zum Verweilen ein.

Was 2021 begann, als die Bagger auf der Schiffbrücke anrollten, um die Wiedaustadt für den Klimawandel mit zunehmenden Starkregenereignissen zu wappnen, scheint nun kurz vor dem Abschluss zu stehen. Damit hat sich der frühere große Asphalt-Parkplatz in eine attraktive Anlaufstelle für Einheimische und Gäste verwandelt.

Die Holzpferde, der Sand und ein Boot waren eigentlich nur als vorübergehende Lösung gedacht.
Das in verschiedenen Formationen sprudelnde nasse Element erfreut sich bei Kindern großer Beliebtheit.

Der Hindernislauf

• Im Zuge der Kanalisationsarbeiten und Neugestaltung der Tonderner Schiffbrücke stoßen Mitarbeiter des Kjelkvist-Unternehmens Ende 2021 auf Reste des 1934 zugeschütteten Hafens. Dass sie dort lagen, wusste man.

• Während der archäologischen Ausgrabung entsteht die Idee, der Nachwelt über die Geschichte von Tondern als Seestadt zu erzählen.

• Am 17. Dezember 2021 trifft sich der Sonderausschuss für die Stadtmitte (Midtby-Udvalget) auf der Schiffbrücke. Das Gremium wünscht Zeichnungen, wie ein kleines unterirdisches Hafenmuseum aussehen könnte, um die gefundenen Hafenreste zu sichern und für Vermittlungszwecke zu nutzen.

• Im Februar 2022: Der Stadtrat beschließt, 9 Millionen Kronen in das Hafenmuseum zu investieren und wählt eine Tunnellösung. Dies war die teuerste Lösung von vier Vorschlägen. Für das Projektieren werden sofort 500.000 Kronen bewilligt.

• Im Juni 2023 und wenige Wochen später überraschen zwei Ausschreibungen negativ: Der Kostenrahmen wird wesentlich überschritten. Der Preis für das gewünschte Modell schnellt von 9 auf 13,1 Millionen Kronen. Die Kosten können nach Projektabstrichen um 660.000 Kronen gedrosselt werden. Dennoch fehlen 4,1 Millionen Kronen.

• Am 21. September 2023 einigt sich der Finanzausschuss geschlossen, an der Tunnellösung festzuhalten. Eine nachträgliche Bewilligung in Höhe von 4,1 Millionen Kronen ist erforderlich, wird aber nicht thematisiert. Eine Zustimmung gilt als eine Pro-Forma-Sache.

• 28. September 2023: Im Tonderner Stadtrat entsteht eine Stimmengleichheit (15:15 bei einer Enthaltung). Damit werden die noch fehlenden 4,1 Mio. Kronen nicht bewilligt.

• Im Oktober 2023 beschließt der zuständige Ausschuss für die Stadtmitte, dass Berechnungen über eine „offene Lösung“ durchgeführt werden sollen.

• Im April 2024: Der Stadtrat setzt sich bei zwei Gegenstimmen für die offene Lösung zum Kostenpunkt von 11 Millionen Kronen ein. Die Arbeiten werden mit einem festen Preis-Limit ausgeschrieben.

• Sommer 2024: Das Rothenkruger Tiefbauunternehmen Chr. Johansen nimmt die Arbeiten mit der Sicherung der brüchigen alten Hafenmole auf.

• Juli 2025: Die Pflasterarbeiten auf der Schiffbrücke befinden sich im Endspurt, und beim kleinen Hafenmuseum fehlt der Feinputz.

• September 2025: Die Schiffbrücke und das winzige Hafenmuseum werden offiziell eingeweiht.