Konfrontation

Mini-AfD-Demo an der Grenze von Antifa übertönt

Mini-AfD-Demo an der Grenze von Antifa übertönt

Mini-AfD-Demo an der Grenze von Antifa übertönt

Dirk Hansemann, shz.de
Süderlügum /Seth
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Hauptinteressenten der wenig besuchten Demo waren die Gegendemonstranten. Foto: Dirk Hansemann

Die AfD Nordfriesland postiert an einem entlegenen Grenzort einen Stand mit zehn Personen. Beachtet wird die „Demo“ hauptsächlich von den Gegnern.

In Sichtweite zum deutsch-dänischen Grenzübergang Seth/Sæd hat der Kreisverband der Alternative für Deutschland (AfD) in Nordfriesland am Sonnabend auf deutscher Seite zu einer Demonstration aufgerufen. Unter dem Motto „Für ein Europa der Nationen mit sicheren Grenzen“, waren zehn Mitglieder dem Aufruf gefolgt. Sie bauten ihren Pavillon direkt an der Bundesstraße 5 auf – für alle gut und weithin sichtbar, rund 500 Meter vor dem Grenzübergang.

Zur selben Zeit formierten sich in Sichtweite ihres Standes auch Mitglieder der Deutschen Friedensgesellschaft-Vereinigte KriegsdienstgegnerInnenen (GFD-VK) Gruppe Flensburg, die eigens als Aktionsgruppe „friedlich christlich kommunistische Aktionsgruppe für Demokratie“ (fckAfD) zu einer Gegendemonstration aufgerufen hatte.

Polizei schützt Stand vor Antifa

Schnell wurde klar: Die Fronten sind verhärtet. Eindeutige verbale Äußerungen, bereits vor dem offiziellen Start der Demonstration in Richtung AfD, machten das deutlich. „Wir wünschen uns eine offene Diskussion“, so der AfD Kreisvorsitzende Kurt K. Kleinschmidt noch zu Beginn.

Doch das war am Ende eher nicht der Fall. Mit der Ankunft weiterer rund 100 Antifa-Demonstranten wurde es nicht nur laut, auch kurzzeitige kleinere Rangeleien und der Versuch der Sachbeschädigung, führte zum Schutz des Standes der AfD durch die eingesetzten Landes- und Bundespolizisten.

„Nazis raus“-Rufe und Schmähgesänge

Auch wenn es anschließend zu keinen weiteren Übergriffen kam, so wurden doch immer wieder Rufe wie „Nazis raus“ oder Schmähgesänge angestimmt. Klare Aufforderungen, um die AfD Mitglieder zum Abbruch ihrer Aktion zu bringen. Doch nicht nur mit den Verbalattacken und Gesängen, auch bei der Auswahl der Musik, die von den Antifa-Anhängern aus mitgebrachten Lautsprechern den Ort des Geschehens dauerbeschallten, sowie den zahlreichen Plakaten und Schildern, war stets die Botschaft klar, wurde das Ende der AfD gefordert.

Darüber hinaus hatten sich der SPD Kreisvorsitzende Carsten F. Sörensen und rund 40 Mitglieder der SPD Ortsverbände Niebüll und Süderlügum auf den Weg gemacht und zeigten ebenfalls Flagge gegen die AfD und ihre Politik.

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Standpunkt

Siegfried Matlok
Siegfried Matlok Senior-Korrespondent
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