Kulturgeschichte in Nordschleswig

Frischer Nordwestwind ließ das Innenleben der Mühle erzittern

Frischer Nordwestwind ließ Innenleben der Mühle erzittern

Frischer Nordwestwind ließ Innenleben der Mühle erzittern

Hoyer/Højer
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Die Volkstänzerinnen und -tänzer aus Scherrebek und von der Insel Röm sorgten während des Mühlentags in der Windmühle in Hoyer für nostalgische Stimmung. Besucherinnen und Besucher folgten der Einladung zum Mittanzen – ebenso Museumsleiterin Anne Marie Ludvigsen (Bildmitte). Foto: Volker Heesch

Volkstänzerinnen und -tänzer aus Scherrebek und von Röm sorgten für Stimmung. Landesweit hatten Wind- und Wassermühlen für das Publikum geöffnet.

Am Sonntag herrschte in und um die Mühle von Hoyer reges Treiben. Anlässlich des landesweit in Dänemark veranstalteten Tages der Mühlen hatte die zum nordschleswigschen Museumsverbund „Museum Sønderjylland“ zählende Windmühle ein Informations- und Unterhaltungsprogramm vorbereitet.

Mühlenbetrieb mit Windkraft

Zur Feier des Tages waren die Mühlenflügel mit Segeltuch bespannt und bei Führungen konnten Jung und Alt der Betrieb der 1857 errichteten Mühle demonstriert werden. Frischer Nordwestwind ließ das Innenleben der Mühle erzittern. Mitglieder der Hoyeraner Mühlengilde zeigten, wie die verschiedenen Mahlwerke mit ausgefeilter Technik per Windkraft angetrieben werden.

Die Windmühle lief auf vollen Touren. Frischer Nordwestwind sorgte für lebhafte Rotationen der Flügel. Foto: Volker Heesch

Kinder konnten in der „Mehlwerkstatt“ selbst aktiv werden und Teig anrühren und kneten, der zu Brot gebacken wird. Um 14 Uhr begann eine Aufführung der Volkstanzgruppe aus Scherrebek (Skærbæk) und der Insel Röm (Rømø). Begleitet vom eigenen kleinen Orchester sorgten die Mitglieder der Gruppe in Traditionskleidung für ein farbenprächtiges Bild auf dem Mühlenplatz. Es wurden auch Besucher des Mühlentags aufgefordert, mitzutanzen. Die Veranstaltung bot auch Gelegenheit, die Neugestaltung des Mühlenplatzes im Zuge der Ortserneuerung Hoyers als Teil der Initiative Tonderner Marsch in Augenschein zu nehmen.

Mühle vor fast 50 Jahren vor Verfall gerettet

Während des Tages konnten auch Fahrten mit dem Pferdewagen durch die teilweise noch nicht erneuerten Straßen und Gassen unternommen werden.

Die Mühle in Hoyer war Mitte der 1970er Jahre durch eine örtliche Initiative vor dem Verfall gerettet worden. Seitdem gab es mehrere Renovierungen. Vor zwei Jahren war eine tiefgreifende Erneuerung der Flügel fällig. Erst seit einigen Jahren kann die Mühlentechnik wieder zum Mahlen verzehrfähigen Mehls genutzt werden. Viele Besucherinnen und Besucher nutzten den Mühlentag zum Besuch im historischen Bauerngarten am Müllerhaus, das ein Café mit Traditionsbackwerk, einen Museumsshop und das Lokalhistorische Archiv Hoyers beherbergt. Vom Frühjahr bis zum Herbst läuft der Museumsbetrieb in und an der Mühle, der auch Informationen zu Marschen und Wattenmeer liefert.

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