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Zweiter Secondhandladen für Tingleff

Zweiter Secondhandladen für Tingleff

Zweiter Secondhandladen für Tingleff

Tingleff/Tinglev
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Dagmar Nielsen (r.) mit den ehrenamtlichen Kollegen (v. r.) Hanne Thomsen, Gitte Kaehne, Pia Christensen, John Kaehne und Ursula Ohlsen. Foto: Kjeld Thomsen

Hilfsorganisation „Dansk Folkehjælp" eröffnet in der ehemaligen Sydbank-Filiale in Tingleff einen Secondhandshop zugunsten hilfsbedürftiger Menschen. Gleich nebenan befindet sich bereits der Laden von „Kirkens Korshær".

Dansk Folkehjælp

Alles begann mit einem Zwischenfall in Kopenhagen. Bei einem Arbeitsunfall im Circus-Gebäude 1907 wurden mehrere Arbeiter schwer verletzt. Die Kollegen konnten es nur tatenlos zur Kenntnis nehmen.

Dieser Unfall veranlasste den Maler Frederik M. Nielsen damals, den Hilfsverein „Arbejdernes Samariter Forening" zu gründen, den man heute als dänische Volkshilfe („Dansk Folkehjælp“) kennt.

Die Gründungsversammlung fand am 31. Juli 1907 statt. Dem ersten Vorstand gehörten zwei Maschinenarbeiter, ein Maurer, zwei Arbeiter und ein Zahntechniker an.

Die Organisation besteht heute aus unzähligen Ortsverbänden, verteilt auf ganz Dänemark. „Dansk Folkehjælp“ unterstützt nicht nur hilfsbedürftige Menschen und Projekte in Dänemark, sondern auch in Entwicklungsländern.

Quelle: Dansk Folkehjælp

„Wir möchten keine Konkurrenz sein, sondern sehen uns als Ergänzung“, unterstreicht Dagmar Nielsen. Sie ist ehrenamtliche Leiterin des Secondhandladens, den die Hilfsorganisation „Dansk Folkehjælp“ in der ehemaligen Sydbank-Filiale an der Hauptstraße zum Centerplatz in Tingleff eingerichtet hat.

Am Freitag ist offizielle Eröffnung. Schräg gegenüber liegt das Geschäft von „Kirkens Korshær“. Dort werden ebenfalls gespendete, gebrauchte Sachen für den guten Zweck verkauft.

Man sei an einer guten Nachbarschaft interessiert. „Ich war schon drüben, habe mich vorgestellt und mich mit Birthe Callesen (ehrenamtliche Leiterin des Geschäfts) ausgetauscht“, erwähnt Dagmar Nielsen.

Beide Einrichtungen setzen sich für die gute Sache ein und das stehe letztendlich im Mittelpunkt. „Wir haben unter anderem vereinbart, dass große Möbelstücke, die bei uns abgegeben werden, aus Platzgründen an Kirkens Korshær weitergeleitet werden“, so Dagmar Nielsen.

So viel Platz wie die Kollegen von Kirkens Korshær im ehemaligen Supermarkt habe man nicht, in der ehemaligen Bankfiliale sehe man aber gute Möglichkeiten, so die 70-jährige Leiterin.

Kleine Räume für Sonderbereiche

Die Immobilie verfügt über mehrere kleinere Räume, die als Sonderbereiche genutzt werden sollen. Eingerichtet wird ein Aufenthaltsraum für Jugendliche, „die sich hier treffen, sich unterhalten oder Hausaufgaben machen können“, erläutert Dagmar Nielsen bei einem Rundgang. Sie zeigt auch einen Raum, in dem Kinderkleidung und Kinderspielzeug angeboten werden sollen und der zugleich als Spielecke gedacht ist.

„Und hier werden wir eine kleine Bibliothek einrichten, in der Bücher und Ähnliches angeboten werden“, so Nielsen. Ein gemütlicher Sessel zum Schmökern ist bereits in Position gebracht.

Über einen Umkleideraum und Toiletten verfügt der Laden ebenfalls. Darüber hinaus gibt es einen Lagerraum, eine Waschküche und einen Aufenthaltsraum mit Küchenzeile.

Sie und die Helfercrew hoffen, dass Leute aus Tingleff und Umgebung viel ausgemusterte aber noch gut intakte Kleidung und Gebrauchsgegenstände spenden werden, damit der Laden ein angemessenes Sortiment anbieten und ausreichend Gelder einnehmen kann. Erst wenn Miete und Nebenkosten gedeckt sind, springt ein Gewinn heraus.

Lokale Unterstützung

„Die eine Hälfte des Gewinns geht an die Organisation, mit der anderen Hälfte werden hilfsbedürftige Familien in Tingleff und Umgebung unterstützt“, betont Dagmar Nielsen, für die die Ortsgebundenheit ein wichtiger Aspekt des humanitären Einsatzes in Tingleff ist.

Man sei bestrebt, gute und anspruchsvolle Produkte anzubieten. „Alle gespendeten Kleidungsstücke werden bei uns noch einmal gewaschen“, so Dagmar Nielsen.

In der Übergangszeit werde wohl noch mit einem Minus gerechnet werden müssen. Das aktuelle Sortiment stammt aus anderen Geschäften von „Dansk Folkehjælp“. Mit der Zeit, so hofft die „Chefin“, wird ein Gewinn erzielt, der zum Teil dann den hiesigen Menschen zugutekommt.

Eröffnung am Freitag

Freitag wird der Secondhandladen von Dansk Folkehjælp in Tingleff um 12 Uhr mit dem Durchtrennen des Einweihungsbandes offiziell eröffnet. Die Leiterin des gesamten Secondhandbereichs, Dorte Larsen, und eine führende Person der Organisation haben ihre Teilnahme angekündigt.

Gute Laune und Ruhe vor dem Sturm bei den Helfern des Seconhandladens in der ehemaligen Sydbank-Filiale (v. l.): Ursula Ohlsen, Hanne Thomsen, Pia Christensen und Dagmar Nielsen. Foto: Kjeld Thomsen
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