Denkmalschutz

Geteilte Meinungen zu Abriss eines alten Hauses in Süderhaff

Geteilte Meinungen zu Abriss eines Hauses in Süderhaff

Geteilte Meinungen zu Abriss eines Hauses in Süderhaff

Kjeld Thomsen/Anke Haagensen
Süderhaff/Sønderhav
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Das Haus im Fjordvejen genau so lassen oder genau so neu bauen? Mit dieser Frage muss sich der Wachstumsausschuss auseinandersetzen. Foto: kjt

Der Besitzer eines Reetdachhauses aus dem 18. Jahrhundert würde gern einen originalgetreuen Neubau am Fjordvejen errichten lassen. Der Wachstumsausschuss hat sich zu einer Entscheidung über einen Abriss noch nicht durchringen können.

Das Reetdachhaus Fjordvejen 49A in Süderhaff direkt an der Flensburger Förde ist laut Grundbucheintrag 1727 erbaut worden und könnte so manche Geschichte erzählen.

Der Wachstumsausschuss der Kommune muss entscheiden, ob das alte Gebäude bald Geschichte ist oder erhalten bleiben soll.

Verhältnismäßig hoher Erhaltungswert

Der Besitzer hat einen Antrag auf Abriss und Bau eines neuen Hauses im gleichen Stil – allerdings einige Meter näher am Wasser – beantragt. Da die Immobilie den Erhaltungswert drei auf einer Skala bis neun hat (eins ist höchster Wert), musste der Antrag in die Anhörung gehen.

Der stadthistorische Verein Apenrade („Aabenraa Byhistoriske Forening“), das Gremium „Kulturmiljørådet for Sønderjylland” und der Landesverband für Gebäude- und Landschaftskultur („Landsforeningen for bygnings- og landskabskultur“) haben sich aus kulturhistorischer Sicht allesamt gegen einen Abriss ausgesprochen.

Die Verwaltung favorisiert ebenfalls ein Abrissverbot mit der Ergänzung, dass in Verbindung damit ein Flächennutzungsplan mit Abrissverbot erhaltenswerter Gebäude erstellt wird.

Dialog fortführen

Der Ausschuss hat eine Entscheidung vertagt und möchte mit dem Antragsteller noch einmal in den Dialog treten.

Ihn persönlich habe das Kapitänshaus in Apenrade, ein ähnlicher Fall, abgeschreckt, weshalb er die Sache noch einmal erörtern lassen möchte, so Ausschussvorsitzender Philip Tietje (V) nach der jüngsten Sitzung.

Ausschusskollege Erik Uldall Hansen (Soz.) hätte am liebsten sofort ein Verbot erteilt. Solch ein historisches Gebäude könne man nicht einfach abreißen lassen.

Seinem Abrissantrag hat der Besitzer eine Skizzenzeichnung des geplanten Hauses beigefügt. Foto: Kommune Apenrade

Ein altes Haus mit viel Charakter

Der Eigentümer hätte sich bei dem Erwerb der Immobilie vor rund einem Jahr darüber im Klaren sein müssen, was es heißt, solch ein altes Haus zu kaufen, so Hansen. Der Besitzer müsste schon sehr schwerwiegende Gründe anführen können, um seine Zustimmung für einen Abriss zu erhalten. Es handele sich bei der Immobilie um ein altes Haus mit viel Charme von hohem kulturhistorischen Wert; es sei charakteristisch für die Bauweise entlang der Flensburger Förde, betont Uldall Hansen.

Uldall Hansen: Keine überzeugenden Argumente

Die bisher angeführten Beweggründe des Besitzers sind für ihn deshalb nicht wirklich überzeugend:

An dem Gebäude nagt der Zahn der Zeit, zumal es nie durchgreifend renoviert worden ist. Das Haus ist feucht und nicht wirklich isoliert. Die Immobilie ist in der Energieeffizienzklasse F eingestuft. Bei Regen dringt zudem Wasser vom Fjordvejen hinein. Das Haus wird allein mit einem Holzofen und Elektroheizungen beheizt.

Das Gebäude ist nicht unterkellert und steht allein auf Feldsteinen. Die Radonbelastung ist mit Stufe 3 relativ hoch.

Darüber hinaus führt der Besitzer die niedrige Deckenhöhe als Argument ins Feld.

Der staatliche Schätzwert der Immobilie mit 5.560 Quadratmetern Grundstücksfläche ist mit 2,55 Millionen Kronen angegeben, der Verkaufspreis lag zuletzt bei 3,1 Millionen Kronen.

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